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  1. #1
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    Arbeitsprobleme

    Hallo, mal wieder ( ),

    vornweg, ich bin mir nicht ganz sicher, was ich mir hiervon erhoffe, da diverse Themen berührt werden, habe mich daher eher für's LSZ entschieden, auch wenn es ins Comm passen könnte. In erster Linie wird's wohl meine Gedanken sortieren und Input ist gerne willkommen.
    Aktuell "arbeite" ich in einer Tochter eines großen online-Händlers. Gewusst vage gehalten, da es teils um Internas geht und mir die rechtliche Lage unklar ist.

    Anfangs war die Arbeit relativ genial, wenn man von dem eher mageren Lohn abgesehen hat; v.a. die Kollegen war extrem nett. Ich wurde als Quereinsteiger (aus dem öD kommend) pro Forma als Werbetexter oder so was angestellt, real hab ich interne Prozesse in der Datenverarbeitung optimiert, Dienstleistungen ausgebaut und teils Praktikanten betreut. Kompensiert wurde mein lächerliches Gehalt durch außertarifliche Prämien, sowie entsprechendem Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Aber halt befristet, wie üblich. Ich nahm es eben als Quereinstieg in einen großen Konzern, mit Möglichkeit mich weiterzubilden. Etwas weniger Geld als vorher war dabei okay.

    Ende März letzten Jahres hat sich der Vorstand entschlossen unsere Abteilung AGIL zu machen, ignorierend, dass wir Prozesse und keine Projekte bearbeiten. Teamleiter (etwa Werbetexter, Content Management) wurden "Product Owner" und haben einfach gar nix mehr gemacht - keine Leute mehr auf Aufträge verteilt, aber auch irgendwie nicht Software und Dienstleistungen weiterentwickelt, bzw. mit Kunden in Kontakt getreten. Es war völlig Banane und wurde auch immer wieder kritisiert, v.a. da die Product Owner keinerlei technische Expertise jenseits von Wenn- und S-Verweisen in Excel besitzen (nichtmal Pivot oder sowas).
    Hintergrund war, dass der Mutterkonzern die IT-Infrastruktur austauscht. Dabei sind unsere Hauptleistungen betroffen, da vieles beim Onboarding völlig entfallen würde, gleichzeitig war jedoch klar es würde andersartige Aufträge im Backend geben - nur welche war und ist unklar. Ergo stieg der Druck irgendwie Aufträge ranzukarren und Dienstleistungen zu flexiblisieren enorm. Und seitdem ging die Stimmung in der Abteilung auch runter.
    Der Zusammenhalt ist immer noch relativ gut, nur sind die Product Owner am Austeilen von diversen Schlägen, weil sie völlig überfordert sind: Sie gehen nicht auf Messen, Konzernmeetings oder sonstwas, aber die fallenden Auftragszahlen werden dann den Bearbeitern angelastet (würdet ihr schneller arbeiten, dann... ) oder auf Technik geschoben (die Software ist scheiße, weil... ). Menschlich einfach Abfall, aus irgendwelchen Gründen reagiert der Chef da aber auch überhaupt nicht. Wir holten uns eher Aufträge, da ein paar technikversierte Kollegen sich auf Messen weiterbildeten und alte Partner ausquetschten. Die Auftragslage langt derzeit jedoch lange nicht, eventuell mehrere Monate alle Personen mit Arbeit zu versorgen.

    Bis Sommer hab ich von den Spannunen wenig mitbekommen. Da irgendwie die Sub-Teams dutzende Excel-Listen pflegten und ich das sehr sinnfrei empfand, hab ich eine Access-Datenbank aufgesetzt, in der Tickets abgelegt und archiviert werden. Da sind Stückzahlen und abrechenbare Stunden erfasst, mehr nicht (entsprechenden Eintrag gibt's im Comm, da es ein Problem für mich wurde): Im Endeffekt sollte das Ding am Ende nur fertige Abrechnungen ausspucken. Ich sah damals kein Problem, da man nicht alle Zeiten dort erfassen musste und das ganze sowieso in ein internes Zeittool gebucht wurde - ob das jetzt aus n+1 .xlsx-Dateien manuell darein kommt, oder über Export aus der DB: wird schon rechtlich passen. Was mir unklar war: für manche Bearbeiter entspricht die gebuchte Zeit die komplette Arbeitszeit. Und das alte Zeittool erlaubte es den Teamleitern ("product ownern") die "Stundenzettel" der Mitarbeiter einzusehen, eine Migration auf Jira mit aggregierten und verschlüsselten, gesperrten Daten wurde erst November vollzogen.

