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  1. #121
    Banshee Benutzerbild von sesslor
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    Zitat Zitat von Gipetto Beitrag anzeigen
    Mal ne Frage von jemandem der sich überhaupt nicht mit der Materie auskennt:

    Wenn man eine Psychische Krankheit (kein Plan was, down syndrom oder so) hat, wieso kann man nicht einfach sagen: "ach scheiß drauf, das leben ist doch unterm Strich schon geil!" Ist das eine Sache des Kopfes? Oder der Einstellung? Oder des Körpers? Gibts dazu überhaupt eine Erklärung?

    Also ich will ehrlich nicht trollen, mich interessiert das einfach.
    Jo du kannst auch als Querschnittsgelaehmter ohne Probleme Weltmeister im Bodenturnen werden, is ne reine Einstellungssache. Ich will auch keineswegs trollen.

    Jetzt mal im Ernst: natuerlich muss man wohl versuchen, mir der jeweiligen psychischen Krankheit umzugehen. Manche sind vielleicht trotz Behinderung gluecklich, warum auch nicht. Irgendwie macht deine Frage halt einfach trotzdem Null Sinn.

  2. #122
    Savassan / Jake Ramsey Benutzerbild von Nilso
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    Zitat Zitat von Gipetto Beitrag anzeigen
    Mal ne Frage von jemandem der sich überhaupt nicht mit der Materie auskennt:

    Wenn man eine Psychische Krankheit (kein Plan was, down syndrom oder so) hat, wieso kann man nicht einfach sagen: "ach scheiß drauf, das leben ist doch unterm Strich schon geil!" Ist das eine Sache des Kopfes? Oder der Einstellung? Oder des Körpers? Gibts dazu überhaupt eine Erklärung?

    Also ich will ehrlich nicht trollen, mich interessiert das einfach.
    a) Down Syndrom ist jetzt keine KLASSISCHE psychische Krankheit, sondern wohl eher ein Gendeffekt mit weitreichenden Konsequenzen.
    b) Psychische Krankheiten haben oftmals organische Ursache, lassen sich also nicht einfach mal so 'wegdenken'.
    "Hach, Ihr wunderbar vielfältiges Angebot an stillen Mineralwässern gibt mir jedes mal wieder dieses Gefühl von wahrer Freiheit!"

  3. #123
    Iatros
    Guest
    Zitat Zitat von Gipetto Beitrag anzeigen
    Mal ne Frage von jemandem der sich überhaupt nicht mit der Materie auskennt:

    Wenn man eine Psychische Krankheit (kein Plan was, down syndrom oder so) hat, wieso kann man nicht einfach sagen: "ach scheiß drauf, das leben ist doch unterm Strich schon geil!" Ist das eine Sache des Kopfes? Oder der Einstellung? Oder des Körpers? Gibts dazu überhaupt eine Erklärung?

    Also ich will ehrlich nicht trollen, mich interessiert das einfach.
    Das Down Syndrom ist eine angeborene Trisomie 21, also eine Chromosomenaberration. Normalerweise haben gesunde Menschen das Chromosom 21 nur 2 mal in jeder Körperzelle, Down Patienten haben es dreifach aufgrund einer Störung, die bereits in den Keimzellen (Eizelle oder Spermium) verankert lag. Es handelt sich hierbei auch nicht um eine psychische Krankheit, sondern um eine genetische Krankheit, die mit einer geistigen Behinderung einher geht. Frühförderung im Kleinkindesalter vermag da noch einiges an Lernfähigkeit zu unterstützen...solche Menschen sind meist fröhlicher, friedlicher und anhänglicher Grundstimmung, können in Gärtnereien oder als Küchenhilfe leichte Tätigkeiten übernehmen und in betreuten Wohngemeinschaften unter Ergotherapeutischer Unterstützung ein würdiges und oft auch glückliches Leben führen.
    Hier handelt es sich keinesfalls um eine psychische Erkrankung, sondern um eine chromosomal bedingte Behinderung!

