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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der außenpolitische Amoklauf Deutschlands...



0Smacks0
28. Juni 2005, 00:13
Herr Schröder treibt's mal wieder bunt, mal wieder ein Machtwort, mal wieder Außenpolitik mit Innenpolitik gemacht, "seht her, ich hau für Deutschland auch mal auf den Tisch!"

Allein schon folgende Textstelle:

"Er [hier ist Schröder gemeint] habe Bush auf die Leistungen Deutschlands in Irak, Afghanistan und dem Balkan hingewiesen, sagt er. "Daraus leiten wir bestimmte Rechte ab", fährt Schröder fort, etwa "das Recht, an vorderster Stelle mitzuentscheiden [Es geht hier um den Sitz im Sicherheitsrat]"."

Zwei Punkte, die meiner Meinung nach sehr schwer wiegen, wenn es um den Sitz im Sicherheitsrat geht und warum ich den Einsatz für diesen Sitz für - im besten Falle - reine Energieverschwendung halte!

(a) Wie kann man nur zwanghaft etwas fordern, dem das Gegenüber aus rationalen Gründen nicht zustimmen kann, weil es zur Folge hätte, dass seine eigene Handlungsfähigkeit untergraben würde, ja sogar Entscheidungen enorm im Sicherheitsrat erschweren würde.

(b) Wenn in Zukunft Konflikte entstehen, werden niemals Japan, die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich auf der gleichen Position beharren. Gleichzeitig muss sich Deutschland aber IMMER zwangsläufig für irgend jemanden entscheiden, es kann sich im besten Falle höchstens enthalten. Dabei halten wir relativ gute Beziehungen zu vielen dieser Länder, bloß schon jetzt verheddern sich dt. Außenpolitiker (zugegeben Pappnasen wie Fischer und Schröder) in kleinere Konflikte und dummerweise geht es dabei niemals um deutsche Interessen, die das überhaupt wert sind*.

*
Z.B. Deutschland fast allein setzt sich für ein Aufheben des Waffenembargos Chinas ein (Obwohl wir kaum finanziellen Nutzen daraus ziehen würden und die Chinesen das auch nie großartig von uns gefordert hätten), im Gegenzug sollte uns China für einen Sitz im Sicherheitsrat unterstützen, was es aber aus Gründen der Handlungsfähigkeit nicht tat, es lehnte Deutschlands Anliegen ab (Haben hier überhaupt Absprachen exisitert? Das ist ja so ein selten dämlicher Fehlschlag). Gleichzeitig waren darüber freilich die Japaner erbost, die das auch unseren Bundespräsidenten spüren ließen als er zu Besuch in Japan war. Von den USA möchte ich erst gar nicht reden Kurz: Eine Riesen Energieverschwendung um nichts... Jetzt aber wieder in den USA aufzutreten und nach sovielen Schlägen ins Gesicht noch frecherweise den Sicherheitsrat zu fordern, ist ja an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Generell ist nichts gegen Schlitzohren in der Außenpolitik einzuwenden, aber das hier sind einfach nur dämliche und tumbe Aktionen ohne Sinn und Verstand.




http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,362597,00.html


USA-Besuch

Schröder fordert im Oval Office deutsche Rechte ein

Aus Washington berichtet Carsten Volkery

Die Amerikaner rechnen damit, dass Schröder die Wahl verliert und halten ihn für eine "lame duck". Doch im Oval Office trat der Kanzler heute selbstbewusst auf - forderte einen deutschen Sitz im Weltsicherheitsrat. Und allen, die seine Reise als Abschiedsbesuch bewerteten, rief Schröder zu: "Hinten sind die Ente fett".

Kurz ist die Reise, kürzer als geplant. Siebzehn Stunden Flug für sieben Stunden Programm. Ursprünglich wollte der Kanzler noch einen Tag dranhängen und nach San Francisco weiterfliegen, um deutsche Firmen im Silicon Valley zu besuchen. Doch das war vor dem 22. Mai. Seit der Ankündigung von Neuwahlen fällt die außenpolitische Kür weg.

Nur Washington also. Doch so schnell entkommt Schröder beim Abflug am Sonntag der Innenpolitik nicht. Schließlich kommt er direkt von einer Sondersitzung des SPD-Präsidiums, auf der das Wahlmanifest vorgestellt wurde. Erste Frage der mitreisenden Journalisten: Was steht in dem Papier? Schröder wirkt zufrieden. Die Fortsetzung seiner Agenda-Politik ist fest geschrieben. Dafür bekommen die Linken ihre Reichensteuer.

