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  1. #1
    Banned Benutzerbild von tzui
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    Strafrecht in Deutschland: quo vadis?

    Zitat Zitat von TheGreatEisen Beitrag anzeigen
    Dass unsere Polizei und Justiz mit kriminellen Jugendlichen zu weich umgeht, würde ich nicht einmal abstreiten wollen.
    Ich würde behaupten: Selbst der größte Hardliner und Law and Order Verfechter sieht das als Schöffe beim Jugendschöffengericht nach spätestens ein paar Monaten komplett anders. Am Stammtisch und aus der Zeitung ist es immer schön leicht mit den Urteilen, aber wenn man den Menschen hinter dem "Täter" und vor allem seine Vorgeschichte vor Augen hat, sieht das wieder ganz anders aus.*
    Da gibt es dann meist zurecht eine dritte, vierte und auch fünfte Chance bevor man ihn komplett aufgibt.

    *Es gab im doch eher konservativen Deutschlandradio vor ein paar Monaten dazu eine recht interessanten Beitrag (werde dazu leider wahrscheinlich keinen Link finden)
    Geändert von tzui (15. März 2018 um 20:23 Uhr)


  2. #2
    Community-Forum Benutzerbild von Benrath
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    Sorry beste * Behauptung, mögliche Quelle, kann ich nicht finden ...

    Also ka wir haben dein Wort oder das Wort von tatsächlichen Juristen die während des Referendariats bei der Polizeit und der Staatsanwaltschaft waren. wem glaube ich da?
    "Wenn ihr nicht wisst wovon ihr redet, sprecht von einem System."


    "Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht !"

    "wollen wollen ist die höchste Form der Unterdrückung"

  3. #3
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    Zitat Zitat von tzui Beitrag anzeigen
    aber wenn man den Menschen hinter dem "Täter" und vor allem seine Vorgeschichte vor Augen hat, sieht das wieder ganz anders aus.*
    Lol. Wer anderen Leid zufügt, darf selbst kein Mitleid erwarten. Opferschutz vor Täterschutz! Am besten noch verminderte Schuldfähigkeit durch Alkohol oder Drogen. Wenn es nach mir gehen würde, würden Taten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss die Strafe direkt verdoppeln.

  4. #4
    Benutzerbild von HeatoR
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    Zitat Zitat von Benrath Beitrag anzeigen
    Sorry beste * Behauptung, mögliche Quelle, kann ich nicht finden ...

    Also ka wir haben dein Wort oder das Wort von tatsächlichen Juristen die während des Referendariats bei der Polizeit und der Staatsanwaltschaft waren. wem glaube ich da?
    eben. tzui scheint bei seiner märchenstunde zu vergessen, dass hier einige, eisen und mich eingeschlossen, im referendariat als staatsanwälte vor gericht waren und auch sonst so einige verhandlungen gesehen und begleitet haben. ich war in der verwaltungsstation noch zusätzlich bei der polizei. und nein, kein mensch sieht das anders. sogar die richter würden gern anders urteilen, trauen sich aber nicht, weil sie angst haben von der nächsten instanz aufgehoben zu werden und durch zu viele aufhebungen ihre karriere zu gefährden. polizei und stA sind nur noch frustriert und komplett überladen.

    dieses "mensch hinter dem täter" mimimi ist ein reiner strohmann. oft genug ist der mensch hinter dem täter einfach ein verrohtes, kriminelles arschloch. dass ein deutschstämmiger täter zumindest in meinem bezirk die ABSOLUTE ausnahme war (etwa 25% maximal), macht die sache nicht besser. sicher, ab und zu ist einer auch einfach ein armes würstchen. aber das sind nie die schläger. das sind die diebe, betrüger, junkies, leute die wegen 100fachem schwarzfahren vor dem richter landen und nichtmal schuhe ohne löcher besitzen. mit denen kann man mitleid haben. mit gewalttätern nicht keine sekunde.

    aber geh doch mal hin tzui, ohne flachs, so ein bisschn realitätscheck tut dir sicher gut. schau dir die netten leute an, die rauben, wehlose leute in gruppen zusammenschlagen, vergewaltigen und sich dann vor gericht aufs erbärmlichste mit ihrem mimimi meine mami hat mir keine vitamine gegeben herausreden wollen. und zwar IMMER. einen täter mit rückgrat, der zu seiner scheisse steht und sagt " ja, ich habe mist gebaut, ich war ein arschloch und ich möchte mich ändern", hab ich noch nie im leben gesehen.