    Edit:
    Bei uns gilt der Leitspruch "Erst nach Ausschluss eines organischen Korrelates darf an eine psychische, also seelische Ursache der geschilderten Beschwerden gedacht werden!" das bedeutet, dass beispielsweise zunächst ausgeschlossen werden muss, dass eine Schilddrüsenstörung der Auslöser einer depressiven Verstimmung ist...oder eine andere organische Funktionsstörung vorliegt (z. B. Hirntumor, hormonelle Dysbalance, etc. etc.). Dann würde es sich nämlich um ein organisches Psychosyndrom handeln.
    Wir reden hier von seelischen Befindlichkeitssörungen!
    Geändert von Tarkleigh (06. Februar 2012 um 19:42 Uhr) Grund: Keine Diskussion über Mod-Entscheidungen im Thread

  4. #124
    Thor Benutzerbild von Gipetto
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    Danke an Nilso und Iatros. Mir fehlt da absolut der Bezug, deswegen hab ich da auch so wenig Ahnung.

  5. #125
    Iatros
    Guest
    Kein Problem.

  6. #126
    Iatros
    Guest
    @Safran
    Ich habe über Tom und Dich nachgedacht.
    Du wunderst dich, dass Tom deinen Blick nicht halten kann?
    Dein guter Freund spürt mehr, als du dir vorstellen kannst. Er fühlt, dass du das Elend nicht sehen kannst. Dass du seinen Zustand nicht aushältst. Deine Unsicherheit in der Begegnung mit ihm löst einen Schub von Schwäche aus. Du nämlich signalisierst diese Aura hilflos unterdrückter Midleidsbezeugung. Wie krass muss ihm seine eigene „Unzulänglichkeit , normale(?) Alltagsbelastungen zu meistern“ bewusst werden, wenn du ihm das labile Wrack spiegelst, das du in ihm siehst. In einer Augenblickaufnahme.
    Kennst du das nicht? Die tägliche Routine klappt ganz gut, beinahe zum Übermütig werden. Die sensible Stelle der Achillesferse ist fast vergessen, - bis da auf einmal wieder ein Erinnerungsfetzen in uns daher geweht kommt, der plötzlich dieses verhasste Gefühl von ängstlicher Unruhe in uns aufwallen lässt.
    Jeder hat so eine empfindliche Stelle. Bei Einem ist sie größer und oberflächlich, beim Anderen liegt sie tiefer und vielleicht besser geschützt. Aber es gibt sie. Manche haben nicht nur empfindliche Stellen, sie haben ausgedehnte Wundflächen. Da gestaltet sich die Behandlung schwierig.
    Warum besuchst du Tom nicht mal und nimmst ihn mit in eine ganz andere Umgebung. Schenk ihm Zeit mit dir ganz ohne Terminzwang, ohne Vorausplanung von Unternehmungen, ohne Druck. Nehmt die Instrumente mit und macht Musik.
    Ich würde euch Wangerooge vorschlagen. Gigantisch um diese Jahreszeit. Ihr müsstet nur warten, bis die (derzeit vereiste) Zufahrt für die Fähren wieder freigegeben ist.

    Hab Geduld mit dem, was er zu erzählen hat. Vielleicht kannst du ihm einen Weg aufzeigen.
    Das verstehe ich unter Freundschaft.

  7. #127
    Raven Benutzerbild von FASaFraN
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    Zitat Zitat von FASaFraN Beitrag anzeigen
    Ich hatte einen guten Freund.
    Zitat Zitat von FASaFraN Beitrag anzeigen
    Du trägst keine Verantwortung
    Ich glaube du hast nicht richtig gelesen.
    Zitat Zitat von RyaReisender Beitrag anzeigen
    Auch hier habe ich einige Erfahrungen gesammelt. Leider kann ich in Real mein Geschlecht nicht sonderlich gut verbergen, um Erfahrungen in dieser Richtung zu sammeln, aber im Internet, habe ich mittlerweile seit einer langen Zeit eine weibliche Identität in die ich etwa 3 Stunden pro Tag investiere und habe mir auch schon einige Freundeskreise aufgebaut.

  8. #128
    Iatros
    Guest
    Zu schade. Genau so hatte ich dich eingeschätzt.

