Wie spielt sich Heart of the Swarm? Zwei Missionen waren für Presse- und Fanseitenvertreter im Blizzard-HQ in Irvine anspielbar. Ihre Handlung spielt nicht zu Beginn der Kampagne, sondern nach ca. 20%, da die ganze Systematik des umgebenden Storymodus mit erklärt werden soll. inStarcraft hat für euch beide Missionen ausprobiert und verrät, was darin so passiert.
War for the Brood
Bevor sich die Zerg noch unter dem Overmind auf Char niederließen, war der Ascheplanet einst eine terranische Randwelt, geschätzt wegen seiner Ressourcen. Nach der erfolgreichen Offensive durch Raynors Leute und den Ligatruppen unter dem Kommando von General Warfield haben sich nun die Terraner erneut auf Char breit gemacht. Kerrigan will den Planeten nun für die Zerg zurückerobern. Doch bevor sie sich Warfield und den Terranern widmen kann, muss sie zunächst mit einer Rebellion in den eigenen Reihen fertig werden. Die Brutmutter Za'gara stellt die Autorität der nun so anders aussehenden Königin der Klingen in Frage und plant sich selbst zur Herrscherin über die Zerg aufzuschwingen.
Um ihre Machtposition schnell auszubauen, versucht Za'gara sich eines Vorrats von noch nicht ausgebrüteten Eiern zu bemächtigen. Um das zu verhindern und gleichzeitig selbst eine Streitmacht zu erhalten, muss Kerrigan daher selbst Eier einsammeln. Primäres Missionsziel ist daher 100 Zergeier zu sammeln, bevor Za'gara dies schafft. Gelingt dies, so werden die Eier in einem besonderen Brutpool schnell ausgebrütet und eine ganze Armada steht bereit, um Za'garas Lager anzugreifen. Als neue Einheit kommt in dieser Mission der Baneling hinzu. Neben der Möglichkeit ihn aus Zerglingen zu erbrüten, gibt es auch zehn Baneling-Eier, die nicht nur direkt ein paar Banelings zur Verfügung stellen, sondern auch zusätzliche Infestation-Punkte liefern, die später Kerrigans Stats aufwerten.
Da sowohl Kerrigan als auch Za'gara selbst aktiv Eier sammeln, kann es immer wieder zu Zusammenstößen kommen. Doch im vermeintlichen Todesfall tunnelt sich Za'gara einfach in ihre Basis zurück, um sich dort zu erholen. Ein Angriff auf sie stoppt daher nur ihre Sammelaktivitäten für eine Weile, er ist keine Alternative zum Gewinn der Mission durch Sammeln. Ein schönes Gimmick sind allerdings die Sprüche von Za'gara. So ist sie beispielsweise ungehalten, wenn man sie mit Fußtruppen erledigt anstatt sie zumindest auch mit Kerrigan selbst direkt anzugreifen.
Sobald man die Eier gesammelt und mit den daraus schlüpfenden Truppen das Lager von Za'gara erledigt hat, folgt die Schlußsequenz, in der es der Brutmutter tatsächlich gelingt ihre Haut zu retten: Nachdem sie Kerrigan davon überzeugt nur nach ihren (früheren) Worten gehandelt zu haben, erkennt sie nach der eindrucksvollen Aktion Kerrigan als die Stärkere und damit legitime Führerin des Schwarms an. Kerrigan lässt sie daraufhin am Leben. Von nun an gilt es, sich Warfields Terranern auf Char zu widmen.
Silence Their Cries
Die Brutmutter Na'fash hat sich mit ihrer Brut auf dem eisigen Mond Kaldir niedergelassen, um ihren eigenen Schwarm zu bilden. Die Temperaturen dort sind so niedrig, dass selbst die Zerg ihre Probleme mit der Kälte haben. Kerrigan vermutet zunächst, daß sie sich dort verstecken will. Izsha klärt sie jedoch darüber auf, daß die Zerg nicht so denken und es stattdessen vielmehr darum geht, sich solchen Extremen anzupassen und damit stärker zu werden. Kerrigan macht sich nun mit ein paar Zerglingen im Schlepptau auf, um Na'fash zu finden. Abathur ermahnt sie dabei, sich vor den Schneestürmen (Flash Freeze) in Acht zu nehmen, denn solange sich die Zerg nicht angepasst haben, sind sie während dieser Stürme festgefroren und verwundbar.

