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  1. #1
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    [Spoiler] LotV: Diskussionsthread zur Storyline



    Exklusiv zur bevorstehenden Veröffentlichung der abschließenden Protoss-Kampagne von StarCraft II wird dieser Thread hier zur Anlaufstelle von jeglicher Diskussionen und Meinungen sein.

    En Taro Tassadar!
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  2. #2
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    Habe jetzt die ersten 3 Missionen der Hauptkampagne gespielt:

    Hui, ich hatte ja befürchtet, dass Zeratul die Kampagne nicht überlebt, aber so früh? Das ist schon heftig. Tja, da hat Artanis jetzt die nächste große Bürde zu tragen. Die Endzeitstimmung der Kampagne kommt bisher jedenfalls ziemlich gut rüber.

    Ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt, daß das Artefakt jetzt nochmal eine solch zentrale Rolle spielt. Im Prinzip bin ich ja voll für die Linie, dass man die "richtigen" Xel'Naga braucht, um Amon aufzuhalten und nicht einfach eine fröhliche Allianz aller drei Rassen plötzlich entsteht. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt.

    Die Idee, dass Amon die Khala nutzt, um die Protoss zu verderben finde ich sehr gelungen. Damit werden jetzt alle Protoss quasi gezwungen den Weg der Nerazim zu beschreiten. Erst der Overmind, dann die Khala, man ahnt schon, dass es am Ende das terranische Konzept des Individuums sein dürfte, was Amons Pläne noch Fall bringen könnte.
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  3. #3
    Bin komplett durch

    Tipp am Rande: wer die CE hat: nicht die DVD angucken, das Feldhandbuch erstmal liegen lassen und nicht mal die Trackliste des Soundtrack angucken, schon die spoilered.

    Schade dass sie es am Ende nicht ohne was Klischeehaftes geschafft haben. Finde insgesamt ist es ein guter und würdiger Abschluss, nach dem Desaster von Wings of Liberty. Ich fands auch gut dass es sich mehr wie Aliens angefühlt hat, durch Kerrigan als Identifikationsfigur schienen mir die Zerg fast schon vermenschlicht.

    So, jetzt aber ab in den Spoilertag

    Die Geschichte mit der Khala hat ja schon sinn gemacht, aber da frage ich mich warum die Intro (Trailer) so herausgestellt wurde, nur damit sie sie komplett hinter sich lassen müssen um Amon zu vernichten.
    Gut fand ich auch dass z.b. die Tal'Darim nicht mehr nur als stupide Bösewichte dargestellt wurden, sondern als eigenen Gesellschaft, auch wenn man ihre Traditionen und Ansichten nicht unbedingt gut heißen muss.
    Teile der Geschichte waren recht vorhersehbar, aber dass Vorazun einfach so Shakuras in die Luft jagt ohne viel darüber nach zu denken und ohne danach groß groß Emotionen dazu zu zeigen hat mich schon überrascht.
    Bei Arthanis hatte ich zu Anfang gedacht dass er, ähnlich wie Adun und Tassadar sowohl die Energien der Templer als auch der Leere meistert, deswegen die zwei unterschiedliche gefärbten Klingen. Dass die eine von Zeratul kommt hatte ich den Trailern noch nicht gesehen, guck mir die Dinger nicht Frame by Frame an. Aber man merkt dass seine Idee von der Einheit der Protoss immer wieder durchscheint, dass das am Ende der Schlüssel wird war mir schon klar, aber eher mit Terranern und Zerg statt den Protoss-Gruppierungen unter sich.
    Es war auch eine eher globalere Geschichte, bei WoL und HotS gings doch sehr um Raynor und Kerrigan und ihre persönlichen Geschichten. Es wirkte auch immer wie zwei Teile, die nicht komplett zusammen gepasst haben. Bei LotV ist die Geschichte von Arthanis besser mit der Amon-Geschichte verknüpft, es wirkt mehr wie aus einem Guss wie zuvor. Dadurch ist sie zwar weniger persönlich sondern spielt eher auf dem Niveau einer ganzen Rasse, aber mal ehrlich: die Klischee-Lovestory war imho keine gut Idee, von dem her bin ich froh dass sie davon abgekommen sind.
    Warum sie den Epilog ausgegliedert haben ist mir ein Rätsel. Die drei Missionen gehören zur Story dazu, ohne fühlt es sich so unvollständig an. Aber schön dass man nochmal alle Rassen spielen konnte, auch wenn ich dann erstmal gefailed bin weil ichs nicht mehr gewöhnt bin Zerg und Terraner zu spielen bzw. sie wie in Broodwar gespielt hab, was ich kurz vorher nochmal durchgespielt hab.

    Ich denke auch mit dem ganzen wurde ein Generationenwechsel für die Zukunft eingeleitet. Ich denke ja schon dass Blizzard mit StarCraft irgendwann weiter macht, aber dann mit neuen Charakteren - evtl. wird auch Arthanis nicht mehr dabei sein, er gehört ja auch noch zu Generation Broodwar. Immerhin hat er überlebt, in WarCraft 3 ist jeder Charakter gestorben welcher schon in WarCraft 2 dabei war und WoW hat ziemlich viele Bösewichte verheizt.


    Jetzt noch was noch offen bleibt, hier spekuliere ich mal über den Inhalt der DLC Pakete

    Mir fehlt jegliche Referenz zum dem Protossschiff welches Kerrigans Brut infiltriert hat.
    Was zu Raynor und Kerrigan würde ich ausschließen, ich denke die Geschichte ist erzählt.


    Obs auf meiner Liste WarCraft 3: The Frozen Throne als beste RTS-Kampagne überholt hat? Bin mir da gerade nicht sicher. Muss das noch ein bisschen sich setzten lassen (wärend ich Achievements sammle, auf Hard die Missionen anpacke und die Coop Missionen angehe). TFT ist auch schon ne Weile her. Bei mir wiegen aber der Klischee-Mist aus WoL noch nach, ganz los werden sie halt sowas nicht.

    PS: hab bestimmt noch einiges vergessen, das editiere ich dann rein

  4. #4
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    Will hier nicht zuviel lesen, deswegen nur kurz.

    Man wird sogar gespoilert, wenn man sich die Profilbildchen fürs Bnet ansieht.... Also am besten alles links liegen lassen.
    Zitat Zitat von Overmind Beitrag anzeigen
    Die Änderung, dass Kasernen nun ein Depot benötigen, find ich absolut witzlos. (Und das sag ich als Zergspieler.) Wenn, dann sollte das auch für alle Rassen gelten: Pool benötigt Overlord und Warpknoten benötigt Pylon. Warum sollte Terra als einzige die Einschränkung haben?

  5. #5
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    Tatsache ja, ist mir auch passiert:

    DASS mit Kerrigan irgendwas besonderes/herausragendes passiert, kann man sich tatsächlich schon am entsprechenden Benutzerbild klar machen

  6. #6
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    Ich lass es diesmal langsamer angehen. Hab bisher 7 Missionen gespielt. Bis jetzt gefällt es mir ganz gut. Mehr Tiefgang als erwartet, nachvollziehbare Story-Entwicklung und brutal auch teilweise ziemlich knackig, zumindest wenn man die "falsche" Armeekonfiguration hat. Missionsdesign angenehm, vielleicht etwas zu oft auf Zeitdruck getrimmt. Ist natürlich auch einfach ein schnelles Game. Fände es wünschenswert, wenn das klischeehafte "Gut" und "Böse" mal ein bisschen aufgebrochen würde, bis jetzt ist das noch ein bisschen Diablo3 Style.
    Warum überhaupt Firefox? Sämtliche Funktionen, die beim Firefox nur schlecht abgekupfert zu bekommen sind gibt es beim Orginal - dem guten Internet Explorer auch ohne lästige Bugs und Sicherheitslücken. Dazu ist der Premiumbrowser des Weltmarktführers rechtlich absolut unbedenklich und bietet als einziger eine blitzschnelle und perfekte Darstellung aller Websites!

  7. #7
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    Ich spiels grad auf Normal zum 1. Mal durch.
    Beim 1. Mal will ich brainafk durchcruisen, für Stress und Hirnblutungen gibts den Multiplayer. (und ich HASSE neu laden.)
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  8. #8
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    Bin jetzt auch einmal komplett durch. Mein Eindruck ein paar Stunden danach ist, daß sie auf jeden Fall besser als WoL und HotS ist. Sehr viele Referenzen zu StarCraft und Brood War und die meisten Missionen haben die Geschichte jeweils auch ordentlich vorangetrieben.

