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StarCraft II: Gestern, Heute, Morgen - Das Art Panel der BlizzCon 2011

Das BlizzCon StarCraft II Art Panel zeigt traditionell die Konzepte von Einheiten, Landschaften und Animationen. Das macht es zu einer interessanten Bildershow, die zwar viel für das Auge, aber oft auch wenig an echten Neuigkeiten liefert. Bei der BlizzCon 2011 war das etwas anders, denn mit Heart of the Swarm und Blizzard DotA gab es gleich zwei Projekte zu denen noch viele Fragen offen sind. Außerdem präsentierten die Jungs aus dem Grafikteam erstmalig einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte von StarCraft II.

Wie zu erwarten, beschäftigte sich das Art Panel der BlizzCon 2011 zunächst mit den neuen Multiplayer-Einheiten, die StarCraft II mit Heart of the Swarm erweitern werden. Alan Dilling erklärte einleitend ein wenig die Leitfäden für die Entwicklung der vielfältigen Art Styles von Blizzard: Epische Ideen, eindrucksvolle Formen, knackige und farbenfrohe Texturen sowie dynamische Animationen. All diese Zutaten ergeben die Rezepte für die außerordentlichen Designs der Art Teams, die später in neuen Einheiten, Gebäuden, Tilesets (Terrains) und vielen anderen Dingen aufgehen. Und neue Einheiten waren das Stichwort schlechthin...


Die neuen Einheiten in Heart of the Swarm

Was in den Wochen vor der BlizzCon auf der Facebook-Seite von Blizzard nur in ausschattierten Umrissen zu erkennen war, erblickte auf der BlizzCon das Licht der Welt. Drei neue Einheiten für die Terraner, drei neue Einheiten für die Protoss und zwei neue Einheiten für die Zerg, die in Heart of the Swarm dem Einheitenroster von StarCraft II hinzugefügt werden.


Terraner

Der Battle Hellion ist ein echter Transformer. Aus dem wendigen Buggy mit dem Flammenwerfer entsteht auf Klick ein stampfender Kampfmech, der zwar langsamer ist, aber dafür mehr einstecken kann. So gesehen wollten die Art Teams dem Hellion eine Extrafähigkeit verleihen.

Der Warhound könnte der kleine Bruder des Goliaths und des Wikings sein. Dieser Kampfläufer teilt im Early Game gegen feindliche Maschinen am Boden und gegen Luftziele ordentlich aus, ist aber gegen Infanterie eher nutzlos. Der Warhound stammt aus einer früheren Konzeptionsphase und ersetzt den Thor als Masseneinheit. Der Thor kann noch gebaut werden, allerdings jetzt einmalig wie in Wings of Liberty das Mutterschiff der Protoss.

Fies ist der kleine unscheinbare Shredder. Er sieht aus wie eine aufgebohrte Version des Automaton 2000, jener Critter, der auf der Weltraumplattform von Deadmans Port wie Pixars „Wall-E” Aufräumarbeiten nachgeht. Der Shredder ist wohl die böse Version dieses Androiden, denn er gräbt sich ähnlich wie ein Krabbler der Zerg ein und generiert dann ein Kraftfeld, in dem Mikrowellen-alike alles in einem gewissen Umfeld gebrutzelt wird. Sehr effektiv zum Beispiel zur Chokepoint-Verteidigung gegen Zerglinge und andere Nahkampfeinheiten. Allerdings wird das Kraftfeld sofort abgeschaltet, sobald eine eigene oder verbündete Einheit in der Nähe ist.


Protoss

Die Protoss setzen erneut auf hochentwickelte Maschinen. Der Replicant verwandelt sich in eine beliebige andere, nicht-massive Einheit, indem er eine feindliche Einheit dupliziert. Obwohl technisch ganz anderes umgesetzt, steht er damit indirekt in der Tradition des Dunklen Archon aus Brood War, der anstatt eine Einheit zu duplizieren diese übernehmen konnte. Der Replicant hingegen verwandelt sich permanent in die ausgewählte Einheit, so daß diese Fähigkeit jeweils stets nur einmal eingesetzt werden kann. Als besonderer Clou nimmt er dabei auch alle jeweiligen Fähigkeiten der Einheit, in die er sich verwandelt, an, selbst wenn diese vom gegnerischen Spieler noch nicht erforscht wurden. So kann er sich als Banshee tarnen oder als Hydralisk eingraben.

Der nächste unscheinbare, aber extrem gefährliche Angreifer ist das Oracle. Dieser Geselle ist eine schwebende Bodeneinheit und kann in Sekundenschnelle ganze Mineralienfelder lahmlegen, indem er ein Schild darum legt, durch das nicht mehr abgebaut werden kann. Des Weiteren kann das Oracle die Produktion in feindlichen Gebäuden mit einem Disruptionsfeld unterbrechen und sogar die ausspionieren, welche Technologien sich gerade in Entwicklung befinden.