Die Psilink-Spires ermöglichen den Protoss Kommunikation mit Shakuras. Daher müssen sie ausgeschaltet werden.
Neben der Suche nach Na'fash im Kommandostil geht es daher zu Beginn der Mission vor allem darum sich an das raue Klima auf Kaldir anzupassen. Zum Glück gibt es auf diesem Planeten eine heimische Yeti-Spezies, denen die Stürme nichts ausmachen. Sammelt man die DNA der getöten Yetis ein, gelingt es Abathur schließlich die Zerg anpassungsfähig zu machen. Während der weiteren Stürme können sich Kerrigan und alle Zerg nun ganz normal fortbewegen.
Bereits nach kurzer Zeit stößt Kerrigan auf führungslose Roaches, die nun die eigene Truppe verstärken. Eigentlich hatte Kerrigan erwartet, daß Na'fash alle Zerg auf dieser Welt unter Kontrolle hat, doch offenbar ist irgendetwas passiert? Wenig später klärt sich das Rätsel und zur großen Überraschung findet man Na'fash tot am Wegesrand liegen, unweit eines zunächst vereisten Zerglagers. Kerrigan übernimmt es und die bisher so kleine Karte weitet sich ein ganzes Stück aus: Es wird deutlich, daß eine Protoss-Streitmacht auf Kaldir sitzt. Als diese Kerrigan entdeckt, will sie sogleich Shakuras benachrichtigen. Kerrigan darf das nicht zulassen und so gilt es die drei Psi-Link-Spires auszuschalten, die zum Senden der Nachricht erforderlich sind. Dazu hat man von nun an 25 (Spiel-)Minuten Zeit.
Durch die Anpassung an die Kälte hat man als Zerg nun einen entscheidenden Vorteil: Während die Protoss zwar Schilde haben, um die Schneestürme unbeschadet zu überstehen, können sie dennoch während dieser Zeit weder Kämpfen, noch ihre Gebäude mit Energie versorgen. Sowohl Truppen als auch Photonenkanonen lassen sich daher bevorzugt während der Flash Freezes ohne Gegenwehr ausschalten. So ist die Aufgabe zumindest auf dem vorliegenden, normalen Schwierigkeitsgrad gut zu schaffen. Wer mag, kann sich zudem noch auf die Suche nach zwei Yeti-Matriarchinnen begeben, die wertvolles zusätzliches Mutagen bringen.
Nachdem der letzte Psi-Link-Spire zerstört ist, endet die Mission. Die Protoss wollen den Rückzug antreten, doch Kerrigan beschließt alle zu vernichten, um keine Zeugen zu hinterlassen.
Fazit
Die zwei Missionen sind gute Beispiele, wie man sich vom Prinzip der klassischen Aufbau- und Zerstörmission aus dem Multiplayer ein Stück weit entfernen kann. In War of the Brood wird man durch die Eiersuche auf einen anderen Fokus gelenkt und da Kerrigan selbst die Eier sammeln muß, ist sie auch zwangsläufig mit auf dem Schlachtfeld. Man fühlt sich ein wenig an die Kampagne von WarCraft III erinnert, wo man häufiger mit seinem Helden und einigen Fußtruppen über die Karte marschierte. Das ist keinesfalls schlecht, denn abwechslungsreiche Missionskonzepte machen eine Kampagne erst richtig spannend. Auch nett: Der Angriff auf die Basis von Za'gara ist keine Sequenz, man muß die Truppen schon selbst ins Ziel steuern, was jedoch bei der Masse an Einheiten nicht weiter schwierig ist. Wenn es später auch höhere Schwierigkeitsgerade gibt, könnte hier aber durchaus eine Hürde liegen.

Kerrigan im Kampf mit einheimischen, an die Kälte angepassten Yetis. Deren DNA hilft den Zerg sich an die Kälte anzupassen und während der Schneestürme nicht mehr festzufrieren.
Die zweite Mission erinnert sehr an das Konzept von „The Dig” auf Xil, wo man auch erst als Kommandotrupp loslegte und später die Basis erreichte und sich dann weiter aufbaute. Im Unterschied zu damals ist allerdings diesmal ein Held, nämlich Kerrigan mit von der Partie. Verfügt man über eine Basis, darf die sogar sterben und kann nach einem gewissen Cooldown auf dem Kriecher auf Basis von hinterlegten DNA-Proben neu erschaffen werden. Damit will man vermeiden, daß der Held in Missionen, wo er nicht selbst etwas sammeln muß, in der Basis versteckt wird. Allerdings ist die Länge des Cooldowns doch beträchtlich und so sollte man mit Kerrigan nicht zu sorglos umgehen.
Achievements gab es in der vorliegenden Version übrigens noch keine, doch da bereits Statistiken wie gerettet Roaches, getötete Einheiten während der Flash Freezes oder getötete Yetis gezählt werden, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis man diese noch einbaut. Das Missionsdesign an sich ist jedenfalls in Ordnung, es bleibt aber abzuwarten, ob es gelingt die Kampagne komplett so aufzubauen, daß Kerrigan in den Missionen benötigt wird, insbesondere wenn die Zahl an verfügbaren Einheiten weiter zunimmt.






















Kommentare
Wäre Kerrigan wiederbelebbar, würde sie sicher immer mitgenommen werden - im anderen Fall könnte das permanente Aufpassen auf die Heldin schnell mühsam werden. Es wäre praktisch ein weiteres, in jeder einzelnen Mission wiederkehrendes Missionsziel...
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