    Du ziehst dir hier den falschen Stiefel an!
    Wann müsstest du denn Verantwortung übernehmen oder zur Verantwortung gezogen werden?
    Doch nur dann, wenn du unmittelbarer Auslöser der seelischen Erkrankung gewesen wärst. Das warst du aber nicht. Du warst sein Freund!

    Der labile psychische Zustand deines Freundes kann die verschiedensten Ursachen haben. Er kann die Folge sehr negativer, vielleicht grausamer Erfahrungen in der Kindheit oder Jugend sein, - aber auch einfach endogen durch ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern begründet sein. Möglich, dass überhaupt keine ersichtlichen Auslöser zu finden sind. Es gibt einfach unglaublich(?) sensible Menschen mit sehr vorsichtiger, ängstlicher Grundhaltung, die sich ständig mit Zukunfts- und Versagensängsten quälen und in einem fortwährenden Überforderungssyndrom durch die Erwartungshaltung ihrer Umgebung gefangen sind.
    Du weißt nicht, wie einsam und verlassen ein Betroffener sich fühlt.
    Niemand kann einen Freund mehr brauchen, als er.

    Was glaubst denn du, weshalb ich Wangerooge vorgeschlagen habe? Wangerooge im eisigen, schneebedeckten Februar?

    Weil es eine Insel ist. Weit weg vom Alltag, von beruflicher Verpflichtung, häuslicher Routine, von Action, von Party, von Anforderungen aller Art.
    Weil sie zauberhaft verfremdet ist mit dem Schaum festgefrorener Wellen und der erstarrten Gischt am Strand, ähnlich einer natürlichen Langlaufloipe.
    Weil da so leicht keiner hinkommt um diese Jahreszeit und du maximal 5 Leuten in drei Stunden Wanderung durch die Eislandschaft begegnest.
    Weil man nicht viel reden muss und genug Luft bekommt, um sich leichter zu fühlen.

    Ihr wart keine Freunde. Ihr wart eine Gruppe Halbstarker, die Musik gemacht hat. Wie Boote auf dem Meer, die bei relativer Windstille eine zeitlang nebeneinender hergleiten, aneinender vorbeifahren, sich überholen, vielleicht kurzfristig wieder einholen und dann doch aus den Augen verlieren. Jeder segelt in seinem Tempo in seine Richtung.
    Auf einen Freund wartet man. Man schleppt ihn sogar ab, wenn es sein muss. In den nächsten sicheren Hafen. Oder man holt Hilfe.

    In einer wirklichen Freundschaft versteht es sich von selbst, den anderen so anzunehmen, wie er ist. Richtige Freunde begleiten einander durch Höhen und Tiefen in einem lebenslangen Lernprozess.

    Ich hatte dich nur aufgefordert, dem "Freund" Zeit, Verständnis und Geborgenheit zu schenken. Vielleicht hättest du für ihn sowas wie ein Leuchtturm sein können, der ihm zur Orientierung hilft.

    Aber du warst nur so ein Schiff, das zufällig mal seine Route gekreuzt hat. Mehr nicht.

  9. #129
    Ghost Benutzerbild von CellI
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    Oh du wunderschöne blumige Welt.

    Das ist ja filmreif. Da wird einem auch immer vorgemacht, dass man einfach mal mit einem guten Freund über alles reden muss. Alles muss einmal raus. Das Innerste wird nach außen gekehrt, am besten in einer eisigen Schneelandschaft auf Wangerooge.
    Und danach sind die Probleme, ja, wo sind sie denn?
    Das mögen alles schöne Tips sein, wenn man einen akuten Schlag mitgekriegt hat. Wenn die Stimmung tatsächlich mit einem Ereignis zu tun hat, dass jeden erstmal aus der Bahn wirft, wie der Tod eines Freundes/Freundin, wie auch immer.
    Aber wenn es um eine tiefgreifende Depression geht, soll ich als Freund mal mit ihm Urlaub machen und ihn "heilen", danach gehts ihm besser?
    I don't think so.