    Konkret zur Protoss-Kampagne:

    Tatsächlich besteht die Hauptkampagne ja aus "nur" 19 Missionen, aber dafür geht es tatsächlich ja auch sofort in die vollen. Die Rückeroberung Aiurs als Fehlschlag und der Tod Zeratuls gleich nach der zweiten Mission, die Flucht mit der Arche und wenig später die Notwendigkeit der Zerstörung von Shakuras lassen eine wirkliche Endzeitstimmung aufkommen.

    Das hat mich in der Form durchaus überrascht, denn die Vorankündigungen seit 2008 sprachen ja eher wage davon, dass man diplomatisch sein müsste und mit den verschiedenen Ansichten der unterschiedliche Stämme der Protoss zu tun haben. Das ursprüngliche Konzept der Diplomatie hat man da offenbar nochmal überarbeitet, aber die Problematik dabei nicht völlig ausgeblendet. Nur hätte sich wohl angesichts der Bedrohung durch Amon eine Kampagne, die erstmal 5-10 Missionen lang nur innere Protoss-Streitigkeiten beleuchtet, deutlich dröger angefühlt.

    Die unterschiedlichen Auffassungen von Nerazim, Khalai und später auch Purifiern (Richter) und Tal'darim kommen ja in der Kampagne trotzdem gut rüber. Und das Konzept die Einheitenwahl gewissermaßen nach Fraktionen aufzuschlüsseln unterstreicht das nochmal. Gut ist auch, dass man sich hier nicht permanent entscheiden muss, sondern vor jeder Mission seine Armee neu zusammenstellen kann. (Und das muss man zum Glück zuweilen auch, weil eben nicht jede Strategie in jeder Mission gleich erfolgreich ist.)

    Obwohl außer Artanis, Zeratul und Selendis die Charaktere an Bord der Spear of Adun alle neu waren - die jüngst veröffentlichten Kurzgeschichten und den Comic mal außen vor gelassen - hatte man doch den Eindruck, dass es schon echte Charaktere mit eigenen Überzeugungen sind. Dass alle am Ende auch mal in Missionen als Einheit vorkommen durften, hat der Sache auch zusätzlich gut getan.

    Etwas schade finde ich, dass die in der WoL-Mission "In utter Darkness" vorkommenden Charaktere Urun und Mohandar es nicht in LotV geschafft haben. Gerade Mohandar als Leiter der Nerazim und Mentor von Vorazun hätte man eigentlich prima bei den Shakuras-Missionen integrieren können. Klar möchte man einen weiteren weiblichen Charakter im Spiel haben, aber Mohandar hätte sich ja für Zestörung des Planeten opfern können, womit die Sache sogar nochmal ein Stück tragischer gewesen wäre, weil es zum einen kein gänzlich unbekannter Charakter wäre, der stirbt und Vorazun damit natürlich nochmal besonders tragisch getroffen wäre.

    Natürlich gibt es hier und da mal kleinere Ungereimtheiten. (Hatte Karax nicht seine Nerven durchschnitten und war dann doch wieder mit langen Nervensträngen zu sehen? Sind die Tal'darim Teil der Khala? Offenbar nicht, aber gleichzeitig haben sie auch nicht die Fähigkeiten der Dunklen Templer? Wie kann es sein, dass ausgerechnet Amon seine Getreuen nicht über etwas wie die Khala bindet, sondern nur über einen Hochlord, der auch noch herausgefordert werden und sogar die Seiten wechseln kann? Ganz schön risikoreich für jemanden, der ansonsten Pläne über den Zeitraum von Äonen schmiedet.)
    Aber das sind alles kleinere Dinge, die nicht wirklich den Eindruck der Kampagne drüben. Größere Logiklöcher gibt es nach meinem ersten Eindruck nicht. Die, die das im Netz zuweilen behaupten, haben in der Regel die Hintergrundereignisse von StarCraft, insbesondere die Handbuch-Vorgeschichte, nicht im Kopf.

    Von der Erzählung her ist die Mission mit Artanis und Kerrigan in Ulnar ein Highlight. Hier werden die notwendigen Bezüge zur Entstehungsgeschichte von Protoss und Zerg und zu dem hergestellt, was Zeratul im dritten Teil der DT-Trilogie herausfindet. Einzig schade finde ich, dass die Energiewesen aus den Tempeln nicht aufgegriffen werden. Das hätte sich meiner Meinung nach hier, beim Finale oder spätestens im Epilog noch angeboten.

    Das bringt mich zum einzigen etwas schwachen Punkt der Story: Das Artefakt - jetzt Schlüsselstein genannt - kann man Ende fast alles: Er führt nach Ulnar, er verbannt Amon in die Leere und macht noch diese und jede Kleinigkeit, nicht zu vergessen, dass er schon seit WoL eine Rolle spielt. Ich hätte es besser gefunden, wenn er wirklich nur ein "Schlüssel" gewesen wäre. Sei es eben für Ulnar und vielleicht für andere Xel'Naga-Tempel. Für den finalen Schlag gegen Amon hätte man dann ja z.B. genau die Energiewesen nutzen können, die ja eigentlich noch irgendwo sein müssten, sofern die nicht alle off-screen von Amon gekillt wurden.

    Stark finde ich hingegen die ganze Anfangsgeschichte, die im Handbuch beschrieben wird so aufzugreifen, dass man die Ereignisse dort mit denen aus WoL/HotS verknüpft, ohne echte RetCons, also Umschreibungen der Geschichte, zu benötigen. Sah es nach HotS noch so aus, als hätte irgendwann Amon der Xel'Naga in Handwerk gepfuscht während sie die im Handbuch beschriebenen Entwicklungen der Zerg und Protoss betrieben, so sind die Xel'Naga aus dem Handbuch in Wirklichkeit Amon selbst (und womöglich Untergebene wie Duran/Narud). Man kann natürlich sagen, dass auch ein Widerspruch zum Handbuch ist, aber letztendlich kann man das Handbuch nun einfach als die Fassung der Geschichte ansehen, die die Rassen selbst geglaubt und es überliefert haben. Der Overmind hat beispielsweise gegelaubt, dass die Assimilation der Protoss in seinen Schwarm der Wille der Xel'Naga ist, obwohl es nur Amons Wille war. Als dann Amons Plan mit dem Tod des Overmind fehlschlägt, versucht er eben die Hybriden im kleineren Stil zu erzeugen, wie es dann in Brood War gewahr wird.

    Insgesamt bin ich also nach erstem Eindruck sehr zufrieden. Die Kampagne hat eigentlich keine Längen, der neue Auftritt von Fenix fühlt sich nur anfangs künstlich an, wird aber schnell mit einer guten Hintergrundgeschichte gefüllt, die dann auch damit sinnvoll abschließt, dass er sich einen neuen Namen gibt. In der deutschen Fassung geht durch den Wechsel des Synchronsprechers allerdings auch die Wiedererkennbarkeit deutlich zurück. Schönes Easteregg ist allerdings, dass er nach dem ersten Auftauchen fast endlos alte Kampfgeschichten erzählt, wenn man auf ihn klickt.

    Alarak ist auf jeden Fall eine große Bereicherung für die Kampagne und verhindert auch, dass die Story zu kitschig wird und zur sehr in "Friede, Freude, Eierkuchen" endet. Es bleibt immer klar, dass es ein Zweckbündnis bleibt und ich war nie sicher, ob er nicht irgendwann doch noch Artanis in den Rücken fällt. Insofern ist es auch konsequent, dass er sich auch nach dem Sieg auf Aiur nicht der Hierachie anschließt.

    Der Tod von Zeratul am Anfang wirkt bitter, aber macht erzählichtechnisch natürlich Sinn. Zum einen ist damit für Artanis klar, dass er Zeratuls Mission vollenden muss, zum anderen hat er aber eben nicht alles Wissen, was Zeratul schon hatte, womit die Sache natürlich spannender bleibt. Daß man Zeratul in der Mission kurz vor seinem Tod nochmal ein Stück selbst steuern muss, finde ich auch sehr gut! In HotS hatte man beispielsweise den Fehler gemacht Stukow so einfach erscheinen zu lassen ohne sich ihm auf einer Karte zu nähern. In LotV hat man das besser gelöst, siehe auch die Mission, wo man Artanis rettet und dann auf der Karte findet.

    Man merkt, bei Legacy of the Void hat Blizzard tatsächlich aus den Schwächen bei WoL und HotS gelernt. Die Kampagne ist von den dreien sicherlich die beste und damit auch ein schöner Abschluss für die StarCraft II Trilogie.


    Zum Epilog:

    Der Epilog ist eigentlich mehr als ein Epilog, denn er enthält eine immense Storyentwicklung, die man eigentlich in einem Epilog nicht erwarten würde. In den drei Missionen erfahren wir nicht nur, dass Duran/Narud noch in der Leere lebt, sondern auch, dass Tassadar wirklich tot ist und nur ein Xel'Naga seine Form benutzt hat, um das Vertrauen von Zeratul und Artanis zu gewinnen. Und nicht zuletzt wird auch noch Kerrigan selbst eine der Xel'Naga und Amon (offenbar) besiegt.