Es ist Schröders siebter Besuch im Weißen Haus seit 1998. Zum ersten Mal lässt Bush ihn im Blair House schlafen, dem Gästehaus gleich gegenüber vom Präsidentensitz, wo es so familiär zugeht, dass die Zimmertüren nicht abgeschlossen werden. Es ist eine besondere Ehre. Noch besser wäre nur die Einladung in den Lincoln Bedroom oder auf Bushs Ranch in Crawford, doch die wird Schröder wohl nicht mehr zuteil werden.

Die Zeit nach Schröder

In der amerikanischen Hauptstadt gilt Schröder als "lame duck", weil ihm im September die Abwahl droht. Die konservativen Eliten notieren die wahrscheinliche Niederlage des Irakkrieg-Gegners mit Genugtuung. "Jeder in Washington blickt auf die Zeit nach Schröder", hatte Stephen Szabo, Professor für Europa-Studien an der Johns-Hopkins-Universität, SPIEGEL ONLINE bereits am Samstag gesagt.

Doch heute lässt sich davon niemand etwas anmerken. Als ganz normaler Arbeitsbesuch wird das Treffen von beiden Seiten verkauft. Am Ende darf Schröder sogar früher kommen als geplant und so inklusive Mittagessen drei Stunden mit Bush reden. "Das ist schon Quality Time", freut sich ein deutscher Diplomat.

Vielleicht will er allen zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist, jedenfalls nutzt Schröder die Gelegenheit, um im Oval Office deutsches Selbstbewusstsein zu demonstrieren. Im Büro des US-Präsidenten, unter dem Porträt von George Washington, fordert er offensiv einen Platz im Uno-Sicherheitsrat. Er habe Bush auf die Leistungen Deutschlands in Irak, Afghanistan und dem Balkan hingewiesen, sagt er. "Daraus leiten wir bestimmte Rechte ab", fährt Schröder fort, etwa "das Recht, an vorderster Stelle mitzuentscheiden".

So deutlich formulieren sonst nur Supermächte ihren Machtanspruch. Als die Dolmetscherin dies übersetzt, zeichnet sich aufs Bushs Gesicht der Anflug von einem Grinsen ab. Er lässt das Begehr abprallen, wie schon Außenministerin Condoleezza Rice vor zwei Wochen, als Joschka Fischer zu Besuch war.

Diplomatisch entgegnet Bush: "Wir lehnen die Kandidatur keines Landes ab". Man sei vielmehr für eine breite Reform der Uno. Dahinter verbirgt sich das alte Spiel auf Zeit: Die Amerikaner verweisen auf weiteren Diskussionsbedarf in der Hoffnung, dass sich das Thema irgendwann im Widerstreit der Interessen der Uno-Mitglieder von selbst erledigt. Die USA halten nichts von Erweiterung des Sicherheitsrats von 15 auf 25 Mitglieder, wie sie die G4-Staaten (Brasilien, Indien, Deutschland und Japan) vorschlagen.

"Gern zur Kenntnis genommen"

Schröder freilich interpretiert Bushs Floskel freizügig in eine halbe Zusage um. "Ich habe gerne zur Kenntnis genommen, dass es keinen Widerstand des Präsidenten gegen einen deutschen Sitz gibt", sagt er. Für ihn drängt die Zeit, die deutsche Regierung will die Resolution schon im Juli zur Abstimmung stellen lassen. Man sei auf der "Zielgeraden", wird in deutschen Regierungskreisen gerne gesagt.

Die Positionen haben sich also nicht wirklich angenähert. Doch die Stimmung im Oval Office ist gelöst. Die beiden Regierungschefs sitzen in gelben Sesseln vor dem Kamin. Trotz Klimaanlage sind ihre Gesichter gerötet.

Neben Bushs Schreibtisch wachen die deutsche und die amerikanische Delegation, darunter Vizepräsident Dick Cheney und Condoleezza Rice. Lautes Gelächter gibt es, als es um Schröders politische Zukunft geht. Gefragt, ob er Schröder für den Wahlkampf die Daumen drücke, antwortet Bush zunächst ausweichend: "Er hat Glück, dass er nur so einen kurzen Wahlkampf hat. Ich erinnere mich an meine monatelangen Wahlkämpfe".