    Als ich mitbekam, dass die Exporte aus Access dann (im alten Zeittool ausgelagert) genutzt wurden um irgendwelche Produktivzeiten auf Personenebene auszuwerten, hab ich erst das Forentopic geöffnet und später den Abteilungsleiter damit konfrontiert. Das Auswerten hat sich dann durch Einwirken des Chefs auch sofort aufgehört und mir wurde erklärt, Jira käme ja sowieso bald, das alte Schema hat der Betriebsrat akzeptiert. War noch "okay", aber wirklich toll fand ich das nicht. Trotzdem nölten die Teamleiter dann noch rum, von wegen, sie wollen wieder Excel, dann sieht man ja die Sachen besser.

    Um September wurde ich temporär bei unseren Textern "eingesetzt", um da diverse Softwaretools zu analysieren und ggf. weiterzuentwickeln / Aufträge zu finden. Die Dame, die mich einarbeitete, war eigtl. freundlich und gehörte zu denen, die tatsächlich reale Mehrarbeit abgeleistet haben. Irgendwie wurde aber schnell klar, dass die von der Teamleiterin ("Product Ownerin") wegen jedem Kack angemault wurde, obwohl sie nichtmal Fehler machte oder langsam war. Dazu muss man sagen, dass sie MS hat und ihre vorgesetzte alle fünf Minuten was anderes von ihr wollte. Am Ende hatte meine Kollegin dann den Eindruck, sie wäre vergesslich (da sie marginal verspätet Reportings einreichte) und hat entsprechend viele Arzttermine angesetzt, um ein Zeichen für Verschlechterung der Krankheit zu prüfen; real war sie einfach nur bombardiert und der Sündenbock, imo war das "Vergesslichsein" maximal nachvollziehbar und nicht der Rede wert.
    Je länger ich in dem Team war, desto mehr Abgründe wurden offensichtlich: Andere Mitarbeiter wurden mit Aufgaben der "Product Owner" bombardiert, E-Mails von Sachbearbeitern um 3 Uhr Nachts mit Chef im CC waren die Regel (von einem Bearbeiter, der bereits einen Schlaganfall hatte und das auch abteilungsweit bekannt ist). Mich fragte dann die Product Ownerin, warum das Zeittool spackt, wenn Produktivitätszeiten von 10+ Stunden gebucht werden. Auch keine Reaktion vom Chef. Meanwhile: Ticketflut, weil der Konzern im Ausnahmezustand ist und befürchtet die Ablöse geht schief. Also wurde konsequent niemand eingestellt, oder mehr Zeitarbeiter geholt. September hatte unser Ältester einen Schlaganfall, zwei Wochen darauf hat eine Schwangere einen Abgang im 7. Monat; beide hatten so die stressvollsten Aufgaben. Möchte jetzt nicht sagen, dass das der alleinige Auslöser war, aber nachvollziehbar wäre es. Die Situation ist noch aktuell, Krankheitsstand bewegt sich seit Dezember bei mind. 40% bis Januar sogar mal für eine Woche 75%. Yeah. Natürlich wurde sich auch nicht um neue Aufträge gekümmert, da die "Product Owner" eigentlich mehr oder weniger nur Abrechnungen schrieben, oder mal auf einer Schlung "Fit fürs Flipchart" o.ä. waren.

    Mein Vertrag läuft am 31.3 aus, weswegen ich Ende November mal beim Chef war, wegen Perspektiven und Verhandlungen. Irgendwie hab ich nicht verhandelt, sondern einfach mal losgekotzt, was ich so mitkriege: Arbeitszeiten werden nicht eingehalten, die "Product Owner" schieben scheiße ab und mobben aktiv, er soll langsam mal aktiv werden, außerdem herrscht Not tatsächlich mal mit den Kunden über potentielle neue Dienstleistungen zu reden. Große Betroffenheit, er wird was tun. LOL.
    Chef setzte erstmal Termin mit MS-Kollegin und den Product Ownern an, spricht an, es gäbe ein "Kommunikationsproblem", sie sollen das jetzt klären. Dann steht er auf und verlässt den Raum in einer 2 vs. 1 Situation, schickt aber dafür seinen Controller rein, der überhaupt nicht wusste was los ist, aber eine Seite wählen sollte.
    Zwei Tage später wird die MS-Kollegin von einer Personalerin mit Namen X zum Gespräch gerufen, sie habe jeden Monat einen Freitag "krank" eingetragen. Sie erklärt: Da kriegt sie eine Infusion. X fragt sie nonchalant: "kannste da nicht Urlaub einreichen oder bei der Infusion mit Laptop arbeiten?". X ist die Frau vom Betriebsratsvorsitzenden.
    Bis heute frage ich mich, wie die MS-Kollegin noch da ist, oder warum sie nicht direkt geklagt hat.

