BlizzCon 2017: StarCraft II wird ein wenig free to play + Mira Han im Coop

Wenn die Tage hierzulande kürzer und trüber werden, gibt es zumindest ein Wochenende, das für Blizzardfans ein ganz besonderer Termin im Jahr ist: Die BlizzCon! Auch in diesem Jahr findet Blizzards hauseigene Convention in Anaheim, Kalifornien statt, wo man prompt die im vergangenen Jahr fertiggestellte neue Halle zusätzlich zu den bisherigen Ressourcen nutzt. Für StarCraft II wurden in diesem Jahr keine riesigen Neuigkeiten erwartet, aber auf so manches dürfen wir uns dann schon einstellen. Die größte Botschaft: StarCraft II wird Free to Play. Was das konkret heißt und was wirklich kostenlos wird, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Bereits auf der Eröffnungsfeier hatte Mike Morhaime StarCraft II als „Free To Play“ angekündigt, aber genaueres gab es dann erst auf dem entsprechenden StarCraft-Panel im Anschluss. Das Panel wird in diesem Jahr erstmals nicht von Blizzard selbst, sondern von day[9] moderiert. Man merkt dem Panel leider etwas an, dass das noch keine eingespielte Kombo ist. day[9] schlägt sich durchaus ganz gut hakt manchmal auch nach, versucht auch immer wieder eine Überleitung zwischen den Themen anhand der für ihn auf einem Extramonitor eingeblendeten nächsten Vortragsfolien zu finden, aber die Entwickler haben alle ihre eigene Botschaft, die sie unbedingt loswerden wollen und das beißt sich zuweilen ein wenig im Bezug auf eine flüssige Gesprächsentwicklung. Hier hätte eine Generalprobe wohl nicht geschadet. Mit von der Partie auf Seiten Blizzards sind in diesem Jahr die folgenden Personen:

  • Christopher Reed, LEad UI Designer
  • David Sum, Lead Coop Designer
  • Michael Scipione, Versus Designer
  • Valerie Watrous, Lead Writer
  • Travis Castillo, Lead Artist

Free To Play und UI-Änderungen

Christopher Reed erklärt, dass es ein paar Umbenennungen gibt, die den Einstieg in das Spiel intuitiver gestalten sollen. So wird die Schaltfläche „Multiplayer“ in „Versus“ umbenannt, um deutlicher als bisher den Unterschied zum Coop-Modus, der ja auch einen Mitspieler erfordert, klar zu machen. Auch werden die Untertitel für die Expansionen entfernt und das Spiel künftig einheitlich nur noch unter „StarCraft II“ einheitlich firmieren. Die Kampagne von Wings of Liberty (WoL) wird in Zukunft kostenlos spielbar sein. Die anderen Teile muss man noch wie vor kaufen, allerdings hatte Mike Morhaime bei der Eröffnung angekündigt, dass Besitzer von WoL, die Heart of the Swarm noch nicht haben, es nun kostenlos bekommen würden. Dies wurde auf dem Panel allerdings nicht wiederholt.

Im Multiplayer oder nun „Versus“ kann man in Zukunft die Option in der Ladder bzw. im „Ranked“ freispielen. Spiele gegen die KI und ungewertete Spiele „Unranked“ sind demnächst komplett kostenfrei möglich. Wer zehnmal den „ersten Sieg des Tages“ geholt hat, hat dann ebenso die Ladder zur Verfügung. Damit gibt es tatsächlich eine recht niedrige Einstiegshürde, aber auch zehn Tage Mindestwartezeit zwischen einem neuen Account und dem Spiel in der Ladder. Reed erklärt allerdings, dass diese Hürde noch überprüft und ggf. angepasst wird, sollte sie sich als zu niedrig oder zu hoch erweisen.

Coop-Modus

Im Coop-Modus werden demnächst alle Commander bis zur Stufe 5 kostenlos spielbar sein. Raynor, Kerrigan und Artanis werden weiterhin komplett kostenlos sein und Swann, Zagara, Vorazun und Karax werden auch wie bisher mit dem Kauf von Legacy of the Void freigeschaltet. Was zunächst unklar bleibt, ist wie es sich beim Erreichen der Stufe 5 verhält wenn man einen Commander nicht besitzt. Kann man ihn dann nicht mehr spielen? Oder bekommt man einfach keine XP mehr und bleibt bis zum Erwerb auf Stufe 5?

