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  1. #2176
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    Zitat Zitat von Gustavo Beitrag anzeigen
    Warum muss Beleidigung überhaupt strafbar sein? Das ist doch eigentlich albern. Alle beklagen sich (durchaus zurecht imho) über das Ehrverständnis von Muslimen, aber der Straftatbestand schützt nichts anderes als die "Ehre" einer Person. Das erscheint mir widersinnig.
    Gerade öffentlich agierende Personen sollten imho schon geschützt werden. Stell dir vor, du bist in einer öffentlich sichtbaren Position und wirst fortwährend beleidigt. Klar kann man argumentieren, dass man das aushalten sollte, andererseits sind z.B. Polizisten (teils zu Recht, teils zu Unrecht) häufig Opfer verbaler Gewalt. Verbale Gewalt ist Gewalt, es ist hier nur deutlich schwerer, klare Linien zu ziehen. Wenn ich mir vorstelle, öffentlich sichtbar von vielen Leuten diffamiert zu werden, wird es mir schon eher mulmig. Da muss man schon sehr stabil veranlagt sein, um das wegzustecken. Zudem geht damit nicht selten eine Rufschädigung einher - häufig auch völlig grundlos, siehe die diversen Fälle, bei denen Leute zu Unrecht einer Straftat bezichtigt wurden.
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  2. #2177
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    Wie kann man denn zurecht Opfer von (verbaler) Gewalt werden und was legitimiert denn Gewalt? Die korrekte Reaktion auf Gewalt ist niemals Gewalt, auch nicht im Szenario Polizist + X. Jetzt kommt mit hier bitte keiner mit "der hat mich geschlagen, dafür habe ich ihn ins Krankenhaus geprügelt".
    Staatsgewalt/Gewaltmonopol/Gewaltenteilung ausgeschlossen.
    Geändert von parats' (21. September 2019 um 08:08 Uhr)

  3. #2178
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    Zitat Zitat von parats' Beitrag anzeigen
    Wie kann man denn zurecht Opfer von (verbaler) Gewalt werden und was legitimiert denn Gewalt? Die korrekte Reaktion auf Gewalt ist niemals Gewalt, auch nicht im Szenario Polizist + X. Jetzt kommt mit hier bitte keiner mit "der hat mich geschlagen, dafür habe ich ihn ins Krankenhaus geprügelt".
    Staatsgewalt/Gewaltmonopol/Gewaltenteilung ausgeschlossen.
    Ich bezog mich konkret auf verbale Gewalt. Ich habe selber schon Situationen erlebt, in denen die verbale Aggression eindeutig vom Polizisten ausging. Da muss man sich dann nicht wundern, wenn Leute auch pampig werden. Besser wäre es, wenn wir alle nett zueinander wären, aber wir leben nicht im Glücksbärchiland.
    Es ist auch müßig über so etwas zu diskutieren, der Kern der Sache ist doch, dass verbale Gewalt kein Kavaliersdelikt ist, egal von wem sie ausgeht.
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  4. #2179
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    Das steht außer Frage und sollte auch geahndet werden. Bei Fr. Künast kann man da wohl eine Ausnahme machen.

  5. #2180
    Benutzerbild von saistaed
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    Zitat Zitat von Gustavo Beitrag anzeigen
    Warum muss Beleidigung überhaupt strafbar sein? Das ist doch eigentlich albern. Alle beklagen sich (durchaus zurecht imho) über das Ehrverständnis von Muslimen, aber der Straftatbestand schützt nichts anderes als die "Ehre" einer Person. Das erscheint mir widersinnig.
    Es ist ein Unterschied, ob man ein überkommenes religiöses Ehrverständnis für nicht schützenswert hält oder ob man den Schutz der persönlichen Ehre schlechthin ablehnt. Wenn dir der altmodische Begriff "Ehre" nicht passt, kannst du an seiner Stelle "Würde" einsetzen, was in diesem Kontext quasi bedeutungsgleich ist. Es ist imo nicht kontrovers, dass Worte genau so verletzen können wie Gewalt. Ebenso ist es keine haltbare Position, dass man mit Worten nichts tue. Viele Straftatbestände enthalten den Schutz der persönlichen Ehre implizit: Der Straftatbestand der Vergewaltigung ergibt gar keinen Sinn, wenn man bestreitet, dass er einen besonders entwürdigenden/entehrenden Akt darstellt. Das gilt imo für alle Delikte mit sexuellem Bezug. Selbst bei Körperverletzungen wiegt der Aspekt der Entwürdigung/Entehrung für das Opfer regelmäßig stärker als der rein körperliche Schaden - anders wäre es unerklärbar, dass für die meisten Menschen ein fundamentaler Unterschied besteht zwischen Verletzungen, die sie bei einem Unfall erleiden, und solchen, die ihnen jemand anders bewusst beigebracht hat. Tatsächlich sind die meisten Menschen bereit bis zu einem gewissen Grad körperliche Schmerzen und Verletzungen in Kauf zu nehmen, um "ihr Gesicht zu wahren". Das ergibt Sinn, weil das Streben nach Respekt und Anerkennung, die Behauptung der eigenen Würde und Integrität zu den stärksten Wünschen gehört, die die Menschheit kennt. Mir fällt kein guter Grund ein, weshalb das Gesetz demgegenüber blind sein sollte.
    Geändert von saistaed (21. September 2019 um 15:50 Uhr)

  6. #2181
    Benutzerbild von SFJunky
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    Hier wird jetzt nicht ernsthaft die "Ähre, Mann!" von einem mies integrierten Unterschichtenprollo, der das Messer zückt, weil jemand im Vorbeigehen aus dem Augenwinkel seine heiße Schwester anguckt mit dem verglichen, was die Künast sich anhören muss.

    Ich bin durchaus nicht vollkommen überzeugt ob wir so Sachen wie z.B. das Leugnen des Holocausts unter Strafe stellen müssen, aber wo Leute direkt, persönlich angegangen werden, finde ich eine Einschränkung der Redefreiheit gerechtfertigt.
    "We don't know what causes recessions. Now, I'm not a macro-economist, and I don't feel badly about that." - Eugene Fama

  7. #2182
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    Zitat Zitat von saistaed Beitrag anzeigen
    [...]

    Ich verstehe deinen Standpunkt, aber ich finde hier Ehre und Würde auszutauschen ist eigentlich nicht zulässig. Auf eine Art sind beide natürlich soziale Konstrukte, aber "Ehre" erscheint mir auf eine tiefere Art ein soziales Konstrukt zu sein als "Würde": Ehre funktioniert wie "Respekt", sie funktioniert viel mehr über die Wahrnehmung anderer als über die eigene Wahrnehmung, während Würde stärker über die eigene Wahrnehmung funktioniert. Ich glaube ich habe weniger ein Problem damit, dass Würde geschützt würde als mit der Art, wie es passierte.
    Dass bspw. üble Nachrede ober Verleumdung Straftatbestände sind, finde ich durchaus nachvollziehbar und richtig. Aber Beleidigung setzt voraus, dass wir die Prämisse akzeptieren, dass solche infantilen Beleidigungen eine Person des öffentlichen Lebens wie Renate Künast wirklich in ihrer Ehre verletzen und das halte ich eigentlich für nicht sehr überzeugend. Ich vermute in der Wertschätzung des typischen Lesers solcher Nachrichten dürfte Künast eher an Sympathie gewinnen als an Ehre verlieren, während man die Autoren instant als Spinner abstempelt*. Dass da das relativ scharfe Schwert des Strafrechts wirklich angewendet werden muss, erschließt sich mir eigentlich nicht.






    *was sich übrigens auch gut widerspiegelt, wenn man die Namen dieser Leute doch rauskriegt und sie deshalb vor Gericht stellt, wo quasi niemand zu seiner Meinung steht oder eine Erklärung dafür hat, was geschrieben wurde, sondern sich das alle "auch nicht so richtig erklären können"
    Geändert von Gustavo (22. September 2019 um 19:32 Uhr)

  8. #2183
    Benutzerbild von Utilitygott
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    Ich denke schon, dass eine rechtliche Verfolgung solcher Kommentare vertretbar bzw. sogar erforderlich ist. Es sind ja nicht zuletzt Beleidigungen/Objektifizierungen, an welchen sich labile Idioten in ihrer Filterblase radikalisieren (lassen).

  9. #2184
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    Zitat Zitat von pinko Beitrag anzeigen
    Bitte was.
    Ohne Kontext liest sich das imo schlimmer als es ist. Sowas wie "knatter sie doch mal richtig durch" oder "die wurde als Kind zu viel gefickt" wurde als Reaktion auf ihre implizite Verteidigung einer pro-pädophilen Position geschrieben. Das mag geschmacklos sein aber wenn ein sexuelles Thema diskutiert wird sind auch stark übertriebene sexuelle Referenzen okay und gehören automatisch zur Sache. Die Meinungsfreiheit ist extrem wichtig und gerade bei Politikern muss man nunmal erwarten können, dass die Meinungsfreiheit so minimal wie möglich eingeschränkt wird, da es in der Politik nunmal besonders wichtig ist, dass frei gesprochen und frei kritisiert werden kann. Ich hoffe, dass die Entscheidung auch in höherer Instanz aufrecht erhalten wird, denn eine Verurteilung wegen dumpfer "Beleidigngen", die allerdings keinerlei Aufruf zur Gewalt enthielten und sogar (entfernten) Themenbezug hatten öffnet der juristischen Verfolgung von jeglichen ironischen/hämischen Kommentaren Tür und Tor. Hier sollte weiterhin ein klares Zeichen pro-Meinungsfreiheit gesetzt werden.
    Abgesehen davon sollte man imo von einer Person von öffentlichem Interesse durchaus erwarten können, dass sie Beleidigungen aushält. Wer als Politiker Aussagen wie "dumme Fotze" ernst nimmt und sich tatsächlich in seiner Würde verletzt fühlt ist 'ne dumme Fotze (diese Aussage ist ein Stilmittel zur Verdeutlichung des Sacharguments und keine Beleidigung).
    Geändert von MegaVolt (23. September 2019 um 03:50 Uhr)

  10. #2185
    Community-Forum Benutzerbild von Benrath
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    Hier wird erstmal gar nichts tür und tor geöffnet, weil es in Deutschland dann immer noch ne Einzelfallprüfung gäbe. Correct me if I am wrong.
    "Wenn ihr nicht wisst wovon ihr redet, sprecht von einem System."


    "Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht !"

    "wollen wollen ist die höchste Form der Unterdrückung"

  11. #2186
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    Zitat Zitat von Gustavo Beitrag anzeigen
    [...]Dass bspw. üble Nachrede ober Verleumdung Straftatbestände sind, finde ich durchaus nachvollziehbar und richtig. Aber Beleidigung setzt voraus, dass wir die Prämisse akzeptieren, dass solche infantilen Beleidigungen eine Person des öffentlichen Lebens wie Renate Künast wirklich in ihrer Ehre verletzen und das halte ich eigentlich für nicht sehr überzeugend. Ich vermute in der Wertschätzung des typischen Lesers solcher Nachrichten dürfte Künast eher an Sympathie gewinnen als an Ehre verlieren, während man die Autoren instant als Spinner abstempelt*. Dass da das relativ scharfe Schwert des Strafrechts wirklich angewendet werden muss, erschließt sich mir eigentlich nicht.
    Ist nicht auch eine Aufgabe von Gesetzen, die Lebensqualität in der Gesellschaft zu erhalten bzw. zu verbessern? Ich sehe das als rein pragmatische Abwägung; ein Gesetz, welches Beleidigungen unter Strafe stellt hat pro und contra.
    Pro: Wohin Straffreiheit bezüglich Beleidigungen (durch vermeintliche Anonymität) führt, zeigt die Diskussionskultur im Internet. Klar, das ist vereinfacht und da hängen auch andere Aspekte wie die physische Trennung der Diskussionspartner dran. Aber die Richtung ist imo eindeutig gezeichnet. Das ist nichts, was ich für erstrebenswert bzw. schützenswert halte. Es gibt imo keinen Mehrwert in einem Diskurs, dessen wir uns durch das Verbot berauben.
    Contra: Man muss aufpassen, dass dies nicht politisch zu einem Werkzeug verwendet wird, welches legitime Kritik als Diffamierung darstellt. Zudem muss zwischen satirischer Nutzung und einer stumpfen Beleidigung unterschieden werden. Letztlich geht es um eine umständliche Einzelfallbetrachtung, also ein hoher Aufwand, für relativ geringen Ertrag (die Tat war nicht besonders groß/verwerflich).

    Letzer Satz ist sicherlich die Crux bezogen auf die Betrachtung der Problematik. Imo ist das für jeden einzelnen Fall korrekt, greift aber nicht mehr ganz, wenn man es sich als allgemeine Policy vorstellt. Also zumindest ich halte den Ertrag dann nicht mehr für gering.

  12. #2187
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    Zitat Zitat von Benrath Beitrag anzeigen
    Hier wird erstmal gar nichts tür und tor geöffnet, weil es in Deutschland dann immer noch ne Einzelfallprüfung gäbe. Correct me if I am wrong.
    Soweit ich weiß würde eine Aufhebung (oder Bestätigung) in höherer Instanz immer mit einer Kommentierung kommen die dann die herrschende Meinung / aktuelle Interpretation / Auslegung der eher allgemein gehaltenen Gesetze beinhaltet. D.h. das würde dann durchaus auf ähnliche Fälle wirken und anstatt mit "der Künast-Kram ging durch, versucht gar nicht erst zu klagen!" die Meinungsfreiheit zu stärken würden weiteren Klagen, die dann alle im Einzelfall geprüft werden müssen, ermöglicht.
    Was sagen die Juristen?

    Zitat Zitat von tic0r Beitrag anzeigen
    Letzer Satz ist sicherlich die Crux bezogen auf die Betrachtung der Problematik. Imo ist das für jeden einzelnen Fall korrekt, greift aber nicht mehr ganz, wenn man es sich als allgemeine Policy vorstellt. Also zumindest ich halte den Ertrag dann nicht mehr für gering.
    Der Ertrag mag bei einer allgemeinen Policy nicht mehr gering (da eine Summe von sehr vielen geringen Einzelfällen) sein, aber das eine Einzelfallprüfung notwendig ist steigt der Aufwand genauso stark an wie der Ertrag. Damit ist die Strafbarkeit "im Großen" genauso effizient/ineffizient wie "im Kleinen", da beides gleichermaßen linear skaliert.

  13. #2188
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    https://www.golem.de/news/hasbro-neu...09-144044.html

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    Zsfg.: Die Munition der NERF-Spaß-Schaumstoffbollen-Pistolen soll jetzt mit DRM kommen, damit man nur noch die echte (teure) Munition nutzen kann. Wenn man dachte es geht nicht mehr absurder und kundenfeindlicher, dann kann kommt von irgendwo sowas her … roffel.
    Zitat Zitat von Photon Beitrag anzeigen
    ,kgjkea5ulöp8öswsw4

  14. #2189
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    Da hat sich wohl jmd die Strategie von Druckerpatronen abgeschaut

  15. #2190
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    Fakten überzeugen doch, der Backfire-Effekt existiert angeblich nicht: https://educationblog.oup.com/theory...ackfire-effect
    Nachdem ich den Artikel gelesen habe bin ich noch viel überzeugter als vorher, dass der Backfire-Effekt real ist !

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