    Januar war ich nochmals beim Chef und meinte so wie es aussieht, sehe ich mich wo anders um, Arbeitszeugnis bitte. Er lenkt ein, kündigt wieder Veränderungen an, stellt weitere Prämien und Schulungen meiner Wahl (extern) in den Raum. Tatsächlich hat er dann ein paar Tage später noch eine vierstündige Runde mit den Product Ownern angesetzt und die total vor mir, meiner MS-Kollegin und zwei anderen zusammengefaltet. So halb zumindest. Seitdem gings, dann versuchten die zumindest das Daily Business zu erledigen, statt sinnfrei zu telefonieren und zu surfen. Weiterhin wurde meine Kollegin, ich und ein weiterer Kollege zum "Product Owner" befördert, natürlich wieder nur befristet, allein der Titel ändert sich im Vertrag, sonst nichts, Aufgabenbeschreibung weiterhin extrem vage. Eine Kurzschulung ohne Zertifikat bekam ich auch noch, juhu.
    Dachte da wäre mal was angekommen und hatte noch so halb Hoffnung.

    Ende Februar setzte das Management aus dem Nichts einen Work Shop Freitags + Samstags an, zu dem "eingeladen" wurde. Gott war das eine Kackveranstaltung. Es wurden lange Themen intern gesammelt, von wegen was man den Vorstand fragen wolle. Irgendwann kam eine pissige Mail "weil keine Theman kamen, blabla, gezeichnet: Das enttäuschte Management". In der Woche mit den 75% Krankenstand. Weil der Vorstand die richtige Confluence-Seite nicht gefunden hat.
    Das Thema war dann nicht die Fragen (10 DinA4 Seiten), sondern "Verantwortung". Gehalten hat das ein "Psychologe", der von nichts eine Ahnung hatte. Grundtenor war im Endeffekt: Wenn ihr eine Aufgabe versaut, dann schlitzt euch den Bauch auf, denn das ist die FDP-Verantwortung am Arbeitsplatz. Es kamen so großartige Analogien wie: "Ein Häftling des KZ Auschwitz sagte: <Ihr könnt mir meine Familie, meine Frau, meine Kinder nehmen, aber nicht den Willen zu leben>. So übernahm er die Verantwortung für sein Leben". In den Sätzen davor ging es darum, wer eine benutzte Kaffeetasse in der Küche aufzuräumen hat. Danach ging es darum, wie man auf eine Terminanfrage eingeht. Später hat er uns dann vorgestellt, dass man Leute direkt mit Versagen konfrontieren sollte, und hat in einem Rollenspiel seinen gegenüber 2 Minuten angestarrt, während sein Gesicht keine 10 cm von dem seinen weg war. Als ich ihn fragte, ob das eine Problemlösung sei, man müsse ja mit dem Kollegen noch arbeiten, sagte er: "Nein, nein, das nicht. Aber so vergisst er sein Versagen nicht". Eigentlich echt witzig, aber doch irgendwie im Kontext unpassend.
    Abends hat sich dann "der Vorstand" (einer sagte ab, hat sich Spontanurlaub genommen, der zweite kam nicht weil Schnupfen [ich erfinde das nicht]) bei "einem Bier" zu Leuten gesetzt und jovial mit dem Pöbel unterhalten. Er war sternhagelvoll. Ich sprach irgendwann die Arbeitssituation an und dass wir mehr Leute brauchen: "Naja, die Leute sind für sich selbst verwantwortlich. Entweder man hält das aus, oder sie sollen halt kündigen". Ich fragte, warum wir nicht Zeitarbeiter übernehmen, teilweise waren da Master- und Bachelorabsolventen mit sehr guten Arbeitsleistungen: "Naja, in so Laberfächern, hätten sie halt mal was gutes studiert, finden sicher was, gibt ja auch so die Logistik und so". Als ich meinte wir bräuchten auch mal bessere Fortbildungen: "Wozu? Ihr seid doch nur Sachbearbeiter, die Leute steigen das eh nicht", als ich meinte das AGIL-Zeugs ist in einer Prozessabteilung fraglich: "Weil ihr das einfach noch nicht versteht, unsere Consulter schwören darauf". Irgendwann war mir klar, dass unser mangelhafter Vertrieb und viele von den Dingen einfach von oben runterkamen. Da ist mir innerlich der Hut geplatzt, bzw. eigtl. schon lang vorher. Es war schon ein unfassbar arroganter BWL-Justus. Die Krönung kam mehr oder weniger auf die Frage, was er an meiner Stelle tun würde, wenn ich dauernd nur mit "Befristung, aber Prämie" abgespeist werde: "ach, wenn du so sicher leben musst mit deinen 30 Jahren, dann geh halt". GG.