    Die Endsequenz ist sicherlich etwas kitschig, aber ich finde durchaus akzeptabel. Zentraler ist aber das die eigentliche Storyentwicklung und die ist gut gelöst: Letztendlich kann nur ein Xel'Naga Amon bekämpfen und der Zyklus könnte weitergehen. Einzig wundert es mich, dass Kerrigan eigentlich keine echte Vereinigung von Zerg und Protoss ist, was für einen vollständigen Zyklus doch nötig wäre? Ich hätte also damit gerechnet, dass Kerrigan und Artanis gemeinsam zu einem neuen Xel'Naga-Wesen werden, aber wer weiß. Obwohl der Epilog schon den Kreis schließt, lässt er ja doch eine ganze Menge offen. Allerdings in einer Weise, in der man gut damit leben kann, selbst wenn man in absehbarer Zeit nichts mehr über das weitere Schicksal von Kerrigan oder dem Zyklus der Xel'Naga hört. Nettes Detail dabei: Kerrigan sagt, dass ihr der Zyklus der Xel'Naga egal sei, also ist auch offen, ob dieser nun weitegehen wird oder nicht.

    Und Raynors Verschwinden zwei Jahre nach den Ereignissen? Das hinterlässt mehr Fragen als Antworten, ohne aber wirklich unbefriedigend zu sein.

    Besonders schön war aber das Auftauchen von Duran und Stukow in der ersten Epilogmission. Durans vermeintliches Ableben in HotS wirkte schon immert etwas zu einfach und Stukows späte Rache an Duran ist einfach grandios, gerade in den Dialogen. Hier man wirklich nochmal den Fans eine grandiose Reminiszenz an Brood War gemacht. Übrigens ist die Folge der Rassen, die man im Epilog spielt wohl auch ein Verweis, denn in Brood War war die Reihenfolge der Kampagne ja auch PTZ und alles mit Kerrigan.


    Ich muss das ganze noch etwas sacken lassen und bin daher noch nicht sicher, ob man Metzens Aussage von der "besten Kampagne, die sie je gemacht haben" unterstreichen kann, aber es ist auf jeden Fall ein schöner Abschluss von StarCraft II, der den Kreis schließt, dabei durchaus noch die eine oder andere deutliche Überraschung hatte und trotzdem genügend Raum für weitere Geschichten und auch Konflikte im StarCraft-Universum hinterlässt.
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  9. #9
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    Bin auch durch und bin alles in allem zufrieden.
    Hauptstory
    Kaum Grund zur Klage. Die Vereinigung der Protoss gibt einen guten Rahmen vor, die Dialoge und viele der Zwischensequenzen sind zwar extrem pathetisch, aber auch passend. Protoss waren schon immer Pathosbrüder. Zwar finde ich es immer noch schade, dass sie alle nur gegen den bösen Obermotz kämpfen - die Intrigen und Backstabs der BW-Kampagne waren hier viel spannender - ich kann aber damit leben.

    Schwächer fand ich diesmal das Missionsdesign an sich. Fast jede Mission besteht aus "Zerstöre x auf der Map verteilte Objekte für y." Da hätten sie sich schon mehr trauen dürfen, ich hab gegen Ende das ein oder andere Mal mit dem Kopf schütteln müssen. Da das Gameplay an sich aber sehr viel Spaß macht, kein großer Wermutstropfen. V.a. die verschiedenen Protossfraktionen machen die Kampagne sehr kurzweilig und erhöhen auch den Wiederspielwert. (Und die Kettenschaden-Voidrays sind komplett imba.)


    Epilog:
    Die Idee mag ich, die Umsetzung nicht so. Fands arg übertrieben, dass Kerrigan ein Goldengel mit Flügelchen wird. Die Narud-Stukov-Sache war genial, die allerletzte Mission dagegen weniger. (Wieder nur "Zerstöre x Objekte"-Kram) Stimme Mengsk zu, eine Vereinigung von Artanis und Kerrigan wäre noch cooler gewesen. Aber ich verstehe, weshalb sie es so gelöst haben: Nur so konnten sie die ganze Sarah-und-Jim-Story auf ihre Weise zu Ende erzählen. Was in HotS noch arg plump gelöst war, ist hier nun erträglich kitschig. Die letzte Szene im Epilog war schon schön.


    Fazit
    MMn haben sie mit LotV den Kopf noch aus der Schlinge gezogen. SC2 erreicht sicher nicht die Tiefe von BW, es ist insgesamt aber ein herausragendes Spiel.

    WoL hat die besten Missionen, LotV hat die beste Story und HotS hat Kerrigan und Abathur.
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  10. #10
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    Ich habe selbst nur die Geschichte in Kurzfassung gelesen, weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass ich mir das Spiel je kaufen werden. Allerdings war ich dann doch so neugierig herauszufinden, was sich Blizz am Ende ausgedacht hat. Manche Sachen sind dennoch unklar, wenn man die Kampagne nicht selbst gezockt hat. Darum mal Fragen an die Leute, die alles durchhaben:
    - GM meinte ja, dass man das SC/BW-Handbuch als Versionen der Rassen ansehen kann, während in LotV die wahre Geschichte herauskommt. Räumt das denn alle Ungereimtheiten auf, wie das Zerus eine blühende Dschungelwelt ist, anstatt eine völlig verödete Wüste? Was passiert überhaupt mit den vielen Widersprüchen zu BW insgesamt?

    - Was war denn nun überhaupt das Bestreben von Amon? Einerseits klingt es so, als wolle er den Zyklus beenden, andereseits hat er ja selbst Hybriden erschaffen, die für den Zyklus wichtig sind. Irgendwie kommt mir das wieder als derjenige vor, der einfach böse ist, ohne irgendein Ziel zu haben.

    - Kommt eigentlich je jemand darauf zu sprechen, wie man die Teile des Schlüsselsteins gefunden hat. Einer der störensten Punkte für mich in WoL war, dass das Zeug auftaucht, an Orten, die man schon teilweise gekannt hat, ohne dass davon jemals gesprochen wurde.

    Es würde sicher noch mehr geben, aber das interessiert mich am Meisten.

    Insgesamt glaube ich werden ich nie darauf klar kommen, dass es so viele Brüche mit BW gab und das man daraus so ein billiges Gut-gegen-Böse gemacht hat. Nach all den Jahren hat aus meiner Sicht SC/BW durchaus etwas von seinen "Zauber" verloren, aber die Kampagne hat einfach immer noch ein tolles Geflecht aus Fraktionen, die jeweils eigene verständliche Pläne haben und sich gegenseitig dabei in die Pfanne hauen.

  11. #11
    Redakteur Benutzerbild von Eredalis
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    Gestern Nachmittag habe ich die Protosskampagne von StarCraft II
    ebenfalls erfolgreich abgeschlossen.

    Wie schon bei WoL und HotS die Jahre zuvor, erst einmal auf dem Schwierigkeitsgrad "Normal", um die Geschehnisse im Ganzen wirken zu lassen und x-maliges Neuladen zu vermeiden. (Ähnlich wie piko hasse ich das nämlich auch.^^) Den zweiten Durchgang mach ich dann wieder auf "Schwer" und den dritten schließlich irgendwann später auf "Brutal", wobei es mir da diesmal schon ein wenig graut bei einigen Missionen.^^'
    Ich rechnete ja schon damit, dass LotV am schwierigsten von allen drei StarCraft II-Kampagnen sein würde, aber diesmal geht's wohl ans Eingemachte...

    Fazit:
    (Ich werde keine Spoilertags benötigen.)
    Ich bin mit dem absolut hervorragend niedergeschriebenen zweiten Beitrag von General Mengsk nahezu einer Meinung.

    Es gibt wirklich kaum mehr dazu zu sagen, außer vielleicht, dass es auch für mich persönlich ein absolut würdiger und grandios inszenierter Abschluss der Trilogie ist.
    Es wird wirklich ALLES beantwortet, speziell die berüchtigten Fragen, über die wir uns seit über 15 Jahren die Rübe zermartert haben. Darüber hinaus fand ich es toll, dass es sogar gelang dabei für wirklich überraschende Aha-Effekte zu sorgen.

    Ich kann jedem nur empfehlen Legacy of the Void auf gar keinen Fall vorüberziehen zu lassen, denn es offenbart die Wahrheit in seiner Gänze.

    Was mir noch so aufgefallen ist:

    Es hat ein komplettes Re-Design bei der Vertonung fast sämtlicher Protoss-Einheiten der deutschen Version gegeben.
    Fast alle Vanilla-Einheiten sind komplett neu arrangiert worden.

