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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterschriftenaktion vs Studiengebühren?



MahZagony
07. Januar 2005, 19:07
http://www.kein-spiel-mit-bildung.de/unterschreiben/index.html

Brandheißes Thema, sollte bekannt sein.
Was haltet ihr davon? Ich bin mir nicht sicher, ob das etwas bringen soll. Die öffentliche Meinung zum Thema Studiengebühren sollte ja bekannt sein, sonderlich überraschend wäre also eine ellenlange Liste mit Unterschriften nicht.

Meinungen? Gogo unterschreiben, btw.

Antrax4
07. Januar 2005, 19:26
Original geschrieben von Mah´agony
http://www.kein-spiel-mit-bildung.de/unterschreiben/index.html
Ich bin mir nicht sicher, ob das etwas bringen soll. Die öffentliche Meinung zum Thema Studiengebühren sollte ja bekannt sein, .

Mir leider nicht :8[: Bitte klärt mich auf!! Mir ist ja nichtmal meine eigene Meiunung zu diesem Thema bekannt :(

MfG
Antrax

Beli2
07. Januar 2005, 19:28
Bin für Studiengebühren, 500 euro im sem kann ja wohl jeder berappen der studieren will, außerdem gibts ja noch ja noch das Schema mit dem Bildungskredit etc., anders kommen die klammen deutschen unis nicht aus ihrer Misere raus.

Komi[D'S]
07. Januar 2005, 19:48
ich bin auch FÜR studiengebühren.
zumal das eh erst ab der 1,7fachen regelstudienzeit greift. also nach einem studiengang mit einer regelstudienzeit von 10 semestern: nach 17 semestern = 8,5 Jahre!
wer so lange braucht, soll ruhig mehr geld pro überschrittenes semester bezahlen.

Greg
07. Januar 2005, 19:48
erstens bin ich für studiengebühren weil es mehr als genug schmarotzer gibt, und für die paar semester die man länge als regelstudienzeit braucht hat man halt zu zahlen.

zweitens sind unterschriften schön und gut, interessieren tuts von den relevanten menschen aber trotzdem niemanden

Brainbug
07. Januar 2005, 20:14
ach gott.
Bei uns laufen die auch überall übern campus. Sogar im Audimaxx waren sie und haben sich lächerlich gemacht, nachdem die resonanz doch recht kritisch war.

Ansonsten haben komi und neo schon alles gesagt.

Wer nach zich jahren immernoch keinen abschluss hat, sollte weg vom campus / gebühren bezahlen.

Firefield
07. Januar 2005, 20:24
hmm, es ist regelstudienzeit +50%, nicht +70%. danach kostet es kräftig, mindestens 500€, max 1500€, wer den genauen betrag festlegt weiß ich ausm kopf jetzt nicht, also ob land oder hochschule. dagegen hab ich auch nichts



worums eher geht ist sind die studiengebühren ab dem ersten semester. 500€ sind in dem falle nicht so super. ich kenne nen haufen leute die dann nicht studiert hätten, mich eingeschlossen.
fang mir nu keiner mit 'arbeitengehen' an
bei gewissen studiengängen ist es nicht so einfach möglich nebenher arbeiten zu gehen und gleichzeitig 30-40sws vorlesung und labor zu besuchen, nacharbeit und klausurvorbereitung zu betreiben.

ist nun wie im mittelalter bildung wieder den wohlhabenderen vorbehalten?

Busta_inaktiv
07. Januar 2005, 20:30
pro gebühren, wenn

- frühestens ab regelstudienzeit + 20% (ggf. aufrunden)
- die einnahmen AUSSCHLIEßLICH für bildung verwendet werden.

leider wird es zumindest in einigen bundesstaaten am letzten punkt scheitern.

GoLi3
07. Januar 2005, 20:56
500€ sind immer noch wenig, wenn man sich im Ausland umschaut, was die so für Studiengebühren verlangen.
Selber würde ich es mir aber schon überlegen, ob ich mir das leisten will oder nicht.

Benrath
07. Januar 2005, 21:01
ich bin auch für studiengebühren , ist doch voll ok , zu zahlen wenn man mehr als die 1 1/2 fache studienzeit braucht, und diese traurigen midleidigen beispiele, sind doch eher die ausnahmefälle, wofür gibts denn bafög

mit 550€ maximalsatz + nem kleinen nebenjob kommt man doch wohl über die runden ???
und muss nicht ewig schuften...

0Smacks0
07. Januar 2005, 21:08
STudiengebühren ja. Aber keine allzu hohen. Da sollte es eine Schranke geben. Die Studiengebühren wären halt nur dafür da, damit man sieht, dass das auch Geld kostet. Und was nichts kostet ist ja bekanntlich nichts wert...

EDIT

Wieso kommt man in diesem Drecksforum in bestimmte Threads nicht rein? Sperren da die Admins? ODer sind zufällig bestimmte Threads nach dem Zufallsprinzip auf verschiedenen Servern gepackt?

Drey
07. Januar 2005, 21:14
Original geschrieben von Beli
Bin für Studiengebühren, 500 euro im sem kann ja wohl jeder berappen der studieren will, außerdem gibts ja noch ja noch das Schema mit dem Bildungskredit etc., anders kommen die klammen deutschen unis nicht aus ihrer Misere raus.

Dummerweise gehen diese Euros nicht in an die Unis, sondern fliesen dank unseren kompetenten Politiker in die Rentenkasse.

Komi[D'S]
07. Januar 2005, 21:22
das ganze hat keine logik. man will, dass der staat einem die ausbildung bezahlt. schön und gut.
aber dass dieses ominöse "geld vom staat" nur das geld ist, was der ominöse "steuerzahler", wo studenten zum großteil nicht dazugehören, in die staatskasse einbezahlt, daran denkt wohl keiner.

wenn man also darüber nachdenkt, wollen die studenten, die gegen eine studiengebühr sind, dass diejenigen die nicht studieren, ihnen das studium bezahlen, anstatt selbst wenigstens einen teilbetrag beizusteuern.

die kosten des studierens muss irgendjemand tragen. und da die anteilnahme der studierenden an diesen kosten wenigstens etwas zu erhöhen, finde ich absolut richtig.

wenn man bedenkt, dass die ganzen vorteile bestehen bleiben, die man als student hat. kostenlose benutzung des öffentlichen nahverkehrs, billige mensapreise, überall vergünstigungen.
allein das busticket würde mich im monat über 90 euro kosten, wäre ich nicht student. was sind da 500 euro im halben jahr?



Original geschrieben von Drey
Dummerweise gehen diese Euros nicht in an die Unis, sondern fliesen dank unseren kompetenten Politiker in die Rentenkasse.
wo das geld auch gebraucht wird. und käme es nicht aus dem ertrag durch die studiengebühren, müsste es woanders abgebaut werden. zb an den ausgaben für bildung?

Franzmann2
07. Januar 2005, 21:39
komi erfasst den kernpunkt mal wieder exzellent. sehr schön.

Benrath
07. Januar 2005, 21:44
auch wenn du sonst recht hast,
aber dein semesterticket zahlst du größtenteils selbst, natürlihc wird das noch bezuschusst, aber die ÖVPs werden generell subventioniert.

am meißten kannst du dich bei den studenten bedanken die nie ihr semesterticket benutzt =D

Scarab
07. Januar 2005, 21:46
Auf der anderen Seite verdienen Studenten im Schnitt später mehr, zahlen dadurch mehr Steuern, tragen mehr zur Innovation und zur Wirtschaftsleistung des Landes bei.

Hab auch nichts gegen angemessene Studiengebühren, sollten aber schon den Unis zugute kommen. Ich halte die Qualität der Bildung für die Zukunft unseres Landes für ziemlich wichtig, immerhin haben wir keine natürlichen Rohstoffe usw.

Achja, im kommenden Sommersemester fällt unser Semesterticket weg. :cry:

Beli2
07. Januar 2005, 22:07
Ich weiss nicht von welchen phenomänalen Ermäßigungen du sprichst, in Berlin Zahle ich ab SoSe 05 250 Euro Semesterbeitrag, davon allein 130 für das Semestertickt, da ist es bis 500 Euro nicht mehr weit :).

MahZagony
08. Januar 2005, 01:31
Original geschrieben von Medion
Auf der anderen Seite verdienen Studenten im Schnitt später mehr, zahlen dadurch mehr Steuern, tragen mehr zur Innovation und zur Wirtschaftsleistung des Landes bei.

Richtig. Man könnte sagen, dass wir durch das Plus an Steuern im nachhinein das Studium finanzieren.

Und wenn man so argumentiert wie komi: Warum gibt es keine Gebühren für Grundschulen, Gymnasien, Fos etc?

Nach 50% des Studiums anzufangen, bisschen was zu berappen ist ja was anderes. Aber wer soll bitte 500€ berappen können, wenn er aus der Schule kommt und dann gleich studieren will? Da kenn ich EINIGE, die das nicht könnten, und sich das dann zweimal überlegen würden.

Ferner zieht das Argument mit den "Schmarotzern" und Langzeitstudenten nicht. Welchen Prozentsatz der Studenten machen die denn aus? 2? 3? Die meisten Studenten studieren, weil sie fertig werden wollen und haben nach ~4 Jahren dementsprechend ihr Diplon in der Tasche.

Picard
08. Januar 2005, 01:46
ohne alles gelesen zu haben:

ich halte erstmal garnix von studiengebühren. bildung sollte für jeden kostenlos sein.
allerdings halte ich auch garnix von solchen online petitionen, da die nicht aussagekräftig sind (lassen sich sehr leicht fälschen!) und evtl eh nix bewirken.

das lustigste was ich erlebt habe war ne massenmail gegen den irak krieg "Schicke es an alle in deiner Kontaktliste weiter". Nen paar hundert namen standen drinne... Aber halt nur namen. hätte ich das ganze telefonbuch reinschreiben können :ugly:

Komi[D'S]
08. Januar 2005, 02:08
Original geschrieben von Mah´agony
Richtig. Man könnte sagen, dass wir durch das Plus an Steuern im nachhinein das Studium finanzieren.
das wird auch weiterhin nötig sein und wenn es nicht so wäre, wäre das studieren um einiges teurer.
aber es wird für die haushaltskasse entlastender, wenn durch die einführung von studienkonten/-gebühren langzeitstudieren reduziert wird. und was den haushalt entlastet, kommt allen auf dem ein oder anderen wege zugute. wenn ich schon lese: "gegen studiengebühren! mehr geld für bildung!" ...


Original geschrieben von Mah´agony
Und wenn man so argumentiert wie komi: Warum gibt es keine Gebühren für Grundschulen, Gymnasien, Fos etc?
1.) schonmal was von schulpflicht gehört? du bist nicht verpflichtet, zu studieren.
2.) ich habe noch nie was von langzeitschülern gehört, die das 1,5/1,7fache der regelschulzeit überschreiten konnten, ohne geschmissen zu werden.
der vergleich ist purer mist und lässt darauf schließen, wie wenig gedanken du dir zu dem thema gemacht hast. hauptsache: dagegen.


Original geschrieben von Mah´agony
Nach 50% des Studiums anzufangen, bisschen was zu berappen ist ja was anderes. Aber wer soll bitte 500€ berappen können, wenn er aus der Schule kommt und dann gleich studieren will? Da kenn ich EINIGE, die das nicht könnten, und sich das dann zweimal überlegen würden.

das 150/170%ige, nicht das 50%ige ...


Original geschrieben von Mah´agony
Ferner zieht das Argument mit den "Schmarotzern" und Langzeitstudenten nicht. Welchen Prozentsatz der Studenten machen die denn aus? 2? 3? Die meisten Studenten studieren, weil sie fertig werden wollen und haben nach ~4 Jahren dementsprechend ihr Diplon in der Tasche.

und die betrifft es ja auch nicht.

das ganze ist natürlich noch in der schwebe und außerdem bundesweit ungleich. ich kann es nur aus rheinland-pfälzer sicht beurteilen und nach dem aktuellen stand.

übrigens ist erwiesen, dass der anteil der studierenden aus unteren gesellschaftsschichten in ländern mit studiengebühren nicht niedriger ist als in deutschland, danach kann man googeln.

und ich halte gebühren u.a. auch deshalb für sinnvoll, weil sie das ansehen der unis verbessern und eine andere einstellung sowohl der studierenden als auch der nicht-studierenden vorurteilen der universität gegenüber bewirken.

Pedder
08. Januar 2005, 03:29
Ähm... ich will ja nix sagen... aber...

Studiengebühren für Langzeitstudenten gibt es schon seit Jahren in den meisten Bundesländern. Hier zahlt man 511 Euro ab Semester 14. und außerdem 40 Euro Verwaltungsgebühr (zusätzlich zum Studentenwerksbeitrag) pro Semester (jeder Student).

Die Diskussion, die z.Zt. läuft (eigentlich läuft sie schon sehr sehr lange) dreht sich um Studiengebühren von 500 Euro ab dem ersten Semester.

Nur um mal dieses 170% Argument zu entkräften.

Scorn4
08. Januar 2005, 04:16
Original geschrieben von Antrax


Mir leider nicht :8[: Bitte klärt mich auf!! Mir ist ja nichtmal meine eigene Meiunung zu diesem Thema bekannt :(

Schon blöd, wenn man auf ner Demo merkt: "Eigentlich bin ich ja dafür ..."

Scorn4
08. Januar 2005, 04:20
Original geschrieben von Komi
wenn man also darüber nachdenkt, wollen die studenten, die gegen eine studiengebühr sind, dass diejenigen die nicht studieren, ihnen das studium bezahlen, anstatt selbst wenigstens einen teilbetrag beizusteuern.

Jedes land braucht eine Elite und diese wird durch Bildung erreicht. Bildung hat ihren Preis, und den muss die Gesellschaft nun einmal bezahlen. Wird die finanzielle Last dem Einzelnen auferlegt, wird die Elite nicht aus den besten Denkern geformt, sondern aus den Reichen.