    Samstag bin ich in den Raum, hab mich beim Seminarleiter abgemeldet und meine MS-Kollegin mitgenommen, da wir zusammen zum Workshop fuhren. Irgendwie wurde mir auf dem Weg zum Auto klar, man hätte sich evtl. beim Chef auch abmelden sollen. Also sind wir zurück, haben auf die Pause (in der Lobby) gewartet und uns dann abgemeldet - dachte das wäre noch das Eleganteste, man muss ja nicht in der großen Runde lauthals rausposauenen: "ich gehe, weil das ein Geschmarr ist". Chef war so milde angefuckt, hat aber auf enttäuschter Papa gemacht, er versteht es ja, ob was vorgefallen sei. Sagte ich ja, schilderte in paar Worten die Situation und ging, da ich mit der Sache sowieso abgeschlossen hatte.
    Montag drauf hab ich ihm dann den Vertrag gegeben und bin seitdem mehr oder minder im Urlaub und feiere Überstunden ab. NATÜRLICH wurde mir gesagt, ich hätte das vorher sagen müssen, und Überstunden sind abzufeiern. Dummerweise hat er sich selbst im Dezember notiert, dass ich 90+ Überstunden hatte und die nicht abfeiern konnte, weil Aufträge. Nach einer milden Drohung mit "dann halt vor dem Arbeitsgericht, braucht man bei DER Lage nichtmal Anwalt für" ging es dann doch problemlos.
    Zu der Situation Samstags betonte ich explizit, dass meine Kollegin recht chancenlos war: Wäre sie nicht mitgegangen, wäre sie in der DDR gestrandet geblieben. Außerdem wäre es ihre Idee gewesen uns nochmal abzumelden, sie hätte also eigentlich gut gehandelt. Konnte mir nicht verkneifen nochmals zu betonen, dass das Seminar a) für den Arsch war und b) auch keine Arbeitszeit, da uns niemals jemand gesagt hätte, es wäre eine - weder schriftlich noch mündlich.
    Meine Kollegin war am selben Montag nach mir bei ihm und hat sich entschuldigt;C hef hat ihr nix weiter gesagt, außer dem fränkischen: "Passt schon, war aber eher uncool, aber verstehe warum du mit bist."
    Man muss dazu sagen, dass ich mich schon ziemlich gut mit der MS-Kollegin verstehe und sie - laut eigenen Aussagen - "auch so mit wäre", sobald sie hörte, was am Abend so gelaufen ist.
    Diesen Freitag war ich nochmal in der Arbeit. Chef hat die MS-Kollegin - drei Wochen nach Workshop und Aussprache - mit dem Gleichstellungsbeauftragen zu einem Termin eingeladen. Da hat er sie 90 Minuten fertig gemacht, was das Gehen für eine Nullnummer gewesen sei und sie habe ein Einstellungsproblem beim Thema Arbeiten. Jedesmal wenn sie was fragte oder einen Einwand bringen wollte kam der Totschläger: "ja, du reagierst schon wieder über". Tut sie im Alltag wirklich nicht.
    Dass das Gespräch so ablief bezweifel ich nicht, v.a. da der stellv. Abteilungsleiter mir das nochmal bestätigte und sich selbst fragte, was die Farce sollte.

    Das hat mich dann doch recht sauer gemacht. Hab ihr geraten krank zu machen und selbst den Totschläger auszupacken: Nochmal Termin, nur mit dem Gleichstellungsbeauftragten und alles zu erzählen. Über die "nimm Urlaub"-Geschichte, bis hin zu: fühle mich hier gemobbt. Sollte das nix bringen, würde ich mich so quer stellen, dass sie mich freiwillig kündigen und eine entsprechende Abfindung zahlen. Käme in der Abteilung nicht das erste Mal vor.

    Weiß nicht, hätte gut Lust mal die ganzen Dinge (es sind nur Auszüge) der letzten Monate Richtung Betriebsrat zu schicken und hab den Drang dem Management noch irgendwas reinzudrücken, aufgrund ihres ethischen Umgangs mit dem Personal. Ich habe ja viel Verständnis für "harte Entscheidungen in wirtschaftlich schlechten Zeiten", aber irgendwo hört es sich auf. Aktuell lass ich erstmal den Frust verrauchen, v.a. da ich keine Ahnung habe, wessen Kopf am Ende rollen würde. So wie ich das Unternehmen kenne, wird sich nur durch einen internen Brief nichts ändern.