Die dritte Einheit im Bunde ist zumindest dem Namen nach ein Rückkehrer: die Tempest! Mit dem im Jahr 2007 unter gleichem Namen vorgestellten Trägerschiff der Dunklen Templer hat der neue Tempest nichts zu tun. Das im typischen Golddesign gehaltene Schiff ist verdammt teuer und erinnert in seiner Rolle an den Vernichter der Zerg aus Brood War. Die Tempest ist in erster Linie für die Eroberung des Luftraums ausgelegt, sie schießt ein rundes Energiefeld in feindliche Lufteinheiten, das noch sekundenlang schweren Schaden anrichtet (Area-of-effect). Gegen Bodeneinheiten ist dieses Großkampfschiff jedoch nicht machtlos. Es verfügt über einen Einzelzielangriff, der zwar nicht so stark ist wie sein Luftangriff, aber dennoch Angreifer abwehren kann.

Das Mutterschiff und der Träger wurden allerdings aus dem Multiplayer-Roster entfernt.




Zerg

Die Viper löst den Overseer ab, ist aber ebenfalls eine fliegende und recht vielseitige Supporteinheit. Die Viper hat ihren Ursprung aus der Alpha von StarCraft II, denn dort gab es bereits eine schlangenartige fliegende Kreatur, die das Zergthema gut unterstrichen hatte. So entschieden die Art Teams, diese Konzept wie viele andere auch vorerst aufzusparen. Die Viper hat momentan drei Fähigkeiten. Sie kann einer anderen Einheit die Detektorfähigkeit verleihen, allerdings einmalig. Oder eine Art giftiger Nebel absondern, in dem nur noch Nahkampfangriffe möglich und keine energieverbauchenden Fähigkeiten mehr anwendbar sind. Die Viper kann zudem eine feindliche Einheit mit einem langen Stachel packen und zu sich ziehen. Für allierte Trupppen kann dies die Rettung bedeuten, für Feinde kann das der Untergang sein.

Der Swarm Host trägt eine Art Minibrutstock auf dem Rücken, ein pilzförmiges Gebilde. Sobald er sich eingegraben hat, schlüpfen aus dem Minibrutstock kontinuierlich kleine Brütlinge, die wie als Horde über schwache Infanterieeinheiten herfallen. Besonders WBFs, Drohnen und Sonden haben kaum eine Chance gegen diese nicht endenden Angriffswellen. Erst wenn der Swarm Host selbst getötet wird, ist dem Strom ein Ende gesetzt.

Bei den Zerg wurde der Overseer aus dem Einheitenroster des Multiplayer-Modus entfernt.


Die neuen Tilesets in Heart of the Swarm

Schon recht früh, nämlich bei der BlizzCon 2010, kündigten die Designer an, dass der Spieler in Heart of the Swarm alte und neue Planeten besuchen wird. Wurde 2010 nur erste Artworks von möglichen neuen Welten gezeigt, präsentierte Allen Dilling dieses Mal die ersten Tilesets in Echtzeit. Dabei fiel vor allem auf, dass einige Tilesets unter anderem mit bereits existierenden gemischt sind. Die Weltraumplattform ist zum Beispiel mit der Lava-Umgebung von Redstone kombiniert, was allerdings auf den ersten Blick wirklich wie ein neuer Planet aussieht.


Aber gänzlich neue Tilesets wurden natürlich ebenfalls entworfen. Der Eisplanet Kaldir ist das erste Schnee-Ambiente in StarCraft II, das ein wenig an Braxis erinnert, jener Eisplanet, der damals auch mit der (einzigen) Erweiterung zu StarCraft, also Brood War, hinzugekommen war. Zwar gab es bereits im Jahre 2008 erste Bilder von einem schneebedeckten Terrain, ins die fertige Version von Wings of Liberty schafft es das Terrain jedoch nicht. Weitere neue Terrainsets zeigen eine Plattform inmitten eines Planeten mit einer sehr dichten Atmosphäre oder noch andere, gänzlich unbekannte Alienwelten... Tatsächlich hat das Art-Team die Grafiktechnologie etwas aufgebohrt. Es kommen bessere Shader zum Einsatz, um bessere Schattierungseffekte zu erzielen. Und die Cliff Models (unpassierbare Klippenränder) wurden stark verbessert. Durch High Poly Models sehen nun Felsen und Raumstation-Ränder besonders realistisch aus. Grafikverbesserungen kommen also durchaus mit Heart of the Swarm, wenn auch der Übergang zu Wings of Liberty relativ fließend sein dürfte. Freuen dürfen sich aber auf jeden Fall die Spieler, die auf den niedrigsten Grafikeinstellungen spielen, denn dort wird es sichtbare Verbesserungen geben. Auch wird ab Heart of the Swarm der Zergkriecher nicht mehr feindliche Gebäude völlig unberührt lassen, sondern deren Ränder nun „zuschleimen”.

erstellt am 05.11.2011

Kommentare

06.11.2011 - 11:52
119 Kommentare
Registriert: 04.03.2008
cooler Artikel. danke für die Arbeit...
06.11.2011 - 13:49
11 Kommentare
Registriert: 07.08.2009
Krass, hab die Bilder von der Alpha Version echt zum ersten Mal gesehen, wo wurden die mal veröffentlicht?
06.11.2011 - 14:02
348 Kommentare
Registriert: 23.07.2002
Auf dem Art Panel der BlizzCon, genau darum dreht sich ja dieser Artikel. ;)

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