Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 1 bis 15 von 21
  1. #1
    bimsbrom
    Guest

    [wip] Prioritäten und Starcraft

    Moin.
    Ich wollte mich mal daran machen, meine Entscheidungen im Spiel zu verbessern, da ich in der Replayanalyse meiner Spiele zu dem Schluß gekommen bin, dass ich die meisten Spiele über gute Prioritäten und Entscheidungen gewinne, qährend ich verliere wenn meine Prioritäten falsch gesetzt sind oder ich schlechte Entscheidungen treffe.

    Here we go:

    1)Warum sind Entscheidungen entscheidend?
    2) Welche Faktoren sind wichtig?
    3)Wann trifft man Entscheidungen sinnvoll?
    4)Wie reagiert man richtig?
    5)Wie konsequent sollte man sein?

    1) Warum sind Entscheidungen entscheidend?

    Starcraft ist ein Spiel ständiger Entscheidungen. "Welche Bo nutze ich, welche Techs ich wähle, angreifen und wenn ja wo? Nutze ich meine actions gerade lieber für Makro oder doch fürs Mikro?" Dies alles sind Fragen die man im Laufe eines Matches wieder und wieder beantworten muss. Auch und gerade auf niedrigem Niveau des Spiels entscheidet eine hinreichend gute (also bessere als der Gegner) Beantwortung dieser Fragen meist über Sieg und Niederlage. Bei mir z.B. liegen die APM immer so zwischen 70 und 90 und damit kann ich nun wirklich niemanden durch Multitasking besiegen. Dass ich aber trotzdem ab und zu mal gewinne, auch gegen Gegner mit weit höherer APM muss also andere Gründe haben. Diesen gilt es nun etwas auf den Zahn zu fühlen. Ich bitte das Wortspiel in der Überschrift zu Entschuldigen.

    2) Welche Faktoren sind wichtig?
    SC ist ein Spiel unvollständiger Informationen, und gerade deshalb ist eine gute Informationsbeschaffung(scouting) absolut kritisch für den Ausgang des Spiels.
    Wenn ihr den Proxybuild eures Gegners rechtzeitig scoutet und so zeitig Gegenmaßnahmen ergreifen könnt, ist euch meistens der Sieg sicher. Im späteren Verlauf des Spiels solltet ihr möglichst immer einen Überblick über die Anzahl der gegnerischen Exen sowie seiner Truppenstärke und seiner verfügbaren techs haben, und auch Harrasmöglichkeiten sind möglichst im Blick zu behalten. Umso mehr solcher Info ihr zur Verfügung habt, desto besser könnt ihr euren Gegner ausmanövrieren.
    Wie groß ist eure Armee, die eures Gegeners und wie effizient wäre ein Kampf für euch?
    Wenn ihr beispielsweise einen haufen Dragoner euer eigen nennt und euer Gegner einen haufen Zerglinge, so wäre es für euch ineffizient einen kampf einzugehen, da Dragoner gegen Zerglinge einfach schlecht sind. Also solltet ihr eure Goons zurückziehen/verstecken und den Kampf um fast jeden Preis vermeiden. In der anderen Position sollte der mit den Lingen möglichst versuchen, die Gonns irgendwie zu erwischen, da er einfach in der besseren Position ist.
    Bei gemischten Armeen solltet ihr immer über eine grobe Eischätzung verfügen, ob eure Armee oder die eures Gegners überlegen ist. Wenn eure Armee besser ist, geht drauf.
    Besitzt ein Spieler einen langfristigen Vorteil?
    Als langfristiger Vorteil kann nur Eco oder exenvorteil gelten.
    Wenn ein Spieler im Mirror ein exe mehr hat, besitzt man einen Vorteil, der sich bei einem längeren Spiel auszahlen sollte. Allerdings erkauft man solche Vorteile im allgemeinen mit kurzfristigen Nachteilen. I.A. Ist dies die Armeegröße, es kann aber durhaus auch ein Technachteil sein. Wenn allerdings der kurzfristige Nachteil nicht rechtzeitig ausgenutzt wird, hat man schlechte Karten.
    Mittelfristige Nachteile gibt es auch, allerdings sind diese meist sehr klein. Als mittelfristige Nachteile definiere ich die Anzahl der Produktionsgebäude und Tech/upgrade Vorteile, welche schnell ausgeglichen werden können. Habt ihr z.B. Dragoner mit dem Range upgrade und kämpft gegen Hydren ohne Upgrades, so haben eure Goons gute Karten, allerdings sind vermutlich Hydrenups auf dem weg und ihr solltet schnell euren Vorteil suchen. Ein Beispiel für einen Techvorteil wäre ein Dt-rush im Protoss-mirror, welcher bei gutem Scouting durch den rechtzeitigen bau einer Roboterfabrik oder ein paar Kanonen leicht abgewehrt werden kann, aber ungescoutet schnell mal ein Spiel gewinnt.
    Dann gibt es noch die Positionsvorteile, welche je nach Matchup wichtiger oder weniger wichtig sind. Wenn ihr als Terraner gegen einen Protoss die Mitte der Karte mit Tanks/turrets/supplydepots zugepflastert habt, habt ihr einen riesigen Vorteil, da der Protoss nun immer entweder aussen um eure Armee rumrennen muss oder halt einen vermutlich unvorteilhaften Kampf eingehen muss.
    Natürlich gibt es auch noch chockes/rampen und Höher gelegenes Terrain, welches einen Angriff extrem erschwert. All diese Faktoren sind sehr spezifisch je nach Karte, also gehe ich nicht näher darauf ein.

    Zusammengefasst gibt es also:
    -Armee
    -Tech/Ups
    -Terrain
    -Position
    -Eco
    -Scouting
    -Timing
    als relevante Faktoren. Umso mehr dieser Faktoren ihr kennt, umso besser könnt ihr die Gesamtsituation beurteilen und bessere Entscheidungen treffen.
    [tbc]

    3) Wann trifft man Entscheidungen sinnvoll?
    Wie schon erwähnt ist SC ein Spiel ständiger Entscheidungen. Bei einigen dieser Entscheidungen ist der Zeitpunkt kritisch. Hier einmal eine unvollständige Liste mit Vorschlägen:

    -Welche Bo nutze ich?
    In groben Zügen sollte man sich vor dem Spiel darüber Gedanken machen, da es bei einigen Cheesestrategien auf bestimmten Maps z.B. wichtig sein kann, sofort einen Arbeiter loszuschicken um etwaige Proxy builds vorzunehmen. Zumindest sollte man sich aber über grobe Matchup-spezifische Eigenheiten im klaren sein. So ist es zum Beispiel im PvZ als Toss wichtig ob man eine FE oder etwas anderes spielt, da wenn man die Probe zu spät zur Nat schickt schonmal wertvolle sekunden verloren gehen. Der Rest des Toss builds sollte dann zum Großen Teil über scouting (s.U.) an den Gegner angepasst werden. Die Kehrseite, nämlich der Z build kann vom Z i.A. Etwas freier entschieden werden. Z.B. beim 12 hatch-11 pool build muss man sich eigentlich erst nach dem lair up entscheiden, ob es in Richtung Lurks oder Muten geht.

    -Welche Techs nutze ich?
    Diese Frage ist zu MU spezifisch und kann hier nicht eingehend erläutert werden.

    -Was mache ich mit meinen Actions?
    Da die Anzahl der Aktionen gewissen Grenzen unterliegt, ist es wichtig, diese Aktionen möglichst effizient einzusetzen. Beispielsweise muss man eigentlich in jedem Moment entscheiden, ob man gerade besser Eco baut, Einheiten Pumpt, ext, techt oder lieber micro macht. Eine Serie „richtiger“ Entscheidung kann das Spiel zu euren Gunsten drehen oder entscheiden, deshalb ist eine Vergegenwärtigung des Entscheidungsfindungsprozesses sinnvoll.
    [tbc]
    [tbc]
    Fazit: Habt keine Angst, kritische Entscheidungen zu treffen und trefft diese auch so schnell wie möglich, denn viele Wege führen nach Rom. Wenn ihr zögerlich in euren Entscheidungen seid, hat euer Gegner mehr Zeit, seine Entscheidungen zu treffen und die positiven Aspekte dieser auszunutzen.

    ich bitte um Anregungen, Kritik und Geduld, bis das hier fertig ist.
    Bis dann auf ZL
    Geändert von bimsbrom (09. Dezember 2009 um 16:17 Uhr)


  2. #2
    TheOrc
    Guest
    sehr schoen danke!