    Weil ihr es euch durchgelesen habt, gibt es Tierbilder als Entlohnung.



  2. #2
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    Benutzerbild von pinko
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    Würde es in folgende Teilprobleme runterbrechen:
    1. Hast du ein ernsthaftes Interesse daran, vor deinem Ausscheiden aus der Firma tabula rasa zu machen? Ist fürs eigene Gewissen garantiert der beste Move, aber mit Aufwand verbunden, der dich Zeit und Nerven kosten wird. Das musst du abwägen.
    2. Wenn du nicht komplett auf die Kacke hauen willst, würde ich auf jeden Fall nach Erhalt des Arbeitszeugnisses dem einen oder anderen zumindest noch die Meinung geigen und dann die Scheiße abhaken.

    Letzten Endes bist du ersetzbar und den höheren Etagen ist scheißegal, wie das Betriebsklima ist, solange die Zahlen stimmen und keine Klagen im Wochentakt eintrudeln.

    Wie du der MS-Kollegin helfen kannst, weiß ich ehrlich gesagt nicht, weil ich zu wenig Einblick in Prozesse bei solchen Firmen habe.
    Warum arbeitet die eigentlich noch da? Hätte bei dem, was du da so aufzählst, schon lange gekündigt.
    beer gives power
    #bärenhöhle

    ballern

  3. #3
    Benutzerbild von kAiN!
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    Bäh! Das liest sich wirklich furchtbar! Mal in mich gehen und nachdenken.

    In der Zwischenzeit: was ist Dein Plan? Wirst Du dort bleiben?
    #bärenhöhle

  4. #4
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    Hört sich echt unschön an...
    Allerdings sollte man versuchen niemals verbrannte Erde zu hinterlassen, sofern man nicht dazu genötigt wird.

  5. #5
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    Weil es die selbe Frage ist essentiell:

    Zitat Zitat von pinko Beitrag anzeigen
    Würde es in folgende Teilprobleme runterbrechen:
    1. Hast du ein ernsthaftes Interesse daran, vor deinem Ausscheiden aus der Firma tabula rasa zu machen? Ist fürs eigene Gewissen garantiert der beste Move, aber mit Aufwand verbunden, der dich Zeit und Nerven kosten wird. Das musst du abwägen.
    2. Wenn du nicht komplett auf die Kacke hauen willst, würde ich auf jeden Fall nach Erhalt des Arbeitszeugnisses dem einen oder anderen zumindest noch die Meinung geigen und dann die Scheiße abhaken.

    Letzten Endes bist du ersetzbar und den höheren Etagen ist scheißegal, wie das Betriebsklima ist, solange die Zahlen stimmen und keine Klagen im Wochentakt eintrudeln.

    Wie du der MS-Kollegin helfen kannst, weiß ich ehrlich gesagt nicht, weil ich zu wenig Einblick in Prozesse bei solchen Firmen habe.
    Warum arbeitet die eigentlich noch da? Hätte bei dem, was du da so aufzählst, schon lange gekündigt.
    Der Vertrag läuft aus und ich werde ihn faktisch nicht verlängern. Ich gehe aus Prinzip nicht mit schlechtem Gefühl auf die Arbeit, direkte Versuche es durch Gespräche und konstruktive Eigenintiative zu lösen habe ich probiert, die scheiterten. Nachdem in letzter Zeit auch das Anywhere/Home Office Angebot kontinulierlich untergraben wird, inklusive der Ansage des Vorstands, seh ich da auch keinen Zweck weiter Energie zu invenstieren. Wird sicher irgendwo Alternativen geben. Halt Scheiße, weil ich die Kollegen wirklich mochte und die Aufgaben größeres Potential hatten.

    1. Ich kann die rechtlichen Folgen nicht völlig abschätzen. Fakt ist, dass die Zeiterfassung zumindest in Teilen eindeutig und nachweisbar missbraucht wird. Einige andere Verfehlungen des Chefs sind auch öffentliches Wissen und durch Mailverkehr deutlich belegbar. Dumm ist nur, dass der BR ein Papiertiger ist, der sich nur zur Show mit dem Management anlegt. Sieht man an unserer Logistik noch viel deutlicher, da murrt die Gewerkschaft in letzter Zeit schon heftigst. Führte zu weit, aber bin mir sicher, dass da nichts freiwillig unternommen wird, wenn nicht wirklich der komplette BR irgendwie öffentlichwirksam angesprochen wird.

    2. War die Option bis Freitag, im Endeffekt kann ich niemandem helfen, der die Hilfe nicht annimmt. Kocht jetzt halt nochmal gewaltig hoