Koprulu-Sektor
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Als Koprulu-Sektor wird der Teil der Milchstraße bezeichnet, in dem sich die von der Erde verbannten Terraner nach der Bruchlandung der Superträger niedergelassen haben. Er befindet sich am Rand der galaktischen Scheibe und ist über 60.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Sektor besteht aus einer Reihe von Kolonien und grenzt an den von den Protoss besiedelten Raum.Ankunft der Terraner
Auf Initiative des Wissenschaftlers Doran Routhe wurden in der ersten Hälfte der 23. Jahrhunderts 40.000 Sträflinge von der Erde in vier große, warpfähige und vollautomatisierte Langstreckenraumschiffe, die sogenannten Supertransporter, mit den Namen Nagglfar, Reagan, Argo und Sarengo verfrachtet. Die als unfreiwillige Kolonisten ausgewählten Gefangenen wurden in den Kälteschlaf versetzt und sollten urspünglich Kurs auf den Planeten Gantris VI nehmen. Die Steuerung der Reise übernahm der ATLAS-Supercomputer an Bord der Nagglfar. Aus unbekanntem Grund fiel dieser jedoch im Laufe der Reise aus und so irrten die Schiffer Steuerlos für 28 Jahre durch die Galaxis. Um das Jahr 2259 brach schließlich der Warp-Antrieb der Schiffe zusammen und die Schiffe verließen den Hyperraum. Gemäß der Notfallprogramme flogen die Schiffe die nächsten bewohnbaren Planeten an. Die Reagan und die Sarengo landeten auf Umoja, wobei letztere eine Bruchlandung machte und alle 8.000 Passagiere der Sarengo ums Leben kamen. Die Argo landete auf Moria, während die Nagglfar stark beschädigt auf Tarsonis aufsetzte. Nur die Passagiere der Nagglfar waren in der Lage den ATLAS-Computer anzuzapfen und sich somit ein Bild von ihrer Lage und ihrer langen Reise zu machen, in den übrigen Schiffen waren durch die Fehlfunktion von ATLAS alle Aufzeichnungen gelöscht. Die Überlebenden der Reise machten sich in der Folge auf ihren jeweiligen Planeten daran eine neue Heimat aufzubauen, wofür sie vor allem auch die noch verwertbaren Teile der Supertransporter verwendeten.
Zunächst war keiner der drei Gruppierungen bewusst, daß außer ihnen noch andere Terraner die lange Reise in den Koprulu-Sektor überlebt hatten. Es dauerte fast 60 Jahre bis auf Tarsonis Subwarp-Antriebe entwickelt und die Raumfahrt wieder aufgenommen wurde. Den technologischen Vorteil nutzend, wurden von Tarsonis aus eine Reihe weiterer, zumeist öder Welten, besiedelt. Nach der Wiederentdeckung der anderen Überlebenden kam es zu einem regen Handelsverkehr zwischen den terranischen Welten, die von Tarsonis ausgehenden Versuche eine gemeinsame Regierung für alle Planeten zu bilden, scheiterten jedoch am energischen Widerstand von Moria und Umoja. Nach der weiteren Erforschung und Kolonisierung des Koprulu-Sektors gründete sich im Jahr 2323 schließlich die terranische Konföderation unter der Führung ihrer Hauptwelt Tarsonis.
Ankunft der Zerg und Protoss
Obwohl die Planeten des Koprulu-Sektors vor der Ankunft der Terraner nicht unbewohnt waren, fanden die neuen Kolonisten zwar zuweilen eine Tier- und Pflanzenwelt vor, stießen jedoch nie direkt auf intelligentes Leben, obwohl es auf manchen Welten durchaus merkwürdige Strukturen gab, deren Ursprung zumindest frühere, intelligente Besucher in den Bereich des Möglichen rückten. Doch es sollte über 100 Jahre dauern, bis schließlich im Jahr 2499 gleich zwei fremde Rassen im Sektor auftauchten und die bis dahin stets offene Frage, ob man die einzige intelligente Spezies im Universum oder zumindest in dieser Galaxis sei, auf drastische Weise beantworteten. Die extrem anpassungsfähigen, insektenartigen Zerg, gesteuert von einer zentralen Schwarmintelligenz, dem Overmind, und die ebenso aus dem Nichts auftauchenden, aber hochtechnisierten Protoss sorgten für Angst und Schrecken im Sektor. Nachdem die Protoss scheinbar grundlos Chau Sara einäscherten - die vorherige Zerg-Verseuchung hatte die Konföderation geheim gehalten - gab es unter vielen Terranern extreme Vorurteile gegenüber allen fremden Rassen. Arcturus Mengsk nutzte diese Ängste, um nach dem Sturz der Konföderation seine Herrschaft mit der neu errichteten Terranischen Liga, die de-facto die Nachfolge der Konföderation antrat, zu sichern. (StarCraft-Kampagne: Precursor, Rebellion)
Konflikte
Der Koprulu-Sektor war immer wieder auch Schauplatz kleinerer und großer Konflikte. Bereits vor Eintreffen der Zerg und Protoss gab es bewaffnete Konflikte zwischen den Terranern. In den sogenannten Gildenkriegen zwischen 2485 und 2489 kämpften die Truppen der Konföderation gegen das Kel-Moria-Kombinat, was zum Schutz der Bergbaugilden auf Moria und weiteren von dort aus besiedelten Welten gegründet worden war. Während es in diesem Konflikt hauptsächlich um Ressourcen ging, waren zwei Jahre später, im Jahr 2491, separatistische Tendenzen der Liga-Kolonie Korhal IV der Grund für ein nukleares Trommelfeuer, das auf diesem Planeten von Seiten der Liga veranstaltet wurde. In der Folge bildeten sich verstärkt Rebellenbewegungen gegen die Liga, von denen vor allem die Söhne von Korhal unter Führung von Arcturus Mengsk bekannt wurden.
Nach dem Eintreffen der fremden Rassen nahm die Zahl der bewaffneten Konflikte im Sektor noch deutlich zu. Während zunächst vor allem die Terraner gegen die vorrückenden Zerg kämpften, kam es wenig später auch zu Auseinandersetzungen mit den Protoss. Im Jahr 2500 traf außerdem noch eine terranische Flotte von der Erde ein, die inzwischen auf die abgelegenen Kolonien aufmerksam geworden war und eigene Interessen verfolgt. Obwohl die Strategie des Vereinigten Erd-Direktorats zunächst aufzugehen scheint, werden ihre Truppen schließlich von einer ungewöhnlichen, rein taktisch motivierten und teil sogar nur von Kerrigan, die nach dem Tod des Overmind die Zerg anführt, erzwungenen Allianz von Zerg, Terranern und Protoss vernichtet. Angesichts der drohenden Vernichtung paktiert das VED daraufhin sogar noch mit der Liga und einigen Protoss, die sie zuvor beide bekämpft hatten, doch es ist gegen die Übermacht der Zerg chancenlos und wird, bis auf wenige versprengte Reste, vollständig vernichtet.
In den vier Jahren zwischen 2501 und 2504 kommt der Sektor militärisch gesehen zur Ruhe, nur auf Randwelten kommt es gelegentlich zu kleinen Auseinandersetzungen. Im Jahr 2504 tauchen jedoch die Zerg wieder auf einer Reihe von terranischen Welten im Sektor auf und verüben neue Angriffe. Ein Zweckbündnis zwischen dem Rebellen Jim Raynor und Valerian Mengsk, dem Sohn und designierten Thronfolger von Arcturus Mengsk, nutzt die Situation der weit versprengten Zergtruppen aus und startet einen erfolgreichen Angriff auf den primären Schwarmcluster von Kerrigan, der sich auf der ebenfalls zum Sektor gehörenden Aschewelt und ehemaligen Terranerkolonie Char befindet. Die Zerg sind zwar geschwächt, doch die Konflikte im Sektor damit noch nicht vorbei.