    Am besten noch verminderte Schuldfähigkeit durch Alkohol oder Drogen. Wenn es nach mir gehen würde, würden Taten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss die Strafe direkt verdoppeln.
    das kommt dazu. alkohol spielt bei sicher 90% aller gewalttaten eine rolle. das bringt mich immer auf die palme wenn irgendwelche csu spastis gegen die legalisierung von cannabis wettern. einen bekifften schläger hab ich noch nie gesehen - zumindestens nicht ohne kombination mit alkohol.
    Geändert von HeatoR (16. März 2018 um 08:34 Uhr)

  5. #5
    Banned Benutzerbild von tzui
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    Zitat Zitat von HeatoR Beitrag anzeigen
    eben. tzui scheint bei seiner märchenstunde zu vergessen, dass hier einige, eisen und mich eingeschlossen, im referendariat als staatsanwälte vor gericht waren und auch sonst so einige verhandlungen gesehen und begleitet haben. ich war in der verwaltungsstation noch zusätzlich bei der polizei. und nein, kein mensch sieht das anders. sogar die richter würden gern anders urteilen, trauen sich aber nicht, weil sie angst haben von der nächsten instanz aufgehoben zu werden und durch zu viele aufhebungen ihre karriere zu gefährden. polizei und stA sind nur noch frustriert und komplett überladen.

    dieses "mensch hinter dem täter" mimimi ist ein reiner strohmann. oft genug ist der mensch hinter dem täter einfach ein verrohtes, kriminelles arschloch. dass ein deutschstämmiger täter zumindest in meinem bezirk die ABSOLUTE ausnahme war (etwa 25% maximal), macht die sache nicht besser. sicher, ab und zu ist einer auch einfach ein armes würstchen. aber das sind nie die schläger. das sind die diebe, betrüger, junkies, leute die wegen 100fachem schwarzfahren vor dem richter landen und nichtmal schuhe ohne löcher besitzen. mit denen kann man mitleid haben. mit gewalttätern nicht keine sekunde.

    aber geh doch mal hin tzui, ohne flachs, so ein bisschn realitätscheck tut dir sicher gut. schau dir die netten leute an, die rauben, wehlose leute in gruppen zusammenschlagen, vergewaltigen und sich dann vor gericht aufs erbärmlichste mit ihrem mimimi meine mami hat mir keine vitamine gegeben herausreden wollen. und zwar IMMER. einen täter mit rückgrat, der zu seiner scheisse steht und sagt " ja, ich habe mist gebaut, ich war ein arschloch und ich möchte mich ändern", hab ich noch nie im leben gesehen.




    das kommt dazu. alkohol spielt bei sicher 90% aller gewalttaten eine rolle. das bringt mich immer auf die palme wenn irgendwelche csu spastis gegen die legalisierung von cannabis wettern. einen bekifften schläger hab ich noch nie gesehen - zumindestens nicht ohne kombination mit alkohol.
    1. ist das nicht meine Märchenstunde sondern die vom Deutschlandradio, und die Aussagen sind für mich seriöser und glaubwürdiger als die eines jurafutzis in nem gaming forum.

    2. Als ob eine signifikante Anzahl der Täter im Knast resozialisiert und ein "besserer Mensch" werden würde. Glaube du hast zuviel Hollywood Filme geguckt

  6. #6
    Benutzerbild von HeatoR
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    Zitat Zitat von tzui Beitrag anzeigen
    1. ist das nicht meine Märchenstunde sondern die vom Deutschlandradio, und die Aussagen sind für mich seriöser und glaubwürdiger als die eines jurafutzis in nem gaming forum.

    2. Als ob eine signifikante Anzahl der Täter im Knast resozialisiert und ein "besserer Mensch" werden würde. Glaube du hast zuviel Hollywood Filme geguckt
    *sigh*

    1. deutschlandradio also. und was ist der bezug? soweit ich dich verstanden irgend ein random erfahrungsbericht. ich gebe dir hier einen anderen erfahrungsbericht und zwar einen qualifizierteren, weil schöffen eben laienrichter sind und wir haben hier im forum eine ganze anzahl an volljuristen, die ganz vielleicht ein bisschen mehr ahnung haben. abgesehen davon gibt es auch von schöffen ganz gegenteilige erfahrungsberichte, ich errinere mich da an einen aus der sz oder welt, der ziemlich geschockt davon war, wie dreist angeklagte auftreten und wie vor allem jugendliche intensivtäter mit migrationshintergrund völlig respektlos den gerichten auf der nase rumtanzen. wenn ich lust habe, suche ich mal den link, aber wenn du weiter so ein kleiner frechdachs bist hab ich vielleicht auch keine lust.

    2. ich habe nichtmal im ansatz eine ahnung wovon du sprichst, wo habe ich das behauptet? im gegenteil, resozialisierung funktioniert nur sehr bedingt und nur bei bestimmten tätertypen. vor allem müssen für eine resozialisierung täter schon irgendwann mal sozialisiert gewesen sein. aber ist deine lösung dafür niemanden in den knast zu stecken? soll die gesellschaft das risiko tragen, weil manche straftäter nicht resozialisierbar sind?

  7. #7
    Benutzerbild von TheGreatEisen
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    Ich glaube ich stehe hier nicht im Verdacht, zu den Hardlinern zu zählen.

    In meine Zeit bei der StA hatten die Mehrzahl der Angeklagten in den Bereichen KV, gefährliche KV, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte usw. Migrationshintergrund. In einer Verhandlung wegen Erpressung, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung war der Täter ein 16 jähriger Türke, der noch in der Verhandlung die Richterin bedrohte. Türkische Mädels mit 14 - 16, die Mitschüler erpressen und im Gerichtssaal nur dumm grinsen. Hinten sitzt die Mutter und grinst auch nur. Keine Reaktion auf das Gericht, den Staatsanwalt und die Jugendgerichtshilfe. Die haben uns einfach ausgelacht weil sie wussten, dass nichts passieren würde. Lächerlich.

    Man mag es für eine Stichprobe halten, die Staatsanwälte jedenfalls sagten, das wäre die traurige Realität. Offen darüber sprechen will auch niemand. Ist bei der Polizei dasselbe. Habe vor 2 Monaten mit einem Polizeipräsidenten aus BW gesprochen. Der sagte mir klar „off the records“, dass es seit zwanzig Jahren große Probleme mit jungen Türken gäbe und diese in den Statistiken überrepräsentiert auftauchen.

    Ich denke inzwischen, dass es einfach nichts bringt, die Augen vor diesen Tatsachen zu verschließen. Lässt man diese Entwicklung noch länger so laufen, wird die AfD eines Tages regieren. Hauptsache Braindead Tzui kann dann laut Nazis! plärren...

  8. #8
    Nach mittlerweile ~15 Jahren bei verschiedenen Ermittlungs- und Vollzugsbehörden in ganz NRW möchte ich mich den beiden Juristen mal vollumfänglich anschließen. Was sich die deutsche Gesellschaft von Straf- und Intensivtätern gefallen lässt, geht auf keine Kuhhaut und die Samthandschuhe gehören endlich ausgezogen. Ich arbeite mit dem Klientel nun seit vielen Jahren und ich kann ganz klar sagen: Resozialisierungsansätze allein funktionieren nicht. Es braucht bei solchen Leuten einfach Zuckerbrot UND Peitsche. Nicht unfair, aber hart. Und erst wenn sie sich bewegen, gibts 'ne neue Chance. Nicht vorher. Die Opfer hatten nicht mal Eine. Da braucht der Täter auch nicht ohne Eigenleistung 'ne Zweite, Dritte oder Vierte.
    nobody is perfect, but I am pretty fuckin' close...