  3. #3
    Benutzerbild von Chili
    Registriert seit
    Feb 2009
    Beiträge
    2.111
    Likes
    1
    Viel versprechender Ansatz, aber natürlich noch unfertig. Insbesondere wäre es gut, wenn du näher drauf eingehst, wie Prioritäten gesetzt werden sollten.

    Ich würde z.B. argumentieren: Lieber mal auf den einen oder anderen microintensiven Harrass verzichten, solange man noch nicht micro und macro gleichzeitig kann. Priorität sollte es haben, solide zu macroen.

    Entsprechend ist von microintensiven Builds wie Reaver im PvT, Sair DT und Sair Reaver im PvZ abzuraten.

    Naja, bis jetzt sind das noch alles abstrakte Überlegungen, aber sieht viel verspechend aus

  4. #4
    Geckotier
    Guest
    Mit der Frage hab ich mich auch schon öfter beschäftigt, und auch dementsprechend versucht das in diversene Artikeln zu beantworten. Falls du den Guide etwas "seriöser" planst, kann ich dir gern per Mail mehrere Sachen schicken, die dir eventuell beim weiteren Schreiben helfen könnten. Wird dann halt schnell sehr umfassend

  5. #5
    Anfängerhilfe

    Moderator
    SC2 AFH-Forum
    Benutzerbild von Maulwurf
    Registriert seit
    Sep 2004
    Ort
    Salzgitter-Thiede
    Beiträge
    2.478
    Likes
    0
    Aloha, ein Schreiberling! Wunderbar! Ein Artikel von Usern für User ist immer willkommen. Ich bin gespannt was daraus wird. Bis das hier fertig ist, mach ich den mal Sticky.
    Zitat Zitat von Shihatsu Beitrag anzeigen
    aber irgendwann will ich auch mal der böse sein!

    o, wait....


  6. #6
    bimsbrom
    Guest
    danke schonmal für die blumen, kommt noch mehr wenn ich muße hab.
    Und Gecko, her damit, das soll seriös werden.
    Und Chili, das bleibt abstrakt.
    MfG
    Geändert von bimsbrom (08. Dezember 2009 um 16:06 Uhr)

  7. #7
    OT-Forum
    Tippspielmeister Snooker Fantasy 2014
    Benutzerbild von pinko
    Registriert seit
    Okt 2008
    Ort
    Meer
    Beiträge
    11.545
    Likes
    13498
    Gute Idee, wenngleich ich den Artikel ein klein wenig anders ansetzen würde:
    Day[9] hat mal, wie ich finde, recht treffend in einem seiner Podcasts (sinngemäß) gesagt: "Am Besten ist es, wenn man während des Spielens einem Plan folgt, dabei aber instinktiv handelt."

    Will heißen: Gute Entscheidungen trifft man nur, wenn man weiß, was man tut. Dies ist gerade auf Anfängerlevel natürlich unmöglich, so dass man schnell bei den Prioritäten landet. Als Anfänger hat man weder den Gamesense, noch die schiere Geschwindigkeit, irgendwelche abgefahrenen Microtricks oder Fake-BOs durchzuziehen - deshalb gilt ja auch die goldene Anfängerregel "macro macro macro, und dann kommt der Rest" (Oder wie Artosis schrieb: "Most important thing on D-Level: Build a lot of stuff...")

    Wenn man schon ein wenig besser ist, und einfach so drauflosspielt, kann es passieren, dass man durch ein unerwartetes Harassment aus dem Flow geworfen wird, und plötzlich feststellt, dass man zwar ein Opening im Kopf hatte, aber keinen richtigen Gameplan. (passiert mir dauernd ) Sich vor dem Spiel einen richtigen Plan zu überlegen (z.B. "ich spiele FE und greife den Z (sofern er Standard spielt) an, sobald ich 4 Templer in meiner Armee und +1 attack habe"), ist, wie ich finde, sehr wichtig.
    Davon ausgehend kommt man dann zu spezifischeren Entscheidungen a la "Greife ich die 2. Exe oder die Nat des Zerg an?", was dann natürlich von der Gamesituation abhängt. In ein Game zu gehen, ohne ein "Ziel" vor Augen zu haben, erschwert die gute Entscheidungsfindung extrem.

