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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankheitstage/Urlaubstage



SlannesH
20. Juni 2005, 19:45
wie einige von euch durch die medien sicher mitbekommen haben, hat der Handwerks-Präsident Otto Kentzler einen Vorschlag in den Raum geworfen, Krankheitstage mit den Urlaubstagen zu verrechnen.

Mich würde mal interessieren was ihr davon haltet.

Mir gefällt die Idee gut, da man dadurch den Arbeitgeber entlaster und belastet man dadurch wirklich den Arbeitnehmer? Es müssten natürlich einige kompromisse eingegangen werden aber wie sich die Politik atm dagegen auflehnt ist für mich absolut unverständlich. sie ziehen es, jetzt im angehenden wahlkampf, nichteinmal in betracht. Und das finde ich schon schwach. Zumal dieses System bereits verwenung findet, der Mantelvertrag der Konditoreien in Bayern haben bereits eine Verrechnung festgeschrieben.

Einige Zitate dazu von führenden Politikern:


"Wir werden das nicht unterstützen", sagte CDU-Chefin Angela Merkel. Kentzlers Vorschlag trage nur zur Verunsicherung der Menschen bei.

Verunsicherung der Menschen? Bitte... unser Steuersystem verunsichert die Menschen sicher mehr als eine Verrechnung der Krankentage/Urlaubstage...


CDU-Präsidiumsmitglied Karl-Josef Laumann verwies auf den niedrigsten Krankenstand in Deutschland seit 1970. "Die Debatte erübrigt sich." Ähnlich äußerte sich Hessens Ministerpräsident Roland Koch

Und warum ist das ein Gegenargument? Ist doch gut so.. dann fallen nicht soviele Urlaubstage weg... dagegen spricht das wohl kaum.


FDP-Chef Guido Westerwelle nannte Kentzlers Vorschlag "nicht sinnvoll". Er sagte: "Urlaub ist Urlaub und Krankheit ist Krankheit, eine Verrechnung macht keinen Sinn." Wenn die Arbeitgeber weniger Urlaub vereinbaren wollten, dann sollten sie "das offen sagen und nicht in die Trickkiste greifen", sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel.

Warum macht eine Verrechnung bitte keinen Sinn? Bei beiden fällen fällt dem Arbeitgeber die Arbeitskraft für einige Tage aus, was bei kleineren Handwerksbertrieben (die durch diesen Vorschlag in erster Linie entlastet werden sollen) durchaus Problematisch sein kann.


Finanzminister Hans Eichel sprach von einem "unsinnigen Vorschlag". Er betonte: "Irgendwann ist Schluss mit solchem Sozialabbau."

Was für einen Sozialabbau hatten wir den in letzer Zeit, abgesehen von einer erhöhung der Wochenarbeitszeit? Und das ist durchaus harmlos gegenüber den "Tiefen Einschnitten ins Sozialsystem", welche die Union ja vorhat.


Kurt Beck sprach von einem "aberwitzigen Vorschlag", der die politische Stabilität und den sozialen Frieden gefährde. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse warnte davor, den Sozialstaat "bis auf das Skelett" auszehren zu wollen.

s.o. ist es denn wirklich soviel sozialabbau, das man von einer "auszehrung bis auf das Skelett" reden kann? Wenn für 5 Krankheitstage 1 Urlaubstag gestrichen wird? ...


Das wär es erstmal von mir.

Informationen dazu und woher ich die Zitate habe (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4447420_REF1,00.html)

MfG

ArT
20. Juni 2005, 19:48
Find ich oke und loyal der Firma gegenüber, bei ernsthafter Krankheit sollts aber Ausnahmeregelung geben (zb Krebs usw)

Kuma
20. Juni 2005, 19:50
Bin ich persönlich dafür, dann dürften die ganzen achso kranken Menschen plötzlich putzmunter sein. Und die paar die wirklich zu krank zum arbeiten sind frisst dann halt Darwins Lehre, is ja deren Problem.

Aule2
20. Juni 2005, 20:09
Inhaltlich: Unternehmerisches Risiko.

Politisch: Ein geschicktes Wahlkampftacktisches Manöver seitens der Union, um dem Steuerzahler zu zeigen, dass die Union gegen ein unsinniges asoziales Vorhaben ist, sodass diese Profilierungspunkte im Sozialen sammeln kann (Medienwirksam)

SlannesH
20. Juni 2005, 20:17
Original geschrieben von Aule
Politisch: Ein geschicktes Wahlkampftacktisches Manöver seitens der Union, um dem Steuerzahler zu zeigen, dass die Union gegen ein unsinniges asoziales Vorhaben ist, sodass diese Profilierungspunkte im Sozialen sammeln kann (Medienwirksam)

wenn aber nichtnur von der union, da sich jeder sofort dagegen ausgesprochen hat.

klar isses medienwirksam... aber ich finde es einfach nur der hammer bei so einem "kleineren" punkt (naja... 5 urlaubstage sind schon viel aber..) punkten zu wollen und, auf der anderen seite, eben diese "Tiefen Schnitte ins Soziale System" ankündigen...

Und was ist daran asozial? Die die seltener wegen Krankheit zur Arbeit erscheinen dürfen eber seltener der Arbeit fernbleiben um zu feiern/entspannen.

Teegetraenk
20. Juni 2005, 20:19
Original geschrieben von Aule
I
Politisch: Ein geschicktes Wahlkampftacktisches Manöver seitens der Union, um dem Steuerzahler zu zeigen, dass die Union gegen ein unsinniges asoziales Vorhaben ist, sodass diese Profilierungspunkte im Sozialen sammeln kann (Medienwirksam)

Die Union ist, wie auch die FDP, dagegen. Und das ist gut so. D: Ohne Regeneration, keine Leistung und Krankheit ist nicht wirklich Erholungsphase.. Man sollte lieber wieder flächendeckend die 40 Stunden Woche einführen.

Aule2
20. Juni 2005, 20:27
natürlich sind sie dagegen, drum isses ja heuchelei ;-)

Nein, das geht nicht, wir bauen lieber Kündigungsschutz ab ;-)
Hat die SPD nicht nötig, sich an solchen Kleinigkeiten als Gute Junx zu propagieren!

CNWDNeo
20. Juni 2005, 20:28
Lol, so ein dummer Vorschlag. Bekommt dann meine Mutter 4 Tage Urlaub angerechnet, weil sie trotz Krankheit in die Arbeit kommt und ihren Dienst erledigt?

Wenn die Leute chronisch blau machen, dann sollten sich mal die Unternehmer überlegen, was in ihrem Betrieb falsch läuft. So ein Schwachsinn. Und Slannes, sobald du mal selber richtig arbeitest siehst du das bestimmt auch anders...

--> gg no re, thx

TheRine
20. Juni 2005, 20:30
die krankheitszeiten sind eh schon zurückgegangen.

wär ja noch schöner, wenn dann noch die krankheitstage mit den urlaubstage verrechnet werden.

oder sind bei dir krankheitstage etwa urlaubstage???

Aule2
20. Juni 2005, 20:58
man könnte ja vorschlagen, dass jeder Krankheitstag, der aufs Wochenden oder einen Feiertag fällt, als plus mit den Urlaubstagen verrechnet wird ...

Swatch
20. Juni 2005, 21:02
Und was macht jemand, der schon seinen ganzen Urlaub genommen hat? Darf der dann nicht krank werden?

Syzygy
20. Juni 2005, 21:10
ich halts auch nicht für sonderlich sinnvoll. wenn man wegen krankheit der arbeit fernbleibt, dann weil man

a) so down ist dass man eh äusserst unproduktiv arbeiten würde, gleichzeitig aber die krankheit verschleppt und den gesundungsprozess hemmt - was zur verlängerung der unproduktiven arbeitszeit (oder sogar spätfolgen) und damit im endeffekt zu einem höheren verlust an leistung führt, als einige tage ruhe

b) man durch infektionen eine gefahr für andere mitarbeiter oder kunden des unternehmens darstellt. da ist eine woche zu hause ja wohl im äußersten interesse des arbeitgebers.

c) man bettruhe verordnet bekommen hat oder so starke medikamente (schmerzmittel bei rückenschäden z.b.) nehmen muss dass eine bedienung von arbeitsmaschinen versicherungstechnisch gar nicht mehr erlaubt wäre.

In allen Fällen ist eine Krankheit überhaupt nicht mit "Freizeit" gleich zu setzen. Der Schaden, wenn nicht oder nur teilweise einsatzfähige mitarbeiter aus angst um den urlaub oder gar den job trotzdem ihren dienst antreten und dann deutlich mehr fehler produzieren (das ist nachgewiesen) bzw weniger leistung erbringen, ist kaum absehbar.

Schaden tun der Wirtschaft doch eher die "schwarzen Schafe" die gern mal "blau" machen durch einen "gelben Schein" vom arzt ihres vertrauens... an der stelle ansetzen wäre viel klüger. Bei uns auf arbeit ist es beispielsweise vorschrift, jede krankmeldung noch AM SELBEN TAG mit gelbem schein dem arbeitgeber zukommen zu lassen. heisst faul im bett liegen bleiben und 2 tage später mal zum arzt rennen is nich, oder einfach nicht kommen und telefonisch bescheidsagen "mir gehts nicht gut...". Siehe da, der Krankenstand ist enorm gesunken, weil die "blaumacher" oft aus "null-bock-laune" heraus zu hause bleiben, auf gleich zum arzt rennen ham sie aber auch "null-bock".

Weiterhin kann der arbeitgeber aber auch viel für einen niedrigen krankenstand tun, ergonomische arbeitsplätze, sport- und freizeitangebote für die mitarbeiter, betriebsarzt der vorsorgeuntersuchungen auf typische berufskrankheiten kostenlos anbietet, kostenlose impfungen gegen grippe und ähnliches... auf der anderen seite muss sich aber auch jemand, der ständig mal wieder ne woche ausfällt, fragen, ob er als personalchef so jemandem den vertrag verlängern würde. befristet verträge sind sowieso ein sehr guter leistungsanreiz. wer suckt, der geht. nicht aus rausschmiss, derjenige soll ja nicht sofort auf der straße stehen, aber er kann auch nicht damit rechnen lange weiterbeschäftigt zu werden, da er nicht die leistung erbringt die der arbeitgeber für das gehalt erwartet. find ich korrekt.

[SHIT]Iwi
21. Juni 2005, 14:18
das problem ist eher, dass manche leute einfach wegen jedem kleinen schnupfen zuhause bleiben...

wer wirklich krank ist (z.b. fieber) macht ja während seiner fehlzeit keinen urlaub...

Ghosti-M8
21. Juni 2005, 14:29
find ich totalen blödsinn :8[:
also. ich mein, ich kränkel sehr wenig rum und wenn ich dann mal wirklich krank bin soll mir deswegen mein urlaub gekürzt werden? :stupid: was habe ich denn von der arbeitsfreien woche wenn ich mit fieber oder so zu haus rumgammel?

sowas ähnliches sagte ja [SHIT]Iwi scho :°

Clawg
22. Juni 2005, 11:50
Diese Regelung ist bei Selbststaendigen schon lange gang und gebe. ;)

Urlaub kuerzen... naja, Problem sehe ich darin, dass manche Krankheit (ob vorgetaeuscht oder tatsaechlich) einfach von Stress am Arbeitsplatz herruehrt. Eine solche Regelung entbindet den Arbeitgeber diesbezueglich von jeglicher Verantwortung fuer entsprechende Zustaende am Arbeitsplatz zu sorgen.

Optimale Loesung waere natuerlich, wenn das ueber den Arbeitsvertrag je nach Art der Arbeitsstelle auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber verteilt wird. Bei z.B. Telearbeit von zuhause hat der Arbeitgeber kaum Einfluss auf die Arbeitsbedingungen -> Urlaub 1:1 kuerzen, arbeitet der Arbeitnehmer die meiste vor Ort wuerde ich z.B. 1:1/2 kuerzen.

t3nn0
22. Juni 2005, 12:00
bin dagegen!

es geht nicht darum Schwänzer etc. zu bestrafen die müssen anders herausgefischt werden.

Aber wenn man tatsächlich krank ist! und dadurch Urlaubstage verliert ist das völlig unmenschlich.
Warum sollte sich jemand in der Firma den Arsch aufreißen ohne das bei Krankheit und Urlaub auf ihn Rücksicht genommen wird. Der Arbeitgeber kann nicht machen was er will und genauso wenig die Arbeitnehmer. Gegenseitige Rücksichtnahme ist da ein nettes Stichwort.
Es geht einfach nicht. Jedem Arbeitnehmer stehen Krankheitstage und Urlaubstage zu, die nicht miteinander verrechnet werden dürfen. Was ist das den für eine Ausbeuterstrategie. :mad:

Maverick
22. Juni 2005, 12:22
Das ist der größte Schwachsinn, den ich jemals gehört habe.

Was kann der Mensch dafür, dass er krank wird?

Und durch die Streichung bzw. Einschränkung des Urlaubes erhöht sich das Risiko psychischer Erkrankungen wie z.B. Depressionen meiner Meinung nach nur umso mehr.

Firefield
22. Juni 2005, 12:23
manche hier ham noch nicht den sinn von urlaub verstanden x_X
und manche haben wohl noch nie gearbeitet

SuicideSquad
22. Juni 2005, 12:32
schwachsinn. der aufschwung wird nicht dadurch kommen, dass hier und da ein paar details verändert werden, selbst wenn ein paar millionen eingespart werden.
durch die diskussionen über solche kleinigkeiten entgeht der gesellschaft der blick fürs wesentliche.

Sacknase
22. Juni 2005, 12:47
Original geschrieben von SuicideSquad
schwachsinn. der aufschwung wird nicht dadurch kommen, dass hier und da ein paar details verändert werden, selbst wenn ein paar millionen eingespart werden.
durch die diskussionen über solche kleinigkeiten entgeht der gesellschaft der blick fürs wesentliche.

sehr gut erkannt!

Rautiert.

Cinamon
22. Juni 2005, 14:09
Ich finde, der kritische Beitrag von Syzygy triffts voll!

Für die meisten von uns ist Krankheit ja derzeit kein Thema. Selbst bei voller arbeitstäglicher Auslastung ist man in unsem Alter noch nicht so kaputt von der Anstrengung, dass man vor Erschöpfung vor der Glotze einschläft...
Aber mit zunehmendem Alter kommen manche Arbeitnehmer echt an die Grenze der psychischen und physischen Belastbarkeit. Dann sind Ruhephasen unbedingt nötig und reine Erholungszeiten durch Urlaub auch.
Bei der derzeitigen Wirtschaftslage, die viele um den Arbeitplatz zittern lässt, machen eh viel weniger Leute krank als früher. Wer sich dann trotzdem ins Bett legt, ist echt weit vom Urlaubsfeeling entfernt.

So kommen beispielsweise schmerzhafte Verschleißerkankungen des Bewegungsapparates, chronische Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Herzbeschwerden oft im höheren Alter vor. Die Leistung der Sinnesorgane nimmt ab, die grobe Kraft und reaktive Schnelligkeit
ebenfalls. Sprich Arbeit strengt an.
Und diese älteren Leute werden häufiger krank. Glaubt ihr die lassen sich gesundheitlich stabilisieren, wenn sie wegen der Krankentage ihren Urlaub reduziert bekommen?

Aber auch junge Arbeitnehmer können - von außen unbemerkt - unter chronischen Erkrankungen leiden, die zwar medikamentös kompensiert zu ertragen, aber dennoch körperlich belastend sind.

Ich denke an Epilepsie, Multiple Sklerose, Diabetes Typ I oder auch jugendliche Migräne (echte!!) oder psychosomatische Erkrankungen , die unter Stress noch betonter zu sehen sind.

Sollen die alle durchs Raster fallen und wegen potentiell höherer Fehlzeiten erst gar keinen Job bekommen, auch wenn sie fachlich vielleicht hochqualifiziert sind? Oder sollen sie abbrechen, weil sie bei Kürzung der Urlaubstage noch viel eher Beschwerden bekommen?

Bei Arbeitslosigkeit kosten sie noch mehr Steuergelder.....

Nicht grad easy, die Entscheidung.

@Claw
Viele Selbständige enden in der Insolvenz, dem Bluthochdruck und im Herzinfarkt....

SlannesH
22. Juni 2005, 16:31
Ihr wisst schon das es hier in erster Linie um HANDWERKSBETRIEBE geht. die meisten dieser Betrieben haben nichtmehr als 10 Mitarbeiter (wenn überhaupt). wenn da mal ein mitarbeiter ausfällt, wirkt sich das sehr negativ auf das unternehmen aus.

und der urlaub wird nie 1:1 gekürtzt. 1:5 ist glaub grad im gespräch. und wie gesagt wurde, ist es mir durchaus klar das man während der krankheit keinen urlaubt macht. aber es gibt eben viele leute die am ende nochmal sagen "ach ich fühl mich immernoch nicht so gut, ich häng nochn tag dran".

natürlich wird dadurch der aufschwung nicht kommen, man schützt dadurch allerdings diese handwerksbetriebe vor eben solchen ausfällen, bzw schützt nicht, sondern entlastet in dem fall.

nein ich habe noch nicht "richtig" gearbeitet (von vielen monaten praktikum abgesehen). ich versuche das ganze möglichst objektiv zu betrachten.

und ich sag es nochmal: es soll in erster linie zur entlastung der kleineren handwerksbetriebe (die im übrigen kaum genug geld für freizeitangebote etc. zur verfügung stellen können....) dienen.

mir sind jetzt noch 2 negative aspekte aufgefallen:

1. könnte es passieren das deshalb leute zur arbeite gehen, obwohl sie krank sind. das ist so natürlich nicht gewollt aber könnte passieren.

2. könnte jemand, der 11 tage krank war sich sagen "ich kann noch 3 tage fehlen bis mir noch ein urlaubstag gekürzt wird" ... wäre auch nicht produktiv.


Das diese Lösung DIE Lösung ist, bezweifle ich - natürlich - auch. aber immerhin ist es meiner meinung nach einer überlegung wert... aber das sich die parteien direkt dagegen aussprechen ohne sich große gedanken darüber gemacht haben, finde ich halt totaler müll.

0Smacks0
22. Juni 2005, 17:01
Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass so eine Veränderung wirklich viel bringt.

EDIT
Nicht gleich Syzygy Beitrag gelesen, kann den nur voll unterschreiben, so ähnlich haut auch meine Professorin argumentiert. In den USA ist es dann wirklich so, dass die Leute krank zur Arbeit kommen, Hauptsache sie sind da, auch wenn sie wirklich kaum was zustande bringen...


Original geschrieben von SlannesH
Ihr wisst schon das es hier in erster Linie um HANDWERKSBETRIEBE geht. die meisten dieser Betrieben haben nichtmehr als 10 Mitarbeiter (wenn überhaupt). wenn da mal ein mitarbeiter ausfällt, wirkt sich das sehr negativ auf das unternehmen aus.

Mir wäre neu, dass in Handwerksbetrieben andere Menschen arbeiten...

SlannesH
22. Juni 2005, 17:39
Original geschrieben von @Smacks@
Mir wäre neu, dass in Handwerksbetrieben andere Menschen arbeiten...

das meinte ich ja nicht, ich meinte das, dadurch das in diesen betrieben meist wenig leute arbeiten, sich das stärker auswirkt als bei einem unternehmen wie siemens. und vor allen fallen mit dieser tatsache auch die argumente weg, das die arbeitgeber dann ja weniger für freizeitangebote tuen oder was da alles hier geschrieben wurde, weil diese betrieben es einfach nicht könne. das trifft sich nicht nur auf den handwerksbereich zu.... aber um den geht es in der aktuellen debatte. es sollte von der anzahl der mitarbeiter wie beim kündigungsschutz gemacht werden, also das in betrieben bis (glaub) 15 mitarbeiter diese regelungen gelten.

t3nn0
22. Juni 2005, 17:52
Original geschrieben von SlannesH
Ihr wisst schon das es hier in erster Linie um HANDWERKSBETRIEBE geht. die meisten dieser Betrieben haben nichtmehr als 10 Mitarbeiter (wenn überhaupt). wenn da mal ein mitarbeiter ausfällt, wirkt sich das sehr negativ auf das unternehmen aus.


ganz einfach:

dann sollen die Arbeitsvermittlerfirmen kurzfristig Arbeitsplätze vermitteln.
- Arbeitslose dürften nicht fehlen
- bisschen Arbeitspraxis tut gut (selbst wenn man dann nur Aushilfe ist)

Problem wäre nur, dass der Arbeitgeber den kranken bzw. urlaubnehmenden Arbeitnehmer bezahlen müsste und den Aushilfsarbeiter. Seine Gewinnspanne würde sich verringern. (Leider sieht es wohl eher so aus, dass dann 9 die Arbeit von 10 machen). Obwohl sie immer noch schwarte Zahlen schreiben würde und er den Auftrag schnell erledigen könnte.
Ich denke wohl das sich sowas nicht von alleine finanziert deshalb müsste der Staat Zuschüsse geben. Da dieser ohnehin völlig überlastet ist wird das nicht der Fall sein.

Stellt sich doch der ein Zweifeln am Grundsatz der sozialen Marktwirtschaft ein.
Die Gewinne von heute sind die Investitionen von morgen und die Arbeitsplätze von übermorgen. Tatsache ist: Die Gewinne von heute sind die Entlassungen von morgen und die noch höheren Gewinne von Übermorgen.
Das System der sozialen Marktwirtschaft ist nicht mehr haltbar. Der Kapitalismus ist nicht mehr sozial sondern stellt eine Millionenmenge von Menschen außerhalb seines Systems.
So sollte es wohl demnächst heißen: weniger Arbeit für alle und weniger Wohlstand für alle. (sprich Kompromisse auf beiden Seiten und: face the truth!)

Lösung - Fehlanzeige ?

SlannesH
22. Juni 2005, 18:33
und genau diese kompromisse sind die wenigsten bereit einzugehen. sieht man an diesem thread wenn die leute schreiben "du hast wohl noch nie gearbeitet" o.ä. In wievielen länder gibt es ähnliche sozialbedingungen wie in good old germany? ich glaub kein anderes land unterstützt sozial schwache so wie wir und hat zusätzlich noch sachen wie den kündigungsschutz, urlaubsgesetz, bezahlte krankentage etc.

und genau das ist der grund war deutschland wenig wettbewerbsfähig ist im internationalem vergleich. und auch wenn es nur ein kleiner schritt ist, ist dies doch eine verträglichere maßnahme die unternehmen zu entlasten, als die urlaubstage radikal auf 20 zu reduzieren oder?

SuicideSquad
22. Juni 2005, 18:40
ist doch alles kinderkram. mit sparen wird deutschland nie wettbewerbsfähig im vergleich zu den alten ostblock staaten z.b. damit wird man die abwanderung höchstens verlangsamen, aber früher oder später wird kaum noch was in deutschland produziert werden.
eine lösung wäre, deutschland radikal auf forschung, entwicklung und dienstleistung zu trimmen.

t3nn0
22. Juni 2005, 18:56
um Vorschläge/ Ideen zu geben, die tatsächlich Realität werden könnten mangelt es mir an Fachkenntnis...

aber eins ist wohl sicher die bisher bekannte und vorherrschende soziale Marktwirtschaft in Deutschland wankt!

0Smacks0
22. Juni 2005, 19:10
Original geschrieben von _tènnó_
um Vorschläge/ Ideen zu geben, die tatsächlich Realität werden könnten mangelt es mir an Fachkenntnis...

aber eins ist wohl sicher die bisher bekannte und vorherrschende soziale Marktwirtschaft in Deutschland wankt!

Sagen wir's so: der Berg aus Müll und Unfug, den man auf sie draufgestapelt hat, ist mittlerweile so groß, dass er ins Schwanken gerät...


Original geschrieben von SlannesH


das meinte ich ja nicht, ich meinte das, dadurch das in diesen betrieben meist wenig leute arbeiten, sich das stärker auswirkt als bei einem unternehmen wie siemens. und vor allen fallen mit dieser tatsache auch die argumente weg, das die arbeitgeber dann ja weniger für freizeitangebote tuen oder was da alles hier geschrieben wurde, weil diese betrieben es einfach nicht könne. das trifft sich nicht nur auf den handwerksbereich zu.... aber um den geht es in der aktuellen debatte. es sollte von der anzahl der mitarbeiter wie beim kündigungsschutz gemacht werden, also das in betrieben bis (glaub) 15 mitarbeiter diese regelungen gelten.

Das habe ich schon beim ersten Mal verstanden, aber die oben genannten Probleme(andere werden krank, MA kommen krank zur Arbeit etc pp), die dabei auftauchen, wiegen in einem kleinen Betrieb auch doppelt so schwer!

Außerdem gibt es in kleinen Betrieben sowieso keinen Betriebsrat u.s.w., sodass hier der Chef schon eher den Daumen immer drauf hat. Ich wette, dass bei ner Studie herauskommen würde, dass in solchen Betrieben die Leute weniger blau machen als anders wo. Ich glaube kaum, dass das der Grund sein dürfte für einen Betrieb der Pleite macht...

Comeondieyoung
22. Juni 2005, 19:26
Urlaub ist zur Erholung da, krankheitsbedingte Pausen zur Bekämpfung der Krankheitsursache. Beides sollte getrennt bleiben.

Arwing2
22. Juni 2005, 20:37
es tut mal gut zu lesen, das sich viele hier einig sind, das es unsinnig ist krankheitstage mit urlaubstage zu verrechnen. aus den argumenten von wegen besserer wettbewern in deutschland im internationalen vergleich könnte man eine grundsatzdiskussion um "moral, ethik, menschenrechte" führen. aber lasst die die führungselite nur weiter so mit solchen vorschlägen kommen. die sklaverei in vielen teilen der welt quer durch die geschichte war ja auch immer sehr beliebt um "unternehmen" "wettbewerbsfähig" zu halten.

desweiteren sollten hier echt mal mehr user anfangen "richtig" zu arbeiten, als mit grauer theorie sprüche zu reissen. möchte nicht wissen, wieviele hier nach nem halben tag körperlicher arbeit zum arzt latschen, und vorher aber noch "pro" Verrechnung der Krankheits/Urlaubstage waren...^^