    Im Einzelnen sind das:
    • Berserker
    • Stalker
    • Unsterblicher
    • Dunkler Templer
    • Hoher Templer
    • Archon
    • Phasengleiter
    • Träger

    Und natürlich Artanis ---> Joachim Tennstedt...

    Im englischen Original tauchen einige interessante Namen auf bei den Synchronsprechern auf.
    Rohana - Claudia Christian (Susan Ivanova aus Babylon 5)
    Alarak - John de Lancie (Q aus Star Trek)
    Ouros - Michael Dorn (Worf aus Star Trek)
    Geändert von Eredalis (21. November 2015 um 16:07 Uhr)
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  12. #12
    Michael Dorn war schon in Wings of Liberty dabei, hat da Tassadar vertont: http://www.imdb.com/title/tt1037854/...=tt_cl_sm#cast

    Viele Schauspieler verdienen sich auch ihr Brot als Synchronsprecher für Zeichentrickfilme/Serien, Animes oder eben Videospiele.

  13. #13
    Redakteur Benutzerbild von Eredalis
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    Noch ein paar nachträgliche Dinge:
    ( Warnung!!! Massive Zerg-Schwärme geortet!!! )

    @General Mengsk:
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Hui, ich hatte ja befürchtet, dass Zeratul die Kampagne nicht überlebt, aber so früh? Das ist schon heftig.
    Damit hatte ich ja auch gerechnet, sagte ich ja im Chat am BlizzCon-Wochenende schon. Und ich bin ganz ehrlich und hoffte insgeheim, dass es nicht passiert. Als es dann aber doch passierte, ich so: "Nein, FUCK!!! NEEEEIIIINNN!! Bitte nicht! Ich dreh ab! Was soll der Mist???? James Waugh! Ich hasse dich!"
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Tja, da hat Artanis jetzt die nächste große Bürde zu tragen.
    Das war mir im ersten Moment egal, soviel Rage brodelte die Vernunft weg.^^ Dann aber hegte ich ähnliche Gedanken.
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt, daß das Artefakt jetzt nochmal eine solch zentrale Rolle spielt.
    Bereits nach WoL wurde ja schon gesagt, dass das Artefakt viel mehr ist (und auch kann) als nur ein Schlüssel. War glaub ich auf dem Panel der Con 2010 oder 2011, bin nicht ganz sicher. Und ich finde es schlüssig, dass das Artefakt quasi von Duran sektorweit (über Moebius durch Tychus) gesucht worden ist und quasi in der gesamten Trilogie die Schlüsselrolle (ha, doppeldeutig) spielt.
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Im Prinzip bin ich ja voll für die Linie, dass man die "richtigen" Xel'Naga braucht, um Amon aufzuhalten..
    So ist es ja zum Glück auch gekommen.


    @Sok4R:
    Zitat Zitat von Sok4R
    ...nach dem Desaster von Wings of Liberty
    Was für ein Desaster?
    Zitat Zitat von Sok4R
    Die Geschichte mit der Khala hat ja schon sinn gemacht, aber da frage ich mich warum die Intro (Trailer) so herausgestellt wurde, nur damit sie sie komplett hinter sich lassen müssen um Amon zu vernichten.
    Nicht jeder weiß noch, was die Khala war/ist?!
    Zitat Zitat von Sok4R
    Gut fand ich auch dass z.b. die Tal'Darim nicht mehr nur als stupide Bösewichte dargestellt wurden, sondern als eigenen Gesellschaft, auch wenn man ihre Traditionen und Ansichten nicht unbedingt gut heißen muss.
    Absolut, das war auch mein Empfinden! Wie GM auch schon sagte, find ich Alarak auch klasse. Diese schmierige Art, die aber vor gefährlicher Intelligenz nur so sprüht - awesome!
    Zitat Zitat von Sok4R
    Teile der Geschichte waren recht vorhersehbar...
    Meinst du mit "Vorhersehbarkeit", dass für deinen Geschmack zu wenig unerwartete Wendungen eintreten?
    Zitat Zitat von Sok4R
    ...aber dass Vorazun einfach so Shakuras in die Luft jagt ohne viel darüber nach zu denken und ohne danach groß groß Emotionen dazu zu zeigen hat mich schon überrascht.
    Hm, diese Aussage hätte ich jetzt unterstrichen, wenn anstelle von Vorazun ihre Mutter Raszagal gestanden hätte. Aber Vorazun ist eben anders als ihre Mutter und auch radikaler in ihren Entscheidungen. Ich finde es passt gut zur Entwicklung, dass sie in dieser beklemmenden Situation diesen drastischen Schritt durchzieht...
    Zitat Zitat von Sok4R
    Es war auch eine eher globalere Geschichte, bei WoL und HotS gings doch sehr um Raynor und Kerrigan und ihre persönlichen Geschichten. Es wirkte auch immer wie zwei Teile, die nicht komplett zusammen gepasst haben.
    Hö? Also, das emfinde ich überhaupt nicht so. Das Gesamtbild ist doch eher, dass sich WoL aus der Sicht von Raynor und HotS aus der Sicht von Kerrigan und schließlich LotV aus der Sicht von Artanis dreht. Man verkörpert quasi diese drei Helden in den drei Teilen. Das war auch so von Anfang an geplant, siehe die Panels in den ersten beiden Jahren nach der Ankündigung. Nur eine Änderung scheint es gegeben zu haben: Zeratul wurde durch Artanis ersetzt. Ich meine mich zu erinnern, dass damals gesagt wurde, dass man mit Zeratul die Stämme vereinen muss.
    Randnotiz: Neulich sah ich im Battle.net-Client mal den Screen, wenn man StarCraft II nicht installiert hat. Von links nach rechts: Kerrigan, Raynor... und Zeratul. Da müsste jetzt eigentlich Artanis hin.

    Zitat Zitat von Sok4R
    Bei LotV ist die Geschichte von Arthanis besser mit der Amon-Geschichte verknüpft, es wirkt mehr wie aus einem Guss wie zuvor.
    Seh ich ebenfalls ganz anders. Versuch es mal mehr im Gesamtkontext zu betrachten, Sok4R. Für viele ist das wohl aufgrund der Trilogie vielleicht nicht gleich sichtbar:
    1.) Es beginnt langsam und schleichend in der Terranerkampagne von StarCraft II, dass die Helden, um die es sich dreht, langsam Wind von der gärenden Gefahr Wind bekommen.
    2.) Es setzt sich weiter in der Zergkampagne fort, wo klar wird, was überhaupt auf dem Spiel steht und was eigentlich genau hinter dieser ungewissen, drohenden Dunkelheit lauert.
    3.) Es kommt zum Finale in der Protosskampagne, wo die Karten auf den Tisch gelegt werden, da der Zeitpunkt gekommen ist.
    Zitat Zitat von Sok4R
    Dadurch ist sie zwar weniger persönlich sondern spielt eher auf dem Niveau einer ganzen Rasse...
    Weniger persönlich? Find ich nicht. Es ist genauso wie bei WoL und HotS - für LotV diesmal steht Artanis im Mittelpunkt. Vielleicht ist das dein Empfinden, weil sich die Ereignisse so überschlagen...
    Zitat Zitat von Sok4R
    ...aber mal ehrlich: die Klischee-Lovestory war imho keine gut Idee, von dem her bin ich froh dass sie davon abgekommen sind.
    Klischee-Lovestory? Meinst du Jim und Sarah? Auch wenn ich deine Meinung akzeptiere, finde ich eine solche Aussage nicht gerechtfertigt. Für mich klingt das einfach nur nach Sarkasmus...
    Zitat Zitat von Sok4R
    Warum sie den Epilog ausgegliedert haben ist mir ein Rätsel.
    Weil's auch ein Prolog gab?!
    Zitat Zitat von Sko4R
    Die drei Missionen gehören zur Story dazu, ohne fühlt es sich so unvollständig an.
    Wieso? Wie die Protosskampagne anfing, so endet sich auch. Aiur wurde -at last- befreit...
    Den Part mit dem Betreten der Leere in eine gesonderte Kurz-Kampagne zu packen, ist finde ich sehr passend...
    Zitat Zitat von Sok4R
    Mir fehlt jegliche Referenz zum dem Protossschiff welches Kerrigans Brut infiltriert hat.
    Absolut, das war auch mein Empfinden. Was ist mit Niadra? Vielleicht ist das wirklich Stoff für die DLCs...