Doch dann lobt er "Gerhard" als "erfahrenen politischen Wahlkämpfer" - was ironisch klingt, schließlich hatte Schröder seinen letzten Wahlkampf gegen Bush, den Irak-Feldherrn, geführt. "Wir haben ein Sprichwort in Texas", fährt Bush unter dem Gelächter der Anwesenden fort. "Es wird nicht sein erstes Rodeo sein". Schröder lacht und fügt gutgelaunt sein eigenes Sprichwort an: "Hinten sind die Enten fett" - eine Ankündigung, dass er noch nicht ausgezählt ist.

Beiden kommen die gemeinsamen Fotos gelegen. Bush kann jede zusätzliche internationale Legitimation gebrauchen, er steht innenpolitisch wegen der sich zuspitzenden Irak-Krise unter Druck. Und auch Schröder nutzt die Rolle als Staatsmann. Besonders gut gefallen hat dem Regierungslager die Meldung vom Wochenende, dass CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel sich vor dem traditionellen Washington-Besuch vor der Wahl drücke, weil die Assoziation mit Bush ihre Wahlaussichten schmälern könnte. "Man kann auch übertaktieren", heißt es dazu süffisant in der Regierung.

Wie schon beim Treffen in Mainz im Februar üben Schröder und Bush den Schulterschluss. Nur wenn Europa und die USA stark seien, könne die Ausbreitung von Frieden und Demokratie auf den Rest der Welt gelingen, sagen beide unisono und arbeiten sich durch die Liste der üblichen Krisenherde. Mit der überraschenden Wahl des Fundamentalisten Mahmoud Ahmadinedschad zum Präsidenten am Wochenende hatte sich Iran weit nach oben auf der Agenda geschoben. Beobachter befürchten, dass damit der Konflikt über das Atomprogramm wieder aufbrechen könnte. Die "New York Times" beruft sich auf Regierungsquellen, die einen "Krisensommer" vorhersagen. Schon im Februar war über einen amerikanischen Militärschlag spekuliert worden.

Doch Bush beruhigt. Man setze weiter auf die Verhandlungen der EU-3, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, mit dem Iran. Die USA und Europa müssten eine "starke, einige Botschaft" senden, die da laute: Iran darf keine Atombombe haben. Bis Ende Juli hat Iran das Atomprogramm ausgesetzt, dann soll eine erste Zwischenbilanz gezogen werden.

Nach dem Mittagessen im "Family Dining Room" des Weißen Hauses geleitet Bush seinen Gast noch bis zum Eingang des Westflügels. Goodbye Gerhard? Die genauen Abschiedsworte bleiben geheim. Aber, so Schröder, Bush habe ihm "Glück für mein Leben" gewünscht.

[pG]havok
28. Juni 2005, 01:16
solch einfachen policy analysen lernst du jeh nach uni im 1 bis 3. semester politische wissenschaft.

Devotika
28. Juni 2005, 01:28
Ganz abgesehen davon, dass die Aktion Müll ist und die UN anderweitig reformiert werden sollte: ein Land, dass langfristig vor'm Staatsbankrott steht und politisch höchst instabil werden könnte, sollte sich nicht so wichtig machen und sich doch besser erst auf seine eigenen Probleme konzentrieren.

0Smacks0
28. Juni 2005, 01:47
Original geschrieben von Devotika
Ganz abgesehen davon, dass die Aktion Müll ist und die UN anderweitig reformiert werden sollte: ein Land, dass langfristig vor'm Staatsbankrott steht und politisch höchst instabil werden könnte, sollte sich nicht so wichtig machen und sich doch besser erst auf seine eigenen Probleme konzentrieren.

#2
Der Meinung bin ich sowieso auch. Zusätzlich werden wir der Verantowrtung in Europa, die wir auf uns genommen haben, nicht gerecht.


Original geschrieben von haviii
solch einfachen policy analysen lernst du jeh nach uni im 1 bis 3. semester politische wissenschaft.

Das hoffe ich doch. Im Moment habe ich meine Meinung noch nirgends gesehen... Außerdem will ich nicht mal groß im wissenschaftlichen SInne irgend was analysieren, dass hier ist größtenteils Tageszeitungwissen gepaart mit einer gewissen Portion Pessimismus aus Geschichtsbüchern...

aMrio
28. Juni 2005, 02:05
seit wann ist der absolut zur internet-bild degenerierte spiegel (ganz offensichtlich deine hauptinformationsquelle) eine tageszeitung? und aus welcher tageszeitung und wo in der geschichte hast du deine schlußfolgerungen her?


Original geschrieben von @Smacks@

(a) Wie kann man nur zwanghaft etwas fordern, dem das Gegenüber aus rationalen Gründen nicht zustimmen kann, weil es zur Folge hätte, dass seine eigene Handlungsfähigkeit untergraben würde, ja sogar Entscheidungen enorm im Sicherheitsrat erschweren würde.

nun, ich nenne sowas rückgrat. er setzt sich gegen alle widrigkeiten dennoch für die deutsche sache ein. dass für _dich_ rückgrat = dumm ist war aber klar.


Original geschrieben von @Smacks@

(b) Wenn in Zukunft Konflikte entstehen, werden niemals Japan, die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich auf der gleichen Position beharren. Gleichzeitig muss sich Deutschland aber IMMER zwangsläufig für irgend jemanden entscheiden, es kann sich im besten Falle höchstens enthalten. Dabei halten wir relativ gute Beziehungen zu vielen dieser Länder

andere schaffen diesen spagat auch, sowas nennt man dann politik/diplomatie. guten morgen!


Original geschrieben von @Smacks@

bloß schon jetzt verheddern sich dt. Außenpolitiker (zugegeben Pappnasen wie Fischer und Schröder) in kleinere Konflikte

beispielsweise? eindeutige meinungen empfinde ich nicht als verhedderei. gerade in der außenpolitik war deutschland doch stark in den letzten jahren, ganz im gegensatz zur innenpolitik.


Original geschrieben von @Smacks@

und dummerweise geht es dabei niemals um deutsche Interessen, die das überhaupt wert sind*.

warum ist ein ständiger sitz im sicherheitsrat es nicht wert diesen einzufordern und auch was dafür zu tun? daß die uno reformiert werden muß ist hier ja offenbar unumstritten .. aber wer sollte dies besser in die wege leiten als ein uno mitglied mit einem ständigen sitz?
die spd hat sich außenpolitisch nunmal weltverbesserei auf die fahnen geschrieben (und das ist auch gut so) und sie versucht dabei den legalen weg über alle instanzen zu beschreiten anstatt irgendwas hintenrum zu machen. was ist daran verwerflich?


Original geschrieben von @Smacks@

Z.B. Deutschland fast allein setzt sich für ein Aufheben des Waffenembargos Chinas ein (Obwohl wir kaum finanziellen Nutzen daraus ziehen würden

ja und genau deswegen ist es absolut sinnlos in dem anderen thread weiter mit dir zu reden, weil du jedes argument welches nichts mit finanziellen vorteilen zu tun hat überhaupt nicht kapierst weil es sowas in deiner gedankenwelt überhaupt nicht zu geben scheint. du bist doch ein ossi, hör meinetwegen mal die prinzen oder sowas :8[:. geld geld geld geld geld

Arwing2
28. Juni 2005, 02:27
Original geschrieben von Devotika
Ganz abgesehen davon, dass die Aktion Müll ist und die UN anderweitig reformiert werden sollte: ein Land, dass langfristig vor'm Staatsbankrott steht und politisch höchst instabil werden könnte, sollte sich nicht so wichtig machen und sich doch besser erst auf seine eigenen Probleme konzentrieren.

korrekt ausgedrückt. so siehts mal aus.

0Smacks0
28. Juni 2005, 10:12
@ amiro

Mit jemanden der seinen Frust aus nem anderen Thread abbauen muss, habe ich erst mal keine Lust zu diskutieren. Man kommt ja sowieso nicht auf einen Nenner, weil man es erst gar nicht will...

Vielleicht geh ich später drauf ein, obwohl ich mir auch, wenn ich die alten Threads noch finde, mit Copy & Paste antworten könnte...

Ich lese mehr Tageszeitung als die meisten hier, teilweise auch in der Bibliothek, so dass ich mir keine Sorgen darüber mache, zu wenig zulesen. Übrigens Spiegel-Online hat eine eigene Redaktion von 50 Mitarbeitern und dürfte daher besser gepflegt sein als viele andere Zeitungen. Und aktuelle Informationen gibt es da nun mal am schnellsten, da die glaube ich alle 3 Stunden aktualisieren. Und in der Geschichte stütz ich mich eher auf die Deutsche der letzten 500 Jahre.

Na ja, doch ein zwei Punkte:


Original geschrieben von aMrio
[b]
nun, ich nenne sowas rückgrat. er setzt sich gegen alle widrigkeiten dennoch für die deutsche sache ein. dass für _dich_ rückgrat = dumm ist war aber klar.

Tja, zur Presse hin, bloß wie wäre es mit Zusammenarbeit vor Ort, einem vorsichtigen Abtasten, ob denn diese unverschämte Forderung überhaupt ankommt? Stattdessen schaut ein Fischer oder Schröder immer nur wie er sich innenpolitisch medienwirksam im Ausland in Szene setzt. Und bei manchen Fehlgeleiteten können sie damit noch Eindruck schinden, mit ihren trotzigen Reaktionen zeigen sie schließlich "Rückgrat".



Original geschrieben von aMrio
ja und genau deswegen ist es absolut sinnlos in dem anderen thread weiter mit dir zu reden, weil du jedes argument welches nichts mit finanziellen vorteilen zu tun hat überhaupt nicht kapierst weil es sowas in deiner gedankenwelt überhaupt nicht zu geben scheint. du bist doch ein ossi, hör meinetwegen mal die prinzen oder sowas :8[:. geld geld geld geld geld
Das ist nicht wahr, das kurzfristige schielen auf Geld ist mir fremd. Zumal es logischerweise nichts bringt, wenn einem morgen dafür der ganze Laden um die Ohren fliegt...


Original geschrieben von aMrio

andere schaffen diesen spagat auch, sowas nennt man dann politik/diplomatie. guten morgen!

Ah ja, schau dir doch mal an, in welchen freundschaftlichen Verhältnis sich Frankreich und die USA seit Jahrzehnten befinden. Schau dir an, wie gerne sich China und die USA haben. Als kleine Macht ist man dort zum Statisten degradiert, wenn man sich klug verhält, siehe Frankreich und Großbritannien zu Zeiten des Kalten Krieges... Dann muss man sich allerdings fast schon für eine Seite entscheiden. Oder man enthält sich ständig (Was bei China für einige Jahrzehnte zur Isolation führte). Ist man dort nicht drin, hat man als kleinere Macht wesentlich mehr Freiheit seine Außenpolitik zu gestalten. Und wenn wir und als Wirtschaftsmacht definieren und nicht gerade darauf aus sind großartig in politischen Konflikten rumzurühren, von denen wir eh nichts verstehen, dann fahren wir ohne Sitz besser. Und es ist auch besser für ein Exportland, sich nirgends großartig einzulassen, denn das könnte in vielerlei hinsicht schlecht für das Geschäft sein.

Drey
28. Juni 2005, 10:33
Original geschrieben von @Smacks@

*
Z.B. Deutschland fast allein setzt sich für ein Aufheben des Waffenembargos Chinas ein (Obwohl wir kaum finanziellen Nutzen daraus ziehen würden und die Chinesen das auch nie großartig von uns gefordert hätten),



Diese Aussage ist so nicht ganz korrekt. Bei einem der Chinabesuche hat Schröder mit deinen Wirtschaftexperte eine Menge Verträge geschlossen (Waffen und Waren export/import). Natürlich mit dem Versprechen das Waffenembargo aufzulösen.

0Smacks0
28. Juni 2005, 10:46
Original geschrieben von Drey


Diese Aussage ist so nicht ganz korrekt. Bei einem der Chinabesuche hat Schröder mit deinen Wirtschaftexperte eine Menge Verträge geschlossen (Waffen und Waren export/import). Natürlich mit dem Versprechen das Waffenembargo aufzulösen.

Schau dir mal die Zahlen an, ich fand die damals unbedeutend. Zumal fraglich ist, wieviel inszeniert war und wieviel deutsche Unternehmen sowieso bekommen hätten.

Allerdings liegt mein Fehler darin, dass ich behauptete, die Chinesen hätten keine großartigen Forderungen gestellt. Im Gegenteil sie haben sich leicht erpresserisch verhalten.



Am Rande des Besuchs wurden 22 Verträge unterzeichnet, darunter der Kauf von 23 Airbus-Flugzeugen durch Air China im Wert von einer Milliarde Euro.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer unterzeichnete Verträge über 180 Drehstromlokomotiven im Wert von 360 Millionen Euro und für Strom-Schaltanlagen im Wert von 210 Millionen Euro. Die Axel Springer AG vereinbarte die Herausgabe einer chinesischen Ausgabe von "Auto-Bild". Der Kauf von 23 Airbus-Flugzeugen vom Typ A319 und A330 ist Regierungskreisen zufolge der erste Teil eines Gesamtgeschäfts von 70 Flugzeugen.


Weiß jemand wie sehr diese Geschäfte von dem Einsatz Deutschlands sich gegen ein Waffenembargo durchzuringen, abhingen? Siemens ist ja z.B. schon länger in China aktiv, hat also Verbindungen dort hin usw.. Und solche Verträge werden ja nicht mal eben aufgesetzt, da gehen ja lange Verhandlungen voraus.

SlannesH
28. Juni 2005, 13:56
Weiß jemand wie sehr diese Geschäfte von dem Einsatz Deutschlands sich gegen ein Waffenembargo durchzuringen, abhingen?

es geht für deutschland nicht in erster linie um den großen export von waffen. es geht darum gute beziehungen zu china aufzubauen.


Tja, zur Presse hin, bloß wie wäre es mit Zusammenarbeit vor Ort, einem vorsichtigen Abtasten, ob denn diese unverschämte Forderung überhaupt ankommt? Stattdessen schaut ein Fischer oder Schröder immer nur wie er sich innenpolitisch medienwirksam im Ausland in Szene setzt. Und bei manchen Fehlgeleiteten können sie damit noch Eindruck schinden, mit ihren trotzigen Reaktionen zeigen sie schließlich "Rückgrat".

was ist bitte falsch daran seine interessen offen auf den tisch zu legen? und ich bezweifle ganz ehrlich das auch nur eine der anderen Parteien in Deutschland es innenpolitisch besser gemacht hätten.

@amiro: obwohl ich dir im großen zustimme, stört mich diese kleine sache


du bist doch ein ossi, hör meinetwegen mal die prinzen oder sowas . geld geld geld geld geld

spinnst wohl !

0Smacks0
28. Juni 2005, 15:36
Original geschrieben von SlannesH


es geht für deutschland nicht in erster linie um den großen export von waffen. es geht darum gute beziehungen zu china aufzubauen.


Auf Kosten der Beziehungen zu Japan und den USA. Und dann das Ganze fast noch im Alleingang. Letztlich haben wir es hier immer noch mit einem totalitären Staat zu tun. Zu dem stehen die Chinesen nicht unbedingt 100% zu ihren Verträgen, wenn man mal das Geschäftsgebaren der Chinesen heranzieht.


Original geschrieben von SlannesH
was ist bitte falsch daran seine interessen offen auf den tisch zu legen? und ich bezweifle ganz ehrlich das auch nur eine der anderen Parteien in Deutschland es innenpolitisch besser gemacht hätten.


Daran ist nichts falsch, man sollte aber das Gegenüber nicht überrumpeln und vorher abwiegen, ob man das überhaupt durch bekommt und ob es für einen selbst sinnvoll ist. Alles andere ist entweder ein außenpolitisches Manöver um jemanden eine Abfuhr zu erteilen oder schlimmer: hirnlos,

WandMannWand
28. Juni 2005, 15:56
Original geschrieben von @Smacks@
Herr Schröder treibt's mal wieder bunt, mal wieder ein Machtwort, mal wieder Außenpolitik mit Innenpolitik gemacht, "seht her, ich hau für Deutschland auch mal auf den Tisch!"

Allein schon folgende Textstelle:

"Er [hier ist Schröder gemeint] habe Bush auf die Leistungen Deutschlands in Irak, Afghanistan und dem Balkan hingewiesen, sagt er. "Daraus leiten wir bestimmte Rechte ab", fährt Schröder fort, etwa "das Recht, an vorderster Stelle mitzuentscheiden [Es geht hier um den Sitz im Sicherheitsrat]"."

Zwei Punkte, die meiner Meinung nach sehr schwer wiegen, wenn es um den Sitz im Sicherheitsrat geht und warum ich den Einsatz für diesen Sitz für - im besten Falle - reine Energieverschwendung halte!

(a) Wie kann man nur zwanghaft etwas fordern, dem das Gegenüber aus rationalen Gründen nicht zustimmen kann, weil es zur Folge hätte, dass seine eigene Handlungsfähigkeit untergraben würde, ja sogar Entscheidungen enorm im Sicherheitsrat erschweren würde.

(b) Wenn in Zukunft Konflikte entstehen, werden niemals Japan, die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich auf der gleichen Position beharren. Gleichzeitig muss sich Deutschland aber IMMER zwangsläufig für irgend jemanden entscheiden, es kann sich im besten Falle höchstens enthalten. Dabei halten wir relativ gute Beziehungen zu vielen dieser Länder, bloß schon jetzt verheddern sich dt. Außenpolitiker (zugegeben Pappnasen wie Fischer und Schröder) in kleinere Konflikte und dummerweise geht es dabei niemals um deutsche Interessen, die das überhaupt wert sind*.

*
Z.B. Deutschland fast allein setzt sich für ein Aufheben des Waffenembargos Chinas ein (Obwohl wir kaum finanziellen Nutzen daraus ziehen würden und die Chinesen das auch nie großartig von uns gefordert hätten), im Gegenzug sollte uns China für einen Sitz im Sicherheitsrat unterstützen, was es aber aus Gründen der Handlungsfähigkeit nicht tat, es lehnte Deutschlands Anliegen ab (Haben hier überhaupt Absprachen exisitert? Das ist ja so ein selten dämlicher Fehlschlag). Gleichzeitig waren darüber freilich die Japaner erbost, die das auch unseren Bundespräsidenten spüren ließen als er zu Besuch in Japan war. Von den USA möchte ich erst gar nicht reden Kurz: Eine Riesen Energieverschwendung um nichts... Jetzt aber wieder in den USA aufzutreten und nach sovielen Schlägen ins Gesicht noch frecherweise den Sicherheitsrat zu fordern, ist ja an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Generell ist nichts gegen Schlitzohren in der Außenpolitik einzuwenden, aber das hier sind einfach nur dämliche und tumbe Aktionen ohne Sinn und Verstand.




http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,362597,00.html



zu a) sag ich nur, dass schröder bereit ist, auf 10 jahre hin das vetorecht nicht zu nutzen sozusagen als eine art kompromissvorschlag...


dein politischer amoklauf smacks beunruhigt mich schon seit langem du erzkonservativer vollidiot

0Smacks0
28. Juni 2005, 16:40
Original geschrieben von Gaethaa


zu a) sag ich nur, dass schröder bereit ist, auf 10 jahre hin das vetorecht nicht zu nutzen sozusagen als eine art kompromissvorschlag...


dein politischer amoklauf smacks beunruhigt mich schon seit langem du erzkonservativer vollidiot
Früher war ich immer zu links, dabei habe ich mich gar nicht groß in meiner Position geändert, das Forum muss also linker geworden sein...

Baal106
28. Juni 2005, 19:30
Original geschrieben von Devotika
Ganz abgesehen davon, dass die Aktion Müll ist und die UN anderweitig reformiert werden sollte: ein Land, dass langfristig vor'm Staatsbankrott steht und politisch höchst instabil werden könnte, sollte sich nicht so wichtig machen und sich doch besser erst auf seine eigenen Probleme konzentrieren.

von welchen land sprichst du? 8[

0Smacks0
28. Juni 2005, 20:20
Original geschrieben von Baal106


von welchen land sprichst du? 8[
Deutschland?

Hans333
28. Juni 2005, 20:21
SCHLAND?

CraZyYoDa
28. Juni 2005, 20:36
Fakt ist aber,dass wir einer der größten Beitragszahler sind,weltweit uns engagieren: Afghanistan,Vermittlung im Iran,im Gegensatz zu Ländern wie z.b Frankreich oder Japan.Das der Sicherheitsrat
der veränderten Welt angepasst werden muss,ist eine schlichte
bevölkerungstechnische Tatsache,genauso wie ,dass die südliche Erdhalbkugel unterrepräsentiert ist. Das Deutschland bei der
nächsten Reform ständiges Mitglied wird,ist einfach nur eine
logische Konsequenz aus der momentanen Realpolitik und hat
weder mit Größenwahn noch Naivität zu tun.Was ,letzendlich
rauskommen wird,steht in den Sternen,doch auch in Amerika wird langsam erkannt,dass die amerikanische Vormachtsstellung in
Weltbank,IWF und der Uno binnen wenigen Jahrzehnten an der
politischen Realität zerbrechen wird.Ich würde darum auf das momentane Geschätz von allen Seiten wenig geben,denn wenn es
wirklich konkret wird,können auch die Amerikaner sich nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen,für die Organisation,die sie maßgeblich
mitaufgebaut und geprägt haben, und ohne die sie in Zukunft scheitern werden.