    Bnet: Syzygy#2418 - OVER 9000!

  9. #9
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    ich könnte mir fast vorstellen, dass wir da alle einer meinung sind. dauert einfach viel zu lange, bis es "ordentliche"/angemessene strafen gibt.

  10. #10
    Benutzerbild von Schico
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    ich verstehe ehrlich gesagt nicht wie hier, insbesondere von den juristenkollegen, über die angemessenheit von den derzeit verhängten strafen diskutiert wird, ohne sich überhaupt mit der zugrunde liegenden frage auseinanderzusetzen, ob härtere strafen überhaupt zweckmäßig im sinne von abschreckung sind. meines wissens nach ist das alles andere als unstreitig, gerne angebracht ist da ja immer der blick nach übersee, in denen auch exorbitante strafen ganz offensichtlich nicht von straftaten abhalten. meines, nicht aktuellen wissens, nach machen sich straftäter ganz selten über die strafandrohung gedanken, sodass sie oftmals überhaupt keine rolle spielt.

    ansonsten, um hier mal einen weiteren subjektiven und hier als maßgeblichen erfahrungsbericht beizutragen. ich habe extra mal einen befreundeten staatsanwalt nach seiner meinung gefragt. er hat nicht das gefühl, dass die strafen oder allgemein die justiz zu lasch wäre. insbesondere im jugendstrafrecht gibt es einen weiten ermessensspielraum, und je nach einzelfall kann es sein, dass den räuber ein kochkurs weiterbringen würde und dem schwarfahrer dauerarrest. es ist eben immer eine frage des einzelfalls. deswegen sei es "sowieso, besonders im Jugendrecht, aber auch generell, bescheuert zu parolieren - "Es müsste mal mehr Strafe her!". Die einzige Wahrheit die es gibt ist: Der Mensch ist oft einfach scheiße und auch gute Menschen machen Fehler. Da kann man noch so doll draufklappen. Wenn du die Leute nicht erreichst, dann ist's Wurst, ob sie 2 Wochen oder 6 Monate sitzen. Erzähl das mal den Leuten mit 40 Voreinträgen wg. Betäubungsvergehen. Die haben z.T. schon keine Übersicht mehr darüber was sie überhaupt noch zu verbüßen haben. Da sind Leiden am Werk, denen man eh nicht mit Strafe Herr werden kann.
    RIP du khalb. inshallah deine seele findet frieden

  11. #11
    Benutzerbild von nuttencrack3r
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    Zitat Zitat von Schniko Beitrag anzeigen
    ich verstehe ehrlich gesagt nicht wie hier, insbesondere von den juristenkollegen, über die angemessenheit von den derzeit verhängten strafen diskutiert wird, ohne sich überhaupt mit der zugrunde liegenden frage auseinanderzusetzen, ob härtere strafen überhaupt zweckmäßig im sinne von abschreckung sind. meines wissens nach ist das alles andere als unstreitig, gerne angebracht ist da ja immer der blick nach übersee, in denen auch exorbitante strafen ganz offensichtlich nicht von straftaten abhalten. meines, nicht aktuellen wissens, nach machen sich straftäter ganz selten über die strafandrohung gedanken, sodass sie oftmals überhaupt keine rolle spielt.

    ansonsten, um hier mal einen weiteren subjektiven und hier als maßgeblichen erfahrungsbericht beizutragen. ich habe extra mal einen befreundeten staatsanwalt nach seiner meinung gefragt. er hat nicht das gefühl, dass die strafen oder allgemein die justiz zu lasch wäre. insbesondere im jugendstrafrecht gibt es einen weiten ermessensspielraum, und je nach einzelfall kann es sein, dass den räuber ein kochkurs weiterbringen würde und dem schwarfahrer dauerarrest. es ist eben immer eine frage des einzelfalls. deswegen sei es "sowieso, besonders im Jugendrecht, aber auch generell, bescheuert zu parolieren - "Es müsste mal mehr Strafe her!". Die einzige Wahrheit die es gibt ist: Der Mensch ist oft einfach scheiße und auch gute Menschen machen Fehler. Da kann man noch so doll draufklappen. Wenn du die Leute nicht erreichst, dann ist's Wurst, ob sie 2 Wochen oder 6 Monate sitzen. Erzähl das mal den Leuten mit 40 Voreinträgen wg. Betäubungsvergehen. Die haben z.T. schon keine Übersicht mehr darüber was sie überhaupt noch zu verbüßen haben. Da sind Leiden am Werk, denen man eh nicht mit Strafe Herr werden kann.
    naja, natürlich muss jeder fall individuell betrachtet werden. trotzdem kann es nicht sein, dass ein jugendlicher intensivtäter (oder jemand auf dem weg dahin) erst noch ewig viele strafen begeht, bis es überhaupt zu einer verhandlung kommt. wenn er weg ist kann er ja auf jedenfall schonmal keine straftaten begehen, naja, im knast dann halt.

  12. #12
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    Wo verlangen Heator und ich denn amerikanische Verhältnisse a la "three strikes"?

    Wenn man dich so hört, könnte man auf den Gedanken kommen, dass Sanktion gleich komplett abgeschafft gehört. "Nützt ja eh nichts". Der Vergleich mit den USA wird immer wieder und gerne angestrengt, obwohl es völlig unsachlich ist, Deutschland mit USA zu vergleichen. Wenn die Menschen keine Alternativen sehen und verzweifelt sind, ist das angedrohte Strafmaß relativ egal, zugegeben. Aber willst Du mir ernsthaft erzählen, dass es richtig ist, dass jugendliche Straftäter unsere Justiz auslachen, weil sie genau wissen, dass ihre Taten keine Konsequenzen haben? Gibt es für Dich nur 2 Systeme, USA und Deutschland? Was spricht dagegen, jugendliche Intensivtäter für 2 Wochen in den geschlossenen Vollzug zu geben, um ihnen deutlich zu machen, wohin ihr weg führt. Zweck des Bestrafungsakts sind in Deutschland u.a. die negative Generalprävention (Abschreckung anderer) und die negative Spezialprävention (Sicherung der Gesellschaft vor dem Täter). Womit schreckt man andere Jugendliche aus dem Dunstkreis jugendlicher Straftäter denn ab, wenn sie lachend den Gerichtssaal verlassen? Was denken die Eltern dieser Kinder über unsere Justiz?

    Jugendstrafrecht? Der größte Witz. Das geltende Recht kommt doch gar nicht zur Anwendung. Ich habe keinen einzigen Fall erlebt, wo ein 18-20 jähriger überhaupt nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt worden wäre. Das hat doch nichts mit der ratio legis zu tun, im Einzelfall zu entscheiden. Es reicht, dass der Täter noch bei seinen Eltern wohnt, schon kommen alle überein, dass dieser Mensch sich noch "nicht hinreichend verselbständigt" hätte, um wie ein Erwachsener behandelt zu werden. Ich lach mich tot.


    Die Auskunft Deines befreundeten Staatsanwalts ist in meine Augen nichts als eine Kapitulation der Justiz. Und jau, niemand sagt, dass unser Strafrecht zu lasch ist. Der Strafrahmen wird nur leider NIEMALS ausgeschöpft, nicht einmal ansatzweise. Im Jugendstrafrecht heißt es "Du Du Du, jetzt aber ab in einen Resozialisierungskurs".

    Meine Ex-Freundin ist jetzt seit 5 Jahren Staatsanwältin in Berlin. Die war ne ziemlich linke Bitch, hat PDS gewählt und war immer in der Gutmenschen-Fraktion. Heute ist sie völlig desillusioniert und nimmt demnächst den Exit Kinderkriegen.

    Aber hey, vor meiner Zeit bei der StA habe ich ähnlich gedacht, ich habe durchaus Verständnis.

  13. #13
    Benutzerbild von Schico
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    naja, der allgemeine tenor von euch ist ja, dass die strafen zu lasch wären. ein gegenbeispiel ist eben das US amerikanische rechtssystem, in dem die strafen exorbitant hoch sein können. meine frage ist, ob das was ihr fordert irgendetwas ändern würde. ihr seid davon offenbar überzeugt, ich wüsste gerne wieso. ich sag nicht dass das hiesige system perfekt ist, aber möglicherweise gibt es auch noch keine diesbezügliche wahrheit.
    im übrigen ist es ja auch hinlänglich untersucht, dass jugendliche, die das erste mal in den strafvollzug kommen, dort eher kriminelle kontakte knüpfen und weitere methoden lernen. insofern finde ich es nicht unplausibel, diese leute so lange wie möglich da raus zu halten.
    schließlich muss das strafmaß natürlich entsprechend der tat und der persönlichen schuld angemessen sein. richter können nicht einfach nach lust und laune, je nachdem ob sie der meinung sind, ob der junge mal eine rote karte braucht, die höchststrafe ansetzen. aber das brauche ich dir ja nicht erklären.

    kapitulation der justiz mit sicherheit ein bisschen. die justiz ist heillos überlastet. aber daran ändern auch höhere strafen nichts.
    Geändert von Schico (17. März 2018 um 17:09 Uhr)
    RIP du khalb. inshallah deine seele findet frieden

  14. #14
    Zitat Zitat von Schniko Beitrag anzeigen
    naja, der allgemeine tenor von euch ist ja, dass die strafen zu lasch wären. ein gegenbeispiel ist eben das US amerikanische rechtssystem, in dem die strafen exorbitant hoch sein können. meine frage ist, ob das was ihr fordert irgendetwas ändern würde. ihr seid davon offenbar überzeugt, ich wüsste gerne wieso. ich sag nicht dass das hiesige system perfekt ist, aber möglicherweise gibt es auch noch keine diesbezügliche wahrheit.
    im übrigen ist es ja auch hinlänglich untersucht, dass jugendliche, die das erste mal in den strafvollzug kommen, dort eher kriminelle kontakte knüpfen und weitere methoden lernen. insofern finde ich es nicht unplausibel, diese leute so lange wie möglich da raus zu halten.
    schließlich muss das strafmaß natürlich entsprechend der tat und der persönlichen schuld angemessen sein. richter können nicht einfach nach lust und laune, je nachdem ob sie der meinung sind, ob der junge mal eine rote karte braucht, die höchststrafe ansetzen. aber das brauche ich dir ja nicht erklären.

    kapitulation der justiz mit sicherheit ein bisschen. die justiz ist heillos überlastet. aber daran ändern auch höhere strafen nichts.
    laut Eisen müsste man nur den aktuellen Strafrahmen ausschöpfen, wenn ich das richtig verstanden habe, und zwischen USA Niveau und unserem sollten noch genug mögliche Schattierungen dazwischen sein.
    Sekte unser
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    Wie in #inwc-Sekte als auch im Forum
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    Sondern erlöse uns von den Flamern
    Denn dein ist das Bier und der Keks und die geilen User
    Auf Ewigkeit, Affirmative.

    ja ich bin inwcler...

  15. #15
    @Eisen: #. Mehr gibts dazu nichts zu sagen. Geht den Psychologen, Sozialarbeitern und Pädagogen bei uns übrigens ähnlich wie Deiner Ex. Nach einem Jahr sind die entweder ausgebrannt und kündigen oder sie sind ihre Illusionen los.
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    Bnet: Syzygy#2418 - OVER 9000!

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