    @General Mengsk:
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Hatte Karax nicht seine Nerven durchschnitten und war dann doch wieder mit langen Nervensträngen zu sehen?
    Das ging mir auch so, dass ich mich darüber gewundert hatte, als ich ihn von hinten sah. Ich glaube aber in einem Gespräch mit ihm (man muss wirklich "vor" und "nach" jeder Mission und Sternenreise mit jedem Charakter sprechen) gehört zu haben, dass er sich so eine Art Implantate, Äquivalent zu Roboterarmen, gebaut hat, die ihm beim Konstruieren helfen. Damit nimmt er auch immer die Sonde auf und rekonfiguiert sie, die vor seinen Füßen im Energiekern immer umher irrt.
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Sind die Tal'darim Teil der Khala? Offenbar nicht, aber gleichzeitig haben sie auch nicht die Fähigkeiten der Dunklen Templer? Wie kann es sein, dass ausgerechnet Amon seine Getreuen nicht über etwas wie die Khala bindet, sondern nur über einen Hochlord, der auch noch herausgefordert werden und sogar die Seiten wechseln kann?
    Jup, ich verstehe, was du meinst. So weit ich das sehe, haben die Tal'darim anstelle der Khala ihren Glauben. Sie sind Fanatiker mit dem Gesetz "nur der Stärkste überlebt" und sie distanzieren sich ja auch akribisch von ihren Artgenossen auf Aiur. Dass sie trotz fehlender Khala keine Dunklen Templer sind, liegt eben daran, dass sie nicht den Pfad der Schatten beschreiten, der einen Protoss erst zum Dunklen Templer macht. Ihre Entwicklung, Ethik und so weiter unterscheidet sich halt total von den Nerazim auf Shakuras.
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Das bringt mich zum einzigen etwas schwachen Punkt der Story: Das Artefakt - jetzt Schlüsselstein genannt - kann man Ende fast alles: Er führt nach Ulnar, er verbannt Amon in die Leere und macht noch diese und jede Kleinigkeit, nicht zu vergessen, dass er schon seit WoL eine Rolle spielt. Ich hätte es besser gefunden, wenn er wirklich nur ein "Schlüssel" gewesen wäre.
    Wie oben schon gesagt, es wurde bereits nach WoL darauf hingewiesen, dass das Artefakt viel mehr ist, als nur ein simpler Schlüsselstein. Es ist quasi der Schlüssel - diese Doppeldeutigkeit hat wirklich mehr Gewicht, als man anfangs vermutet - in der gesamten Trilogie, es ist immer präsent und spielt in jeder Kampagne eine entscheidende Rolle. Es wurde von den Xel'Naga geschaffen und für die "niederen" (sag ich jetzt mal) Rassen ist es nur schwer zu verstehen, was dieses Ding eigentlich wirklich alles kann. Nur die Protoss verstehen im Ansatz, was das Ding in Wahrheit für ein trojanisches Pferd ist. Das wird auch im Gespräch mit Karax deutlich...
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Die Endsequenz ist sicherlich etwas kitschig, aber ich finde durchaus akzeptabel.
    Jup, das erinnerte mich an die Antiker bei Stargate...
    Zitat Zitat von General Mengsk
    In den drei Missionen erfahren wir nicht nur, dass Duran/Narud noch in der Leere lebt...
    Jau, das war so ein Gänsehaut-Moment...
    So sieht also sein wahres Gesicht aus! Er ist kein Xel'Naga, sondern ein Formwandler aus der Leere.
    Zitat Zitat von General Mengsk
    ...sondern auch, dass Tassadar wirklich tot ist und nur ein Xel'Naga seine Form benutzt hat, um das Vertrauen von Zeratul und Artanis zu gewinnen.
    Da fiel mir ein Stein vom Herzen, ich dachte schon Tassadars Opfer wurde sorglos herunter skaliert...
    Zitat Zitat von General Mengsk
    ...der neue Auftritt von Fenix fühlt sich nur anfangs künstlich an, wird aber schnell mit einer guten Hintergrundgeschichte gefüllt...
    Jup, seh ich genauso!
    War auch mein Empfinden, ich rief erst: "Och nö, was soll das denn jetzt??? Kommt schon, das ist doch jetzt billig!" Aber großen Respekt an diesen Twist im Hinblick auf den Hintergrund um dem Auftauchen von Fenix... Guter, interessanter Hintergrund!
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Einzig wundert es mich, dass Kerrigan eigentlich keine echte Vereinigung von Zerg und Protoss ist, was für einen vollständigen Zyklus doch nötig wäre?
    Ich hab das so aufgefasst, dass ihre Form eine reine Form war, die unbefleckt war und eben nicht über Amons Fingerabdruck verfügt. Ich glaube, der Kreislauf spielt hier eine untergeordnete Rolle, es ging mehr darum, ein reines, sauberes Gefäß für die Essenz des Xel'Naga zu haben, mit dem Amon Paroli geboten werden konnte. So hab ich das verstanden...
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Besonders schön war aber das Auftauchen von Duran und Stukow in der ersten Epilogmission. Durans vermeintliches Ableben in HotS wirkte schon immert etwas zu einfach und Stukows späte Rache an Duran ist einfach grandios, gerade in den Dialogen.
    Absolut, das fand ich ganz genauso! Einfach nur hammergeil!
    Stukow: "Nein... Ich bin hier um dich in den Schlaf zu singen, du gottverdammter Mistkerl!"
    Zitat Zitat von General Mengsk
    Ich muss das ganze noch etwas sacken lassen und bin daher noch nicht sicher, ob man Metzens Aussage von der "besten Kampagne, die sie je gemacht haben" unterstreichen kann...
    Diese Aussage von ihm auf der BlizzCon... Wenn das auf alle vorherigen Kampagnen aller RTS-Games von Blizzard gemünzt war, dann will ich sagen, dass diese Aussage Unsinn ist. Ich meine eher daraus zu verstehen, dass er meinte, dass die LotV-Kampagne von allen drei StarCraft II-Kampagnen die beste ist. Und da geb ich ihm Recht, denn das ist so...
    Mir gefielen zwar auch WoL und HotS, aber LotV hat diesen Bonus noch, dass es alles, was uns jemals im SC-Universum bewegt hat, aufschlüsselt, auflöst und abschließt.
    Geändert von Eredalis (22. November 2015 um 14:09 Uhr)
    http://www.eredalis.de
    Embrace Your Inner Geek

  14. #14
    Characters and Voice Actors - StarCraft II: Legacy of the Void €dit: auch Spoiler drin, welche Charaktere vorkommen. Für die englische Version.
    und jetzt lese ich mal die ganzen Spoiler

    €dit:
    Eines vorneweg: ich haben mich, was Geschichten angeht, die letzten Jahre stark weiterentwickelt und bin viel Anspruchsvoller geworden. Game of Thrones (die TV-Serie, die Bücher liegen schon eine Weile rum aber keine Zeit) und die Bücher von Andrzej Sapkowski habe mit ihren Überraschungen, den komplexen Charaktere und dem allgemeine Gefühl dass alles sehr realistisch und nachvollziebar wirkt (im Gegensatz zu gekünstelten Geschichten) bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Filem wie z.b. Fast & Furious kann ich nicht mehr zu unbeschwert gucken wie früher, ich erwarte da einfach mehr als platte Action. Ich war nie jemand der in Filmen nach Fehler und unlogischen Sequenzen gesucht hat, aber hier sind mir viel zu viele aufgefallen. Früher viel es mir leichter da einfach die Birne auf Energiesparmodus zu schalten und mich an der stupiden Materialschlacht zu erfreuen. Bei Serien wie Dr. House oder Royal Pains, welche ich mal gerne geschaut hab sehe ich die Muster, nach der viele der Folgen ablaufen mittlerweile sehr stark, was mir ein wenig die Spaß an der Sache nimmt, das gebe ich zu. Da Videospiele meist was die Geschichte und Charakterentwicklung nicht so weit sind. Oftmals wird mit Klischees, Stereotypen und stumpfen Unsinn umsich geworfen. Ich finde was das angeht z.b. Borderlands 2 völlig unterbewertet: Handsome Jack ist ein stumpfer Böseweicht der böse ist weil er halt böse ist, sondern er hat sich zu dem Entwickelt und das kann man auch sehr gut nachvollziehen. Auch seine entwicklung vom überheblichen Großkotz zum Psychopathen, welcher nichts mehr zu verlieren hat und entsprechend agiert ist nachvollziehbar - das ist etwas, was mir bei vielen Spielen fehlt.

    Und: vieles sind einfach persönliche Eindrücke, die ich während dem Spielen hatte und mitgenommen habe von der vorherigen Teilen. Als vorbereitung haben ich StarCraft und Brood War nochmal gespielt, für WoL und HotS hats nicht gereicht, das beziehe ich mich auf meine Erinnerungen.

