Reaktiv

Aus Starcraft Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieser Artikel richtet sich hauptsächlich an Zerg-Spieler, die reaktiv spielen wollen. Das Adjektiv "Re-Aktiv" wird im Duden "als Reaktion auf einen Reiz" beschrieben. Der Zerg reagiert auf den "Reiz" seines Gegners durch:

und viele andere Dinge.

Das beste Beispiel für reaktives Spielen ist "extremes drohnen" (englisch Power Droning). Der Zerg drohnt dann, wenn er vom Gegner dafür nicht bestraft werden kann. Beispiel: Ein Terraner bunkert sich ein und schützt seine Rampe durch Panzer, Bunker und Raketentürme. Er verhält sich passiv. Der Zerg reagiert auf diese Passivität mit drohnen.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele für reaktive BOs

Die folgenden BOs erfordern viel Scouting und viel Anpassung an die Aktionen des Gegners. Sie sind deswegen gute Beispiele für reaktives Spielen.

Ein 7RR ist keine reaktive BO, weil diese BO nur dann zum Ziel führt, wenn mit den sieben Schaben auch angegriffen wird. Es wird also aktiv angegriffen und nicht reaktiv gehandelt.

Dokumentation eines reaktiven Spiels

Screenshot von zwei Hatches, einer Queen und einem Pool

Ein Bronze-Zerg spielt gegen einen Terraner. Die Karte Sand-Canyon erlaubt keine schnelle Exe an der Natural, weil diese schwerer zu verteidigen ist, als auf anderen Karten. Er kennt aber nur die BO "15 Hatch - 15 Pool" gut. Was macht er jetzt? Er reagiert auf die Karte und spielt "15 Hatch - 15 Pool" mit einer Macro-Hatch. Nicht die beste Wahl, aber diese BO kennt er, diese BO gibt ihm Sicherheit.

"Although, I'd definitely tell any gamer wanting to learn the game seriously right now to choose 1 style in every matchup and stick with it, if you do it practice hard enough, you're going to beat the people with many styles more often than not. Once you get to the higher levels, you can start worry­ing about playing many styles." (Zitat von Ste­fan "MorroW" Andersson)

Obwohl der Bronze-Zerg die Karte nicht kennt, trifft er die richtige Entscheidung: Er bleibt bei dem Stil den er kennt. Eine Macro-Hatch bei ca. 2:40 macht in den höheren Ligen überhaupt keinen Sinn, auf Bronze ist die BO aber völlig egal, so lange Macro und Spielmeachaniken gut sind. Andererseits fördern einige BOs das Training von Macro/Spielmechaniken. Eine solide BO zu lernen ist für die höheren Ligen auf jeden Fall wichtig.

Screenshot von den Units und der Rampe des Terraners auf Sand Canyon.

Der erste wichtige Faktor von reaktivem Spielen ist Scouting. Der Zerg baut zwei oder vier Linge, einen für jeden Watchtower und einen stellt er vor die Rampe des Terraners. Damit sieht er jeden Angriff früh kommen. Danach baut der Zerg nur noch Drohnen.

Screenshot von zwei Stachelkrabblern und der Produktion

Der Zerg baut dann Drohnen, wenn er vom Gegner nicht dafür bestraft werden kann. Viele Zerg-Spieler in der Bronze-Liga machen sich nicht bewusst, wann sie drohnen können und wann nicht. Das führt oft dazu, dass Armee produziert wird, die danach in der Gegend herum steht. Eine Schabe, die gebaut wird und nichts tut, hätte auch eine Drohne sein können. Im Umkehrschluss darf das natürlich nicht heißen, dass der Zerg einen AV von 0 hat und dann einfach von der Armee des Gegners überrannt wird. Aber es ist durchaus in Ordnung weniger AV zu haben als der andere.

Der Zerg scoutet und erkennt MM. Er baut als Reaktion zwei Stachelkrabbler, ein Berstlingnest und Linge, die er später in Berstlinge umwandelt. Danach baut er wieder Drohnen.

Obwohl der Zerg viel zu oft Overmins hat, ist die Anzahl seiner Arbeiter jetzt höher als die des Terraners. Durch Scouten weiß der Zerg genau, wie der Unit-Mix vom Terra aussieht. Dadurch ist der Zerg in der Lage die entsprechenden Konter-Einheiten zu bauen.

Screenshot der Units bei 7:07

Dem Zerg ist bewusst, dass er weniger AV hat, aber verlässt sich auf seine Fähigkeit (siehe "Einsteiger-Wissen für Zerg"), sehr schnell Einheiten bauen zu können, wenn er sie braucht. Dabei kalkuliert er auch den Weg bzw. die Zeit ein, welche die terranischen Einheiten benötigen, um zu seiner Basis zu gelangen.

Screenshot der Units bei 8:18

Der Zerg macht auch (kritische) Fehler in dem Spiel: Er scoutet die Thors nicht und die Erforschung von Speed kommt viel zu spät.

Erst als der Ling an der Rampe vernichtet wird, er kennt der Zerg, dass der Terraner einen Thor hat. Er baut einfach mehr Einheiten, während er auf den Angriff wartet. Seine Linge und seine Banelinge vernichten die Armee des Terras vollständig (auch den Thor).

Der Angriff wird so erfolgreich abgewehrt, dass kein Stachelkrabbler Schaden nimmt. Aufgrund einer Überreaktion beim Bau von Einheiten, kann der Zerg einen Gegenangriff starten.

Screenshot von der Produktion bei 10:02. Der Zerg hat überreagiert und zu viele Linge gebaut.

Dieser Angriff wird wegen eines weiteren Thors abgebrochen. Der Zerg baut Linge und Berstlinge nach, die er in der Nähe des Terraners "parkt". Er rechnet jetzt (nach 10 Spielminuten) mit einer Exe des Terras, die er wenn möglich verhindern will. Der Zerg sollte jetzt selbst exen, weil er genug Drohnen hat bzw. weil seine Main mit 30 Drohnen schon saturated ist. Leider vergisst er das und somit beginnt seine Exe bei ca. 11:30.

Ein Ovi sieht die Terra-Exe bei 13:17

Ein weiter wichtiger Schritt für das reaktive Spielen: Der Zerg plaziert seine Ovis während des Spiels über den Exe-Möglichkeiten des Terras. Als der Terra dann ext, sieht der Zerg das sofort.

Obwohl der Terra die größere Armee hat, kann der Zerg mit seinen schnellen Speedlingen die Exe zerstören. Im Schutz dieses Angriffs baut der Zerg seinen Bau (bei 13:17).

Angriff der Speedlinge auf die Terra-Exe

Zusammenfassung und Fazit

Felo (Videos siehe unten) sagt in seinen Grundlagen etwas sehr Wesentliches: Terraner und Protoss können sich am Anfang (Bronze-Liga) ganz auf ihr Macro, die Produktion von Eco und Armee, konzentrieren. Konstantes Scouten wird erst in den höheren Ligen wichtig. Als Zerg muss man Scouten von Anfang an lernen und in das eigene Spiel integrieren. Dazu gehören:

  • Besetzten der Watchtower.
  • Ein Ling vor die Rampe des Gegners stellen.
  • Ovis über die Karte verteilen, um Exen des Gegners frühzeitig zu sehen.
  • Suicide-Ovi: Zwischen der fünften und siebten Minute einen Overlord in die Basis des Gegners schicken.

Die ersten drei Punkte gelten für das gesamte Spiel. Man muss als Zerg wissen, wo sich die Armee des Gegners befindet.

Ein über-rush-ter Zerg ist oft ein toter Zerg. (Zitat von NeoBlade)

In den höheren Ligen kann man sich angewöhnen von Zeit zu Zeit einen Formling zu droppen und damit zu scouten. Das kostet jedoch Micro, also sollte man versuchen während Scoutens, weiter zu produzieren.

Fazit zum Replay: Eine Bronze-Zerg spielt nach den Richtlinien des reaktiven Spielens und vernichtet die Exen der "VeryHardAI" nur mit Speedlingen und besserer Macro. Man kann am Replay sehen, dass es sich um einen Bronze-Zerg handelt. Der Spieler macht viele Fehler, aber er versucht die Regeln für reaktives Spielen zu berücksichtigen. Weil er gut scoutet, reaktiv spielt und passabel drohnt, gewinnt er das Spiel.

Videos und Replays

In "Starcraft 2 Day[9] Daily #194 - Newbie Tuesday: Drone Timing" erklärt Day9 wichtige Grundlagen, wann man Drohnen bauen muss, wann man als Zerg überreagiert und vieles mehr. Es gehört zur Pflichtlektüre eines jeden Zergs.


Felo zeigt die unterschiedlichen "Fails" wenn es um "Drone Timing" geht: Zu viele Drohnen, zu wenig, Probleme mit Terra auf Close-Position.


Alle Teile des Videos unter:

oder einfach shoutcraft.de aufrufen.

Das Daily "Starcraft 2 Day[9] Daily #263 - Checkin Out IdrA" handelt (oh Wunder) vom Spieler "IdrA", der für sein hervorragendes Macro bekannt ist. Im Video weist Day9 immer wieder auf die Reduzierung von Mins und Gas hin. IdrA schafft es immer und immer wieder beides auf 0 (oder zumindest unter 100) zu reduzieren.


Felo erklärt Grundlagen zum Zerg-Macro.


Als Zerg Macro (3Base, PowerDroninig) gegen FFE spielen:


Im ZvT mit Speedlingen, Berstlingen und Mutas im Mid-Game auf MMM und Panzer antworten:


Das Macro und Scouting (Harass mit Mutas) von Dimaga ist ein sehr gutes Beispiel für reaktives Spielen.