    Gerade solche Entscheidungen wie "Techen oder Exen? Armee oder Arbeiter?" verlieren viel von ihrem "Entscheidungscharakter", wenn man mal ein paar Games mehr auf dem Buckel hat, da in bestimmten Spielsituationen die Anzahl "guter" Entscheidungen signifikant sinkt und bessere Spieler ihren Plan dann instinktiv anpassen können.

    Ein schönes Beispiel für sowas konnte man gestern im 1. Game zwischen Mondragon und Mana in der ESL sehen: Mana (P) spielt 1gate Exe auf Collo, Mondragon (Z) 3 Hatch/Base Hydra into Lurker. Mondi scoutet, dass der P rausgeht, und mogelt 2 Lurker in Manas Main, während er sich "zuhause" mit dem absoluten Einheitenminimum gegen ca. 10 Speedzeals verteidigt. Danach entscheidet sich Mondragon, den P mit Hydras einzurennen, weil er noch genügend Drohnen übrig und nen Ovi in Manas Base (vs. Dts) hatte - er hätte z.B. auch einen Lurkercontain aufbauen und das Ganze zu nem eher "safen" Macrogame werden lassen können.

    Für solche Entscheidungen braucht man ne Menge Erfahrung und Fingerspitzengefühl, denn wenn man z.B. als Z so nen Push verkackt, ist das Game meist gelaufen.

    Womit wir beim Lernprozess angekommen sind: Als Anfänger wird man, ganz egal wieviele VODs man gesehen und Guides man gelesen hat, ne ganze Menge falscher Entscheidungen ingame treffen (hallo 2port wraith), weil man einfach zu viel Zeit während des Games damit verbringt, über die zu treffende Entscheidung nachzudenken. Mit steigender Erfahrung werden auch die Entscheidungen einfacher, und das eigene Spiel gewinnt an Profil und Kreativität.


    Hab mich grad etwas in Rage geschrieben, man könnte über "decision making" nen ganzen Roman schreiben...
    beer gives power
    #bärenhöhle

    stream

  8. #8
    Geckotier
    Guest
    Zitat Zitat von Childerich Beitrag anzeigen
    Viel versprechender Ansatz, aber natürlich noch unfertig. Insbesondere wäre es gut, wenn du näher drauf eingehst, wie Prioritäten gesetzt werden sollten.

    Ich würde z.B. argumentieren: Lieber mal auf den einen oder anderen microintensiven Harrass verzichten, solange man noch nicht micro und macro gleichzeitig kann. Priorität sollte es haben, solide zu macroen.

    Entsprechend ist von microintensiven Builds wie Reaver im PvT, Sair DT und Sair Reaver im PvZ abzuraten.

    Naja, bis jetzt sind das noch alles abstrakte Überlegungen, aber sieht viel verspechend aus
    Ja, ich hatte zwei Guides angefangen. Im Prinzip gehen sie in die Richtung des Guides da oben. Kann mal paar Ausschnitte hier posten, im Ganzen waren meine Artikel, ich zitiere Failwurf, "zumindest für mich unnütz und viel zu ausholend".

    Decisionmaking: Meta-Game, das ist ein Konzept, über das man lange nachdenken sollte, allerdings nicht während einem Spiel sondern nachher. Oder vorher. Mittendrin zu lange denken ist nie gut. Da braucht man Gefühl.

    Routine: überschneidet sich mit dem Hotkeysystem (Geist von StarCraft). Das wollte ich da noch eintragen, war aber irgendwie zu faul. Lustigerweise sind die in der abgespeckten englischen Version enthalten

  9. #9
    Benutzerbild von Chili
    Registriert seit
    Feb 2009
    Beiträge
    2.111
    Likes
    1
    Was auch auftauchen sollte: Was passiert wenn man die Kontrolle verliert? Wie kann man die Kontrolle zurückbekommen? Wie kann man dem Gegner die Kontrolle über das Spiel entziehen?