    So, aber jetzt ans Eingemachte :

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Was für ein Desaster?
    Desater ist vielleicht übertrieben, aber die Story war insgesamt in WoL einfach nicht gut. Viel zu Klischeebeladen und Dinge, die schlicht keinen Sinn gemacht haben - man abgesehen von den Entscheidungen, welche am Ende genau gar keine Wirkung hatten.
    1. Die potentiell größte Überraschung, nähmlich das Tychus ein Doppelagent für Mengsk ist wird schon im Intro (!!!) verraten (OK, das ist LotV nicht viel besser, die Geschichte mit dem Trennen von der Khala wurde AFAIR schon letztes Jahr auf der Blizzcon verraten)
    2. Selbst als Raynor weiß das mit Tychus was nicht stimmt (nachdem der junge Forscher ihn von dem Fernzünder erzählt) macht er genau gar nichts, er redet nicht mal mit ihm - obwohl eine direkte Gefahr für sein ganzes Schiff von Tychus ausgeht. Er hinterfragt auch nie, warum er einfach so auf Mar Sara auftaucht, sondern traut einfach seinem alten Kumpel. Dass hier was nicht mit rechten Dingen zu geht sollte eigentlich klar sein.
    3. Die Entscheidungen: Hanson? Sieht und hört man nie wieder von, egal wie man sich entscheidet. Tosh? Das selbe in grün - nicht mal die kanotische Varianten wird übernommen. Bei Nova ändert sich genau eine Dialogzeile in HotS (wobei Raynors antwort die Selbe ist). Selendis erwähnt das Treffen mit Raynor auch nie (er auch nicht), wobei hier zumindest man verstehen kann dass sie andere Probleme hat.
    Gesamtnote: Viel verschenktes Potential.
    4. Das Ende. Er trägt seine Liebste in den Sonnenuntergang. Das ist mal Kitsch^10.
    und bestimmt noch mehr, aber ist ne Weile her das ich WoL zuletzt gespielt hab.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Nicht jeder weiß noch, was die Khala war/ist?!
    OK, wer nicht gerade Hardcore-Lore Fan ist hat den Begriff vielleicht schonmal gehört, aber so richtig thematisiert wurde sie eigentlich nie - im Prinzip hätte die Protoss auch per Sprachchat kommunizieren können, das hat bisher so keinen Unterschied gemacht.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Absolut, das war auch mein Empfinden! Wie GM auch schon sagte, find ich Alarak auch klasse. Diese schmierige Art, die aber vor gefährlicher Intelligenz nur so sprüht - awesome!
    Ich finde ihn zudem einen gelungenen Gegenpol zu Artanis.
    btw. finde ich die Tal'Darim ähneln den Dark Eldar aus W40k etwas, gerade mit ihrem strikten Rangsystem. Die Folteraspekte und Skalvenhaltung haben sie aber nicht übernommen, passt wohl nicht ins StarCraft Universum.
    http://wh40k-de.lexicanum.com/wiki/Dark_Eldar

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Meinst du mit "Vorhersehbarkeit", dass für deinen Geschmack zu wenig unerwartete Wendungen eintreten?
    Könnte man so sagen. Ab einem gewissen Punkt verläuft alles in recht vorhersehbaren Bahnen, z.b. dass sich die Tal'Darim und die Purifiers ohne großes Wenn- und Aber anschließen. Oder das Kerrigan die große Retterin ist. Das hat mich etwas gestört, die Gravuren in den Tempeln zeigen ja 1zu1 sie! Im Endeffekt geht die Prophezeiung fast 1zu1 auf, das finde ich schon etwas unrealistisch.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Hm, diese Aussage hätte ich jetzt unterstrichen, wenn anstelle von Vorazun ihre Mutter Raszagal gestanden hätte. Aber Vorazun ist eben anders als ihre Mutter und auch radikaler in ihren Entscheidungen. Ich finde es passt gut zur Entwicklung, dass sie in dieser beklemmenden Situation diesen drastischen Schritt durchzieht...
    Dass sie keine Raszagal 1.5 sein soll ist mir auch klar. Auch dass die dunklen Templer als nomadische Volk angelegt sind und deshalb weniger an ihrer Heimatwelt hängen als die Auir Protoss an ihrer verstehe ich auch. Aber mit hat doch überrascht wie schnell sie das entschieden hat und dass es danach nicht mal erwähnt wird. So kalt hätte ich sie nicht erwartet, es wahr schließlich das nächste, was die dunklen Templer über Jahrunderte an einer Heimatwelt hatten. Zumindest ein Dialog in dem sie Sharkuras etwas nachtrauert oder ihre Entscheidungen in Frage stellt hätte sie etwas (OK das klingt jetzt komisch) menschlicher erscheinen lassen. So wirkt sie sehr fokusiert, erbarmungslos und kalt.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Hö? Also, das emfinde ich überhaupt nicht so. Das Gesamtbild ist doch eher, dass sich WoL aus der Sicht von Raynor und HotS aus der Sicht von Kerrigan und schließlich LotV aus der Sicht von Artanis dreht. Man verkörpert quasi diese drei Helden in den drei Teilen. Das war auch so von Anfang an geplant, siehe die Panels in den ersten beiden Jahren nach der Ankündigung. Nur eine Änderung scheint es gegeben zu haben: Zeratul wurde durch Artanis ersetzt. Ich meine mich zu erinnern, dass damals gesagt wurde, dass man mit Zeratul die Stämme vereinen muss.
    Das mit der Sicht schon, ich hatte aber immer den Eindruck dass die Hybriden Geschichte ein wenig einen Nebenrolle gespielt hat.
    In WoL gings vor allem um Raynors Widerstandskampf gegen Mengsk, das Auftauchen von Tychus, das Artefakt und Valerian geben im letztendlich die Möglichkeiten, die ihm zuvor fehlten. Und natürlich die Geschicht seine Liebste zu retten (was btw. man nur wirklich versteht wenn man die Romane gelesen hat, wie tief ihre Beziehung ging wird in StarCraft und Brood War nie wirklich thematisiert - eher das Gegenteil, er schwört ja sie umzubringen.). Alles sehr perönliche Ziele von Raynor. Das Artefakt ist für ihn mehr Mittel zum Zweck dafür, die Hybriden eher lästige Gegner - was da wirklich auf dem Spiel steht sieht man nur in der Zeratul-Mini-Kampagne.
    In HotS geht es Kerrigan vor allem um ihre persönliche Abrechnung mit Mengsk und auf dem Weg dahin eine Art Selbstfindungstrip, eine eher klassische Heldengeschichte: seinen Weg und sein Potential finde um dann seine Feine zu vernichte, das konnte schon Homer. Hier im speziellen: dass sie von den Zerg nicht los kommt, eine Verbindung zu ihnen hat die sonst keiner aufweist. Auch hier spielen die Hybriden eher eine Nebenrolle, klar hat Zeratul sie als Retterin im Blick, sie direkt aber nicht.
    Erst in LotV passt imho beides zuammen: das Schicksal der Protoss und das von Amon ist so stark miteinandern verwoben, das ich nicht das Gefühl hatte zwei parallele Geschichten bzw. Agendas zu verfolgen. Das fand ich auch nicht erzwungen (was ich etwas erwartet hatte bei dem Abschluss und wie es vorher lief), es ergänzte sich gut. Artanis perönliche Ziele von einer vereinigten Protoss-Nation stehen imho auch einen Schritt hinter der Rettung des gesamten Universums zurück. Das passt auch dazu dass die Tal'Darim sich am Ende dazu entschließen nicht beim Daelaam zu bleiben.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Seh ich ebenfalls ganz anders. Versuch es mal mehr im Gesamtkontext zu betrachten, Sok4R. Für viele ist das wohl aufgrund der Trilogie vielleicht nicht gleich sichtbar:
    1.) Es beginnt langsam und schleichend in der Terranerkampagne von StarCraft II, dass die Helden, um die es sich dreht, langsam Wind von der gärenden Gefahr Wind bekommen.
    2.) Es setzt sich weiter in der Zergkampagne fort, wo klar wird, was überhaupt auf dem Spiel steht und was eigentlich genau hinter dieser ungewissen, drohenden Dunkelheit lauert.
    3.) Es kommt zum Finale in der Protosskampagne, wo die Karten auf den Tisch gelegt werden, da der Zeitpunkt gekommen ist.
    Irgendwie handhabe ich die drei Teile wohl mehr Stand-Alone als gut ist, aber ansonsten das was oben steht. Der große Handlungsbogen scheint mir lange nur zweitrangig zu sein, die persönlichen Ziele von Raynor und Kerrigan stehen im Vordergrund und überschneiden sich nur wenig mit dem großen Ganzen.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Weniger persönlich? Find ich nicht. Es ist genauso wie bei WoL und HotS - für LotV diesmal steht Artanis im Mittelpunkt. Vielleicht ist das dein Empfinden, weil sich die Ereignisse so überschlagen...
    Ja, Artanis steht im Mittelpunkt - aber ich finde nicht so zentral wie bei Raynor und vor allem Kerrigan, gerade weil der übergreifenden Handlungsbogen in den Vordergrund gerückt wird.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Klischee-Lovestory? Meinst du Jim und Sarah? Auch wenn ich deine Meinung akzeptiere, finde ich eine solche Aussage nicht gerechtfertigt. Für mich klingt das einfach nur nach Sarkasmus...
    Sie wirkt vor allem Klischeehaft weil er in Brood War noch geschworen hat sie umzubringen (wohl im Affekt, aber das muss man erstmal raushauen - und Raynor ist kein dröfjähriger auf XboxLive ) und dann in WoL auf einmal ihr hinterher trauert - wie gesagt, wenn man die Bücher nicht kennt weiß man auch um ihre Beziehung nicht. Und natürlich dass er ohne mit der Wimper zu zucken bereit ist alles, für was er und seine Männer bisher gekämpft haben über den Haufen zu werfen für die kleine Chance sie als Mensch zurück zu bekommen.
    The needs of the many...