Dann kommt David Sum zu den Neuerungen im Coop, die mit dem nächsten Patch ins Spiel kommen werden: Mira Han und Matt Horner werden das erste Kommandanten-Pärchen. Horner hatte einst Miras Hand in einer Pokerpartie gewonnen, ohne sich dessen vorher bewusst zu sein. Mira ist an Matt sehr interessiert, umgekehrt allerdings eher weniger. Das liefert natürlich den Raum für jede Menge Dialoge. Technisch gesehen spielen sich die beiden aber als ein Kommandant. Horner liefert High-Tech-Einheiten, die von Mira Han durch Söldner ergänzt wird. Das ganz soll eine Art „Mad Max“-Look haben, mit einer Mischung aus Chaos und Präzision, die von Mira bzw. Matt und ihren Beiträgen repräsentiert werden. Zu den beiden gibt es auch bereits ein Promo-Video:

Als nächste neue Coop-Mission wird „Part and Parcel“ kommen. Sie basiert auf dem gleichnamigen Gewinner des „Rock The Cabinet“-Contest, der nun vom Blizzard-Team adaptiert und graphisch überarbeitet wurde. Als Announcer wird General Davis, bekannt aus Nova Covert Ops, vorkommen. Wer die Vorlage noch nicht kennt, kann sich hier einen Eindruck verschaffen:

Ebensfalls in den Coop kommt die Option „zufälliger Commander“, die dem Spieler die Möglichkeit gibt sich nicht vorab entscheiden zu müssen, und ein durch Warchest erwerbbares „Stimpack“, das die Coop-XP boostet. Das Konzept für letzteres dürften Spieler von Heroes of the Storm gut kennen. Nicht zuletzt entfällt demnächst auch die Levelhürde für die Mutationen. Man kann also dann auch mit einem Commander, der man zum ersten Mal spielt, direkt eine Mutation machen. Zudem kommen auch noch Leaderboards, die einen dazu anhalten sollen Coop-Missionen noch schneller oder effektiver erfolgreich abzuschließen.

Multiplayer / Versus

Michael Scipione, von day[9] eingangs als „David Kim 2.0“ vorgestellt, darf nun eine kleine Übersicht der geplanten Änderungen für den Versus-Modus vorstellen. Die Motivation hinter all diesen Maßnahmen seien:

  1. Die Reduktion von plötzlichen, spielbeendenden Momenten
  2. Support-Einheiten sollen auch in kleiner Stückzahl effektiv werden
  3. Die Spielerkontrolle soll wichtiger gegenüber dem aktuellen Status im Spiel werden
  4. Einheiten sollen jeweils eine einzigartige Rolle haben
  5. Im Multiplayer wird nun die Schildbatterie, die man aus StarCraft I, der Kampagne von Legacy of the Void, oder dem Coop-Modus von Karax kennt, hinzu kommen. Sie funktionieren wie in LotV, d.h. sie erneuern Schilde von nahen Einheiten und Photonenkanonen automatisch. Dafür entfällt bei den Protoss der Mothership Core. Bei den Terranern hat der Raven eine Generalüberholung bekommen und nun drei neue Fähigkeiten: „Anti-Armor Missile“, die die Panzerung um 3 reduziert; „Repair Drohne“, die aktuell wie eine Art mechanisches Medivac funktioniert; „Interference Matrix“, die feindliche mechanische oder psionische Einheiten deaktiviert.

    Auf Seiten der Zerg hat der Infestor ebenfalls eine Überarbeitung bekommen: Fungal Groth hat eine und die Infested Marines werden in Zukunft vor allem gegen Lufteinheiten gut sein, weniger gegen Bodeneinheiten. Das seien beileibe nicht alle kommenden Änderungen, so Scipione, aber weitere Details wird Blizzard dann in einem separaten Blogpost vorstellen.

    Story und Grafik

    Valerie Watrous erinnert an die Story nach LotV und Nova Covert Ops, die in der jüngsten Comicreihe erzählt wird und in der wir Niadra, die in Heart of the Swarm eingeführt wurde, wiedersehen. Begleitend zum nächsten WarChest wird es wieder drei Comics geben, die nun jeweils acht Seiten umfassen.

    Als „Free To Play“-Titel soll sich StarCraft II natürlich trotzdem rechnen und so gibt es inzwischen vor allem zukaufbare Inhalte, was neben den Coop-Commandern auch Skins, Announcer, Smiliepacks umfasst. Und dann ist da noch der WarChest, der ein Sammelpaket ist, was einem durch Spielen ermöglicht wiederum Skins und co. freizuschalten. Passend zum neuen Coop-Commander gibt es nun, so Lead Artist Travis Castillo, die neuen Terraner-Skins von Mira und Matt auch für den Multiplayer als optionale Skins. Für die Zerg wird es eine Art „Unterwasser“-Look sowie einen „Dinosaurier“-Look geben und die Protoss kriegen ein „Purifier“-Set, bekannt vom Coop-Commander Fenix. Zu den Skins wird es auch angepasste Einheitenportraits geben.

    Eröffnungszeremonie im Video

    Das war es dann schon mit dem StarCraft-Panel. Zu Beginn der Fragerunde stahl eine „Mira Han“-Cosplayerin den eher trockenen Entwicklern dann noch ein wenig die Show, aber das war es dann auch. Wer sich übrigens die Eröffnungszeremonie noch einmal in kompletter Länge ansehen will, kann das übrigens auch ohne virtuelles Ticket, ganz einfach hier:

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