Willkommen in der Klassengesellschaft!



Davon abgesehen: wenn der Nichtstudierende in seiner sagen wir mal Lehre Geld verdient, mit dem er sein Auto, seine Parties, seine Wohnung und seine Freundin finanziert, warum sollte er sich nicht auch an der Finanzierung des Bildungssystems beteiligen?

Malagant
08. Januar 2005, 05:29
Studiengebühren sind der größte Schwachsinn... Aber nein, aus PISA lernen tun wir Deutschen nicht, wir verhuntzen unsere Bildung weiter.

Aber bitte, früher oder später wird die Gesellschaft die Quittung dafür kriegen.

Maasl
08. Januar 2005, 09:42
In Bayern läuft es etwa genauso wie Pedder es beschrieben hat. Die wollen hier Studiengebühren für jedes Semester ab dem ersten einführen und viele die ich kenne hätten dann bestimmt nicht nach der SChule mit dem Studieren anfangen können, weil sie kein Geld dafür gehabt hätten und ich kenne auch genauso LEute die z.T. auch Samstag Stunden haben, die einfach keine Chance für ne Arbeit neben dem Studium haben. Gebühren für Leute die ewig studieren gibts bei uns nämlich auch schon.

Brainbug
08. Januar 2005, 14:51
Original geschrieben von (nSK)MalagaNt
Studiengebühren sind der größte Schwachsinn... Aber nein, aus PISA lernen tun wir Deutschen nicht, wir verhuntzen unsere Bildung weiter.

Aber bitte, früher oder später wird die Gesellschaft die Quittung dafür kriegen.

PISA ist im höchstem Maße Beschiß und beruht auf falschen Daten, bzw. Daten von ausgewählten, unter dem Schnitt liegenden Bildungsstätten Deutschlands.

Bitte informier dich über PISA bevor du so nen Quatsch behauptest.

Benrath
08. Januar 2005, 14:56
ich denke auch mal , dass bei finanziell schwachen studenten, die gebühren wir beim bafög gestundet werden oder verrechnet werden, und ist auch mal ganz gut wenn sich ein paar leute genauer überlegen ob sie studieren wollen, wenns etwas kostet,
ich weiss nicht wie viele bei mir im semester sind und null plan haben, und einfach mal so gucken wie bwl//vwl ist, weils ja umsonst ist

Devotika
08. Januar 2005, 16:21
Studiumfinanzierung ist eine Zukunftsinvestition, die hier mal wieder geopfert wird, um den Haushalt ein kleines bisschen zu sanieren, damit dieser Staat mit diesem kranken System noch ein paar Tage länger läuft.

Komi hat mal keinen Plan.

Brainbug schon garnicht. Es ist egal wie beschissen PISA ist, unser Bildungssystem ist definitiv schwach.

Dass Langzeitstudenten zahlen müssen ist völlig in Ordnung, da behauptet glaube ich auch niemand das Gegenteil.

NeDfLaNdErS
08. Januar 2005, 16:48
Studiengebühren für Langzeitstudenten absolut gerechtfertigt sofern es Regelungen gibt die besondere Härtefälle berücksichtigen. Kumpel von mir ist vor kurzen Daddy von Zwillingen geworden. Versucht mal zu lernen mit sowas im Hintergrund...

Studiengebühren für alle ist tödlich für Deutschland. D hat keine oder nur wenige natürliche Ressourcen ausser dem Wissen und Forschung.
Studieren nur noch den bessergestellten zu ermöglichen wird sich auf lange Sicht negativ auswirken aufgrund fehlenden wissenschaftlichen Nachwuchs.

0Smacks0
08. Januar 2005, 16:55
Bei Studiengebühren kommt es denke ich auf folgendes an:

- Die Höhe(für jeden noch zahlbar?)

- Die Verwendung der Studiengebühren(nur fiskalpolitisches Instrument oder Hintergedanke? Und darf die Uni die Mittel zusätzlich verwenden oder steht sie mit etwas Glück bei Null da?)

- Gibt es eine Obergrenze? Dürfen Unis die selbst festlegen? Dürfen sie Geld für Aufnahmetests verlangen(wie teuer sind die? bezahlte vorbereitungskurse? dann beginnts schon fast unseriös zu werden)?

- Ist der bürokratische Aufwand bei der Erhebung möglichst gering?

- Höhere Gebühren für Langzeitstudenten(Und wann ist jemand Langzeitstudent? Was wenn er nebenher arbeiten muss, um sich sein Studium zu finanzieren und daher weniger studiert?)




Außerdem sollten sich auch mal die Unis an die eigene Nase fassen und schauen ob sie nicht selbst Geld zum Fenster rausschmeißen, manchmal ist das nicht mehr schön...