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Weil's auch ein Prolog gab?!
    Wieso? Wie die Protosskampagne anfing, so endet sich auch. Aiur wurde -at last- befreit...
    Den Part mit dem Betreten der Leere in eine gesonderte Kurz-Kampagne zu packen, ist finde ich sehr passend...
    Gut, kann man so sehen. Für mich war die Rückeroberung von Aiur und die Verbannung von Amon zurück in die Leere nur ein halber Sieg, ohne ihn ganz besiegt zu haben fehlte mir das irgendwie was. Man konnte halt ahnen dass er früher oder später zurück kommen wird, nur die völlige Vernichtung bringt auch eine sichere Zukunft.

    Zitat Zitat von Eredalis Beitrag anzeigen
    Absolut, das war auch mein Empfinden. Was ist mit Niadra? Vielleicht ist das wirklich Stoff für die DLCs...
    Da bin ich mir sehr Sicher, sind ja angekündigt und auch mehrere. Mal sehen wie sich Preis und Umfang verhalten. Aber das ist ein anderes Thema.



    Du siehst: wir sind uns an einigen Stellen uneinig. Ist aber auch kein Problem, es spricht eher für ein Medium dass man unterschiedliche Ansicht sein kann. Ich streite bis heute mit Freunden darum, wie Inception wirklich endet (Kreisel).
    Geändert von Sok4R (23. November 2015 um 18:29 Uhr) Grund: big bad €dith ;)

  15. #15
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    @Sok4R:
    Zitat Zitat von Sok4R
    Viel zu Klischeebeladen und Dinge, die schlicht keinen Sinn gemacht haben - man abgesehen von den Entscheidungen, welche am Ende genau gar keine Wirkung hatten.
    Ich weiß ja nicht....
    Ist es nicht eher so, dass man genau diese Stränge in WoL, die du aufzählst, in sich abgeschlossen hat? Wie kann man da sagen, dass die am Ende keine Wirkung hatten?

    Fangen wir mal mit den Nebenschauplätzen, die aber schon die Gesamthandlung mit bereichern.

    • Dr. Ariel Hanson
      Raynors Crew hilft Dr. Hanson eine neue (übrigens völlig isolierte) Heimat zu finden und hat die Leute von Agria damit gerettet. Neben der neuen Technologie, die er dabei akquiriert hat, ist seine Crew auch stärker geworden, da sich einige Kolonisten den Raiders angeschlossen hatten. (Wurde im Gespräch mit Hanson deutlich)

    • Gabriel Tosh
      Raynors Crew nimmt das zuerst ominös erscheinende Angebot von Gabriel Tosh an und bekommt im Gegenzug auch ordentlich etwas wieder, nämlich Verbündete und eine Lebensversicherung in Form der Phantome, auf die man bauen (kann man ja dann auch in der Kaserne^^) kann. Zudem schwächt er mit diesen Bündnis den Würgegriff der Liga, ein netter Doppeleffekt...

    Dann der Hauptschauplatz, denn so muss man das wirklich einteilen.

    • Tychus Findlay
      Zitat Zitat von Sok4R
      Die potentiell größte Überraschung, nämlich das Tychus ein Doppelagent für Mengsk ist wird schon im Intro (!!!) verraten.
      Stimme ich dir nicht zu, es ist eher so, dass der Spieler aus dem Off erfahren "soll", wer ihn freigelassen hat und man quasi aus dem Off mit erlebt, wie er dann bei Jim auftaucht. Man ahnt zwar, dass da irgendwas was nicht stimmt, aber die Auflösung kommt eben erst am Ende. Diese Perspektive ist mit Absicht so gewählt, man ist trotzdem aber die ganze Zeit über im Unklaren, was Tychus genau im Schilde führt.
      Zitat Zitat von Sok4R
      Selbst als Raynor weiß das mit Tychus was nicht stimmt (nachdem der junge Forscher ihn von dem Fernzünder erzählt) macht er genau gar nichts, er redet nicht mal mit ihm - obwohl eine direkte Gefahr für sein ganzes Schiff von Tychus ausgeht.
      Das stimmt nicht, er spricht Tychus nach dem Hinweis darauf an. Vielleicht hättest du lieber noch mal WoL spielen sollen statt SC und BW.
      Die Antwort von Tychus war ausweichend, sinngemäß sagte er so Dinge, dass er in einen ziemlichen Schlamassel geraten ist und zusehen muss, dass er da bald wieder raus kommt. Raynor drohte ihm glaub ich auch noch so ungefähr mit den Worten: "Wenn ich rausfinde, dass du eine Gefahr für das Schiff darstellst, dann fliegst du durch die nächste Luftschleuse."
      Zitat Zitat von Sok4R
      Er hinterfragt auch nie, warum er einfach so auf Mar Sara auftaucht, sondern traut einfach seinem alten Kumpel. Dass hier was nicht mit rechten Dingen zu geht sollte eigentlich klar sein.
      Ei, jei, jei... ^^ Ich glaub wirklich, du solltest WoL wirklich noch mal spielen. ^^
      Ich schrieb das bereits hier im Thread: es ist immens wichtig, dass man wirklich "vor" und "nach" jeder Mission mit allen Charakteren versucht zu sprechen. Oftmals sind da wirklich erklärende Dialoge enthalten, die man auch beim zweiten Mal leicht übersehen kann.

      Tatsache ist, was Raynor empfindet, sind schon Schuldgefühle. Seine Frage, was Tychus all die Jahre über getrieben habe, wird von dem Riesen mit der Antwort abgeschmettert, dass er in den Bau gegangen sei und Raynor dafür ein freier Mann war. Dadurch hatte Tychus Raynor quasi gleich bei den Eiern, da er genau wusste, dass Raynor ein schlechtes Gewissen hat deswegen und diese Taktik zündete auch sogleich. Denn Raynor ließ es meiner Erinnerung nach auch gleich gut sein, er dachte sich ja nichts schlimmes dabei, dass Tychus eines Tages vor ihm stand.

      Deswegen: Natürlich ist das klar, dass da was nicht stimmt. Aber eben nur der Spieler weiß, dass da was im Argen liegt...
      Zitat Zitat von Sok4R
      Selendis erwähnt das Treffen mit Raynor auch nie (er auch nicht), wobei hier zumindest man verstehen kann dass sie andere Probleme hat.
      Gesamtnote: Viel verschenktes Potential.
      @Selendis: Richtig, was sollte er auch sagen? "Mensch, Selendis, altes Haus! Lange nicht gesehen! Wir haben den Kolonisten von Agria aber ne richtig starke Show geboten, oder?!"
      Ne, ne, die beiden sind sich damals zufällig begegnet auf Haven. Und das war wirklich unpersönlich, eine kurzes Intermezzo am Übertragungsbildschirm. Selendis kannte Raynor ja auch nur vom Hörensagen, die Sache war aber danach abgehakt für beiden Seiten.
      Zitat Zitat von Sok4R
      Das Ende. Er trägt seine Liebste in den Sonnenuntergang. Das ist mal Kitsch^10.
      ^^ Das ist bei WoL die geschnittene Fassung. Hier ist die unzensierte Version:
      Dürfen die beiden nach 4 Jahren Koprulu-Zeit (12 Jahren realer Erdzeit), nach allem was sie durchgemacht haben und dieser infernalen Schlacht da auf Char, denn nicht diesen Moment zusammen haben? Hier ging es um den Sieg gegen die Königin der Klingen!!! Und der wurde errungen! Unter hunderttausend- oder auch millionenfachen Verlusten auf beiden Seiten... Seid ihr denn alle wirklich so herzlos???