    Um in deinem Bild zu bleiben: Für ihn ist das Leben nunmal eine stürmische See, mit der er vielleicht niemals richtig klar kommen wird. Die ihn jederzeit in die Tiefe reißen kann. Natürlich kann ich ihn irgendwie in einen sicheren Hafen schleppen und ihn da halten. Aber ist das dann noch ein Leben für ihn fern des Meeres?

    (Ich möchte Lob für dieses Bild!)

  10. #130
    Zamara / R.M. Dahl Benutzerbild von SuicideSquad
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    man kann psychisch kranke oder depressive nicht von außen heilen. man sollte selbstheilung fordern und wenn möglich unterstützen, aber der primäre impuls muss von innen kommen. anders gehts leider nicht. jedenfalls nach meiner erfahrung sowohl als betroffener als auch von außen beteiligter.

  11. #131
    Iatros
    Guest
    Zitat Zitat von SuicideSquad Beitrag anzeigen
    man kann psychisch kranke oder depressive nicht von außen heilen. man sollte selbstheilung fordern und wenn möglich unterstützen, aber der primäre impuls muss von innen kommen. anders gehts leider nicht. jedenfalls nach meiner erfahrung sowohl als betroffener als auch von außen beteiligter.
    Da gebe ich dir völlig Recht.

    @ CellI
    Deinem Sarkasmus zum Trotz scheint meine Metapher zu greifen. Großes Lob. Nur den wichtigsten Punkt hast du fehlinterpretiert. Ich frage dich deshalb ganz schlicht:

    Was macht das Leben überhaupt lebenswert?

    Es war nie die Rede davon, dass Freunde die Therapie steuern sollen. Das können sie nicht stemmen. Sie können aber eine Perspektive aufzeigen und den Freund begleiten. Solange jemand an einen glaubt, lohnt es sich zu kämpfen.

  12. #132
    Banshee Benutzerbild von Reservepenner37
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    Ich habe für mich gemerkt dass "mit jemandem reden" mir absolut gar nichts bringt. Ich jage demjenigen nur Angst ein dass ich mir bald irgendwas antun könnte.

    Ausserdem führt das nur dazu dass ich mich selbst "niederrede" und mir alle Probleme die ich habe wieder volle Kanne zu Gesicht kommen.

    Ich weiß nicht wo dieser "reden wir drüber" Scheiß herkommt, aber helfen tuts mir nicht.

    Im Gegenteil, ich fühl mich viel wohler wenn allen scheißegal ist ob ich depressiv bin und die einfach ihr Ding machen ohne groß Rücksicht nehmen zu wollen.
    Mein Supergeiler und superneuer LP Channel

    Schaut doch mal rein und flamet mich ein wenig

  13. #133
    Ghost Benutzerbild von CellI
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    Zitat Zitat von Iatros Beitrag anzeigen

    @ CellI
    Deinem Sarkasmus zum Trotz scheint meine Metapher zu greifen. Großes Lob. Nur den wichtigsten Punkt hast du fehlinterpretiert. Ich frage dich deshalb ganz schlicht:

    Was macht das Leben überhaupt lebenswert?
    Ich werde mich nicht auf dieses philosophische Eis begeben. Das soll ruhig jeder für sich selbst entscheiden.

  14. #134
    Iatros
    Guest
    @Reservepenner37
    Du hast dir ein Ventil geschaffen und im Forum neutrales Feedback gesucht. Auch sowas hilft. Verbale Kommunikation hat verschiedene Kanäle.

  15. #135
    Wiking (Flugmodus) Benutzerbild von maziques
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    wollte mich hier nurmal melden, der vollständigkeit halber.
    fühle mich "gesund", bin tablettenfrei, studiere, arbeite, trinke immernoch viel zu viel, bin single aber kann mich dahingehend nicht beklagen.

    warum ich wieder "gesund" bin, weiß ich nicht. auf jeden fall habe ich mich doch recht stark verändert. ob nun zum negativen oder positiven mag ich nicht beurteilen. das leben ist auf jeden fall ein stückchen anstrengender geworden, dass nennt man dann wohl ein residuum.

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