    Das wäre dann sehr nützlich. Weiß nämlich nicht, ob das Abgeben von Metaüberlegungen alleine nützlich ist. Finde konkrete Anwendungen & Beispiele besser.

    Bspw. kann Harrass eine Methode sein, den Gegner aus der Bahn zu werfen. Allerdings nur wenn das eigene Multitasking besser ist als das des Gegners.

    Ich übe grade an Builds, von denen ich denke, das sie die den Gegner zwingen zu meinen Regeln zu zocken. Im PvP etwa glaube ich das sich dies durch eine schnelle Exe erzielen lässt - der Gegner muss dann auf diese reagieren und seinen Gameplan umstellen. Insbesondere verliert er vll. die Kontrolle? Denke das eine gute 2 Gate BO einen ähnlichen Effekt haben könnte - nachdem ich nun die letzten Tage kräftig meine 13 Nexus BO generdet habe wird nun morgen der 2 Gate Tag anstehen

    1 Gate Tech im PvZ könnte evtl. ähnliche Effekte haben.

    Naja, das geht jetzt nicht mehr um Prioritäten. Aber es ist in deinem Eingangspost ohnehin nicht ganz klar, ob du nun über Entscheidungen oder Prioritäten schreibst. Prioritäten setzen ist nämlich nur eine Teilmenge des größeren Themas "Entscheidungen". Die Entscheidung für bestimmte BOs hat ja nix mit Prioritäten zu tun.
    Geändert von Chili (09. Dezember 2009 um 00:00 Uhr)

  10. #10
    Anfängerhilfe

    Moderator
    SC2 AFH-Forum
    Benutzerbild von Maulwurf
    Registriert seit
    Sep 2004
    Ort
    Salzgitter-Thiede
    Beiträge
    2.478
    Likes
    0
    Zitat Zitat von Childerich Beitrag anzeigen
    Was auch auftauchen sollte: Was passiert wenn man die Kontrolle verliert? Wie kann man die Kontrolle zurückbekommen? Wie kann man dem Gegner die Kontrolle über das Spiel entziehen?

    Das wäre dann sehr nützlich. Weiß nämlich nicht, ob das Abgeben von Metaüberlegungen alleine nützlich ist. Finde konkrete Anwendungen & Beispiele besser.

    Bspw. kann Harrass eine Methode sein, den Gegner aus der Bahn zu werfen. Allerdings nur wenn das eigene Multitasking besser ist als das des Gegners.

    Ich übe grade an Builds, von denen ich denke, das sie die den Gegner zwingen zu meinen Regeln zu zocken. Im PvP etwa glaube ich das sich dies durch eine schnelle Exe erzielen lässt - der Gegner muss dann auf diese reagieren und seinen Gameplan umstellen. Insbesondere verliert er vll. die Kontrolle? Denke das eine gute 2 Gate BO einen ähnlichen Effekt haben könnte - nachdem ich nun die letzten Tage kräftig meine 13 Nexus BO generdet habe wird nun morgen der 2 Gate Tag anstehen

    1 Gate Tech im PvZ könnte evtl. ähnliche Effekte haben.

    Naja, das geht jetzt nicht mehr um Prioritäten. Aber es ist in deinem Eingangspost ohnehin nicht ganz klar, ob du nun über Entscheidungen oder Prioritäten schreibst. Prioritäten setzen ist nämlich nur eine Teilmenge des größeren Themas "Entscheidungen". Die Entscheidung für bestimmte BOs hat ja nix mit Prioritäten zu tun.
    Du trainest also im Prinzip nur einige Bo`s. Die musst die aber deinerseits aber auch wieder an das anpassen, was du beim Gegner scoutest. Genauso wie er sich auf dich einstellen muss. Du arbeitest nicht wirklich daran, dir einen Vorteil zu verschaffen, sondern übst Bo`s (Jedenfalls hört es sich für mich so an).

    Btw. Wenn du FE spielst, gibst du die Mapcontrol erstmal an den Gegner ab und lässt ihm freie Hand, statt ihm irgendwas aufzuzwingen. Er kann sich nun überlegen ob er mit nem fast rvr drop reagiert oder dich mit nem 4 gate timing push einrennt oder ob er selber ext oder oder oder...

    Also den Gegner zu irgendwas zwingen ist immer relativ.

    Auch wenn du im PvZ 1 Gate tech spielst, bist du erstmal in der Defensive. Z kann sich aussuchen, ob er nun 2 hatch oder 3 hatch spielt, ob er mass hyds spielt oder lurk/ling/scourge oder doch mit Mutas eröffnet. Zudem hat er bis zu deinem 1. Goon den Ovi in deiner Main und sieht genau was du spielst. Ich finde man zwingt den Z nur zu wirklich microlastigem Gameplay, wenn man 2 Gate spielt als P. Aber naja, bin ja jetzt auch nicht Der Ubergosu :P
    Zitat Zitat von Shihatsu Beitrag anzeigen
    aber irgendwann will ich auch mal der böse sein!

    o, wait....


  11. #11
    Benutzerbild von Chili
    Registriert seit
    Feb 2009
    Beiträge
    2.111
    Likes
    1
    Es spricht für dich das DU die richtigen Konter sofort erkennst - der Gegner hat eine ganze Reihe von Optionen gegen 13 Nexus. Gegen gutes Reaver Micro geht man tendenziell auf jeder Map damit unter, wenn man selber schnell ext und mit dem ersten Bersi noch ein paar Probes killt bzw. mich durch schnellen Core/schnelle Zita zwingt viele cannons zu bauen dürfte es auch keinen großen Macronachteil geben. 4 Gate Goon geht allerdings imo nicht auf jeder Map.

    Dabei ist klar, dass ich mich anpassen muss: masst er Zeals muss ich ein drittes Gate setzen, geht er schnell Goons brauche ich cannons, sieht es eher nach Reaver aus muss ich schnell Gas/Core --> Goons und Shuttle und Reaver focussen, kommt DT Drop brauche ich Cannons in der Main. Aktion und Reaktion, zunächst also nichts grundlegend anderes als durch meine Exe. (Mapcontrol finde ich im PvP jetzt nicht so den entscheidenen Begriff wie in anderen MUs)

    Ich würde aber folgend argumentieren: Diese Entscheidungen sind direkt essentiell Bestandteil meiner BO. Der Gegner hat eine endliche Anzahl an Reaktionsmöglichkeiten. Sofern ich die vorher kenne kann ich automatisch drauf reagieren. Die Hoffnung ist aber, das es für mich ein Vorteil ist, dass der Gegner eventuell von seiner vorüberlegten BO abrücken muss, wenn ich diesen Move mache. Entsprechend habe ich jetzt schon reihenweise gegen D+ (in Ausnahmefällen C- Spieler) mit der BO gewonnen - weil sie eben nicht die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Panik Mode Zeal Rush klappt z.B. nur selten Selbst wenn sie im Prinzip die richtigen Konter kennen, diese aber selten gespielt haben, ist das ja noch ein Vorteil für mich

    Naja, was ich sagen will ist, dass ich durch die BO bestimme in welchen Rahmen das Spiel geht. Falls es den Gegner aus dem Konzept bringt, ist das en klarer Vorteil für mich. Falls nicht, fällt dieser Pkt natürlich weg - und falle u.U. kräftig auf die Schnauze. Aber ohne Einsatz gewinnt man auch nix! Und das is ne ideale Ladderstrat, weil alle Spiele so ungefähr in 5 (ich sterbe an Zeal rush), 8 (ich sterbe an Timing Push) oder 11 Minuten (Gegner stirbt an Timing Push) entschieden sind

    Und Harrass würde ich dann auch in diesem Lichte sehen: Gegner aus dem Konzept bringen, hoffen, dass er deshalb vielleicht falsche Entscheidungen trifft bzw. überfordert ist.

    PvZ kenne ich mich nicht aus, kann deshalb nicht widersprechen - wahrs. haste Recht
    Geändert von Chili (09. Dezember 2009 um 15:15 Uhr)

  12. #12
    bimsbrom
    Guest
    Wow, da habe ich ja was losgetreten.
    Ich bin höchst erfreut über die Rege Diskussion und hoffe, das geht so weiter.
    Ich möchte diesen Text eigentlich größtenteils im theoretischen belassen, allerdings ist die Praxis der Theorie ja ziemlich praktisch. Ich habe mal ein kleines Fazit vorneweggeschrieben, vielleicht ist Piko damit ja zumindest zum Teil zufrieden?
    Es ist übrigends jeder Willkommen, mitzuarbeiten und konkrete Vorschläge zu machen, mir gehts hier um ein gutes Ergebnis und nicht um meinen Senf.
    Bestes

    P.S.: Startpost geändert, Teil 2) vorläufig fertigeschrieben.

  13. #13
    Benutzerbild von FCX
    Registriert seit
    Feb 2009
    Beiträge
    3.585
    Likes
    0
    Ingame Entscheidungen treffen hängt imo primär von 2 Faktoren ab:
    Scouting und Erfahrung.

    Das erste ist denk ich selbsterklärend. Man kann in einer Situation nur dann eine Optimale entscheidung treffen wenn man möglichst alle informationen hat. Mir persönlich geht es desöfteren so das ich nen game verliere und denke, omg Imba der ist mir ja 10 zu 1 überlegen. Dann guck ich mir das rep an und beiß mir in Arsch weil ich das game an nem dutzend stellen locker flockig hätte gewinnen können, aber das eben nicht wußte. Wer also gute entscheidungen treffen will, sollte erstmal sein Scouting verbessern. Ohne Scouting bleiben nur Gamesense und Glück, und da man auf unserem level keinen Nennenswerten Gamessense hat, bleibt es bei letzterem.

    Der zweite Punkt ist mMn die Erfahrung. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen das sich hinter Gamesense nix weiter als Erfahrung verbirgt. Gamesense bedeutet ja eine Situation richtig einschätzen zu können, obwohl einem nur lückenhafte Informationen zur Verfügung stehen. Und wie geht sowas? Na klar, über das Wissen wie die Situation nach dem bisherigen Spielverlauf eigentlich aussehen müsste. Und um das beurteilen zu können, muss man diesen Spielverlauf eben schon mindestens einmal gehabt haben. > man hat Erfahrung damit.

    Und eben dieser Punkt Erfahrung lässt sich meiner Ansicht nach auch sehr gut darüber trainieren, das man immer die selbe BO spielt. Als ich meine 3 gate rvr BO mehrere Monate ununterbrochen gespielt hatte, kannte ich einfach die meisten Szenarios die eintreten können, einfach weil ich sie schon mehrfach erlebt hatte, und wusste wie ich mit ihnen umgehen muss, weil ich nach dem game das game analysiert und mir nen Konter überlegt hatte. Auf die Art habe ich es im Grunde geschafft mir für diese eine BO relativ schnell Gamesense zuzulegen und die ganze Entscheidungsfindung zu automatisieren basierend auf den Erfahrungen die ich damit schon gemacht habe.

    Diese Art des Trainings hat allerdings auch ernste Nachteile. Zum einen hab ich immer nen Autoloss wenn ich in Situationen komme die ich eben noch nicht kenne, weil ich net weiß wie ich reagieren soll und zum anderen ist immer nur 1 Bo spielen etwas das eigentlich nur in einer Ladder möglich ist. Wenn man immer gegen die selben Leute spielt, wie auf ZL, kennen die meine Bo halt irgendwann und kontern sie einfach was das ganze drastisch an effektivität verlieren lässt.

    Just my 2 cents
    Geändert von FCX (09. Dezember 2009 um 17:27 Uhr)

  14. #14
    Anfängerhilfe

    Moderator
    SC2 AFH-Forum
    Benutzerbild von Maulwurf
    Registriert seit
    Sep 2004
    Ort
    Salzgitter-Thiede
    Beiträge
    2.478
    Likes
    0
    Zitat Zitat von Force_Commander Beitrag anzeigen
    Ingame Entscheidungen treffen hängt imo primär von 2 Faktoren ab:
    Scouting und Erfahrung.

    Das erste ist denk ich selbsterklärend. Man kann in einer Situation nur dann eine Optimale entscheidung treffen wenn man möglichst alle informationen hat. Mir persönlich geht es desöfteren so das ich nen game verliere und denke, omg Imba der ist mir ja 10 zu 1 überlegen. Dann guck ich mir das rep an und beiß mir in Arsch weil ich das game an nem dutzend stellen locker flockig hätte gewinnen können, aber das eben nicht wußte. Wer also gute entscheidungen treffen will, sollte erstmal sein Scouting verbessern. Ohne Scouting bleiben nur Gamesense und Glück, und da man auf unserem level keinen Nennenswerten Gamessense hat, bleibt es bei letzterem.

    Der zweite Punkt ist mMn die Erfahrung. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen das sich hinter Gamesense nix weiter als Erfahrung verbirgt. Gamesense bedeutet ja eine Situation richtig einschätzen zu können, obwohl einem nur lückenhafte Informationen zur Verfügung stehen. Und wie geht sowas? Na klar, über das Wissen wie die Situation nach dem bisherigen Spielverlauf eigentlich aussehen müsste. Und um das beurteilen zu können, muss man diesen Spielverlauf eben schon mindestens einmal gehabt haben. > man hat Erfahrung damit.

    Und eben dieser Punkt Erfahrung lässt sich meiner Ansicht nach auch sehr gut darüber trainieren, das man immer die selbe BO spielt. Als ich meine 3 gate rvr BO mehrere Monate ununterbrochen gespielt hatte, kannte ich einfach die meisten Szenarios die eintreten können, einfach weil ich sie schon mehrfach erlebt hatte, und wusste wie ich mit ihnen umgehen muss, weil ich nach dem game das game analysiert und mir nen Konter überlegt hatte. Auf die Art habe ich es im Grunde geschafft mir für diese eine BO relativ schnell Gamesense zuzulegen und die ganze Entscheidungsfindung zu automatisieren basierend auf den Erfahrungen die ich damit schon gemacht habe.

    Diese Art des Trainings hat allerdings auch ernste Nachteile. Zum einen hab ich immer nen Autoloss wenn ich in Situationen komme die ich eben noch nicht kenne, weil ich net weiß wie ich reagieren soll und zum anderen ist immer nur 1 Bo spielen etwas das eigentlich nur in einer Ladder möglich ist. Wenn man immer gegen die selben Leute spielt, wie auf ZL, kennen die meine Bo halt irgendwann und kontern sie einfach was das ganze drastisch an effektivität verlieren lässt.

    Just my 2 cents
    Guter Punkt.

    Ein weiterer Vorteil beim Wiederholen einer immer gleichen Bo ist, dass du ein Gefühl für Timing kriegst und in etwa einschätzen lernst, wann dein Gegner techt/ext/etc.
    Zitat Zitat von Shihatsu Beitrag anzeigen
    aber irgendwann will ich auch mal der böse sein!

    o, wait....


  15. #15
    Benutzerbild von FCX
    Registriert seit
    Feb 2009
    Beiträge
    3.585
    Likes
    0
    Jo das auch. Sogar beim Macro hilft es enorm. Ich hab bei keiner anderen BO so gutes Macro wie bei der, zumindest die ersten 9 minuten lang, danach ist nämlich die BO zuende und ich muss nach gefühl weiterspielen -.-

    Die Kors trainieren halt genauso, das prob dabei ist halt nur das man als normalsterblicher, nicht soviel auf die art trainieren kann. Kors trainieren jede BO so für xxxx games gegen jede andere BO. Deswegen kennen die auch jede Situation mit jeder BO in und auswendig. Unser eins kann halt netmal halb soviele games machen, und demensprechend auch nur einige wenige BOs auf die Art üben, und selbst wenn man sich auf eine beschränkt erreicht man nie das Kor niveau einfach weil man nicht soviele games machen kann, und schon gar nicht auf dem trainingsniveau. Aber vom Grundsatz her, ist das denke ich die beste Art BW zu lernen, denn wenns die besten der Welt so machen, muss ja was dran sein

    Grade für den Anfang find ichs auch ziemlich gut, einfach weil sich wesentlich schneller Resultate einstellen. Ist das gleiche wie mit Random spielen. Wer sich auf eine Rasse konzentriert mach schneller fortschritte wie jemand der alle 3 spielt. Das gleiche gilt auch für Buildorders. Wer dauernd verschiedene Builds ausprobiert, braucht ewig bis er auch nur mit einem Build halbwegs vertraut und gut ist.
    Geändert von FCX (09. Dezember 2009 um 18:07 Uhr)

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Forumregeln

  • Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
  • Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
  •