    Zitat Zitat von Sok4R
    Könnte man so sagen. Ab einem gewissen Punkt verläuft alles in recht vorhersehbaren Bahnen, z.b. dass sich die Tal'Darim und die Purifiers ohne großes Wenn- und Aber anschließen.
    Bezüglich den beiden Fraktionen: Ohne großes Wenn und Aber? Ist das nicht auch ein bisschen übertrieben?
    Bei den Richtern (Purifiers) war es keinesfalls von Anfang an klar, dass sie sich anschließen. Da hieß es doch eher zittern bis zum letzten Augenblick...

    Und bei den Tal'darim erst recht nicht! Es war ja auch Alarak, der diesen ersten Schritt gemacht hat, was für einen Tal'darim eher undenkbar ist. Und wie General Mengsk schon sagte und ich auch so empfand, man konnte sich nie ganz sicher sein, dass er Artanis nicht doch noch in den Rücken fällt.

    Also von leichtfüßigen Allianzen kann man hier nicht sprechen. Weiß auch nicht, ob ein von dir gewünschter Querschläger bei den potentiellen Parteien gepasst hätte. Das hätte das Hauptthema vielleicht unwillentlich in den Hintergrund gerückt, man fragt sich dann, warum man seine Zeit mit sowas verschwendet. Das war schon mit dem Unsicherheitsfaktor Alarak gut gelöst...

    Zudem wurde ja im Vorfeld auch gesagt, dass die Stämme (in dem Fall Fraktionen) auf diplomatische Weise vereint werden.
    Zitat Zitat von Sok4R
    Oder das Kerrigan die große Retterin ist. Das hat mich etwas gestört, die Gravuren in den Tempeln zeigen ja 1zu1 sie! Im Endeffekt geht die Prophezeiung fast 1zu1 auf, das finde ich schon etwas unrealistisch.
    Auch hier konnte man nicht von Anfang sicher sein. Es hieß nur, dass Kerrigan der Faktor X ist, aber Prophezeiungen können trügerisch sein...
    Es hätte auch anders kommen können! Keinesfalls war bis zu dem entscheidenden Augenblick am Ende klar, dass sich die Prophezeiung erfüllen würde. Wer da jetzt im Nachhinein behauptet, das wäre klar gewesen, versprüht den fahlen Geschmack von unbegründetem Spott...
    Zitat Zitat von Sok4R
    So kalt hätte ich sie nicht erwartet, es wahr schließlich das nächste, was die dunklen Templer über Jahrunderte an einer Heimatwelt hatten. Zumindest ein Dialog in dem sie Sharkuras etwas nachtrauert oder ihre Entscheidungen in Frage stellt hätte sie etwas (OK das klingt jetzt komisch) menschlicher erscheinen lassen. So wirkt sie sehr fokusiert, erbarmungslos und kalt.
    Ich finde, "kalt" ist der falsche Begriff. Das klingt, als würde sie Shakuras mit seiner gesamten Bevölkerung auf der Planetenoberfläche opfern. Aber tut sie das? Nein, sie opfert diese verloren gegangene Welt. Ihre Gründe legt sie dabei offen und die sind absolut nachvollziehbar in einer solch überbordenden Situation. Shakuras war eh verloren! Die Oberfläche hatte sich in eine Flammenhölle verwandelt, es war der einzig logische Schritt...

    Übrigens, hast du danach noch mal mit ihr gesprochen? Artanis und Vorazun sprechen über den Verlust von Shakuras...
    Zitat Zitat von Sok4R
    Und natürlich die Geschicht seine Liebste zu retten (was btw. man nur wirklich versteht wenn man die Romane gelesen hat, wie tief ihre Beziehung ging wird in StarCraft und Brood War nie wirklich thematisiert - eher das Gegenteil, er schwört ja sie umzubringen.).
    Das hat er getan: Er hat geschworen die Königin der Klingen umzubringen! Sie war die Gefahr für den Sektor, sie war verantwortlich für den Tod von Fenix und all die Gräueltaten. Wie sehr ihn der Verlust von dem Mensch Sarah Kerrigan eingeholt hat, sieht man doch am Anfang von WoL.
    Man braucht dafür übrigens nicht den Roman zu lesen, das wird schon vorher klar. In SC in der Terraner- und Zergkampagne wird es klar, und bei WoL sitzt er da am Anfang mit dem Bild von Kerrigan in der Hand, in dem Moment wird doch klar, was die Stunde geschlagen hat...
    Zitat Zitat von Sok4R
    In WoL gings vor allem um Raynors Widerstandskampf gegen Mengsk, das Auftauchen von Tychus, das Artefakt und Valerian geben im letztendlich die Möglichkeiten, die ihm zuvor fehlten.
    Das war keinesfalls klar, weder dem Spieler noch Raynor selbst, wo ihn der Weg hinführen würde. Erst als die Gelegenheit kam, erkannte er sie und ergriff sie: die Gelegenheit die Geißel des Sektors und seiner Albträume zu besiegen und die schwache Aussicht Kerrigan aus diesem Albtraum vielleicht doch noch rauszuholen.
    Zitat Zitat von Sok4R
    Alles sehr perönliche Ziele von Raynor. Das Artefakt ist für ihn mehr Mittel zum Zweck dafür, die Hybriden eher lästige Gegner - was da wirklich auf dem Spiel steht sieht man nur in der Zeratul-Mini-Kampagne.
    Naja, das ist aber eben aus Raynors Sicht und er beginnt in WoL zu begreifen, dass sich da unfassbares Grauen zusammenrottet. Seine Aussage ist ja auch so sinngemäß: "Ich hab da so Biester gesehen, die waren halb Zerg und halb Protoss, irgendwie eine Verschmelzung von beiden Rassen. Wenn die Viecher hier auftauchen, dann stecken wir tief in der Scheiße..."
    Zitat Zitat von Sok4R
    Sie wirkt vor allem Klischeehaft weil er in Brood War noch geschworen hat sie umzubringen (wohl im Affekt, aber das muss man erstmal raushauen - und Raynor ist kein dröfjähriger auf XboxLive ) und dann in WoL auf einmal ihr hinterher trauert - wie gesagt, wenn man die Bücher nicht kennt weiß man auch um ihre Beziehung nicht.
    Siehe vorangegangener Punkt oben!
    Das ist einer der Dinge, die vollkommen missverstanden worden sind von so vielen Leuten. (Huhu, Celetuiw^^)
    Er hat geschworen die Königin der Klingen umzubringen und diesen Schwur hat er wahr gemacht. Zu diesem Zeitpunkt, als er das aussprach, wusste er, dass das nicht mehr die Kerrigan war, die er einst kannte und lieben gelernt hatte. Er adressierte dieses Versprechen mehr an das Monster, welches Sarah verschlungen hatte... Und wie man am Anfang von WoL sieht, hat ihn der Verlust von Kerrigan, dem Mensch Kerrigan, im Laufe der Zeit doch eingeholt...
    Zitat Zitat von Sok4R
    Und natürlich dass er ohne mit der Wimper zu zucken bereit ist alles, für was er und seine Männer bisher gekämpft haben über den Haufen zu werfen für die kleine Chance sie als Mensch zurück zu bekommen.
    Siehe auch vorangegangene Punkte!
    Das stimmt so einfach nicht, das ist oberflächlich dargestellt. Es stand viel mehr auf dem Spiel in diesem Moment. Ein Mittel gegen die übermächtige Königin der Klingen, der Geißel des Sektors, ließ ihre mögliche Neutralisierung plötzlich in greifbare Nähe rücken. Die Zerg würden aufgehalten, wenn auch nur fürs Erste. Und Jim erkannte die völlig verloren geglaubte Chance, die der verwegene Plan mit sich brachte: Kerrigan doch noch zu retten... Absolut jeder Mensch hätte nach dieser Verlusterfahrung diese Möglichkeit ergriffen!
    Zitat Zitat von Sok4R
    The needs of the many...
    Jup, aber es ging um die bange Frage der Zukunft des Sektors, nun, nachdem die Zerg nach 4 Jahren zurückgekehrt waren...
    Zitat Zitat von Sok4R
    Du siehst: wir sind uns an einigen Stellen uneinig.
    Ach wo, Diskussion belebt das Geschäft.
    Nur manche Dinge werden halt stark fehlinterpretiert, das habe ich innerhalb der letzten 5 Jahre so oft im Netz gesehen, dass man sich fragen muss, ob es nicht vielleicht unserer heutigen (rasend schnellen) Zeit geschuldet ist. (Oh Gott, ich werde philosophisch... )

    Gute Diskussion auf jeden Fall...
    Geändert von Eredalis (24. November 2015 um 21:47 Uhr)
    http://www.eredalis.de
    Embrace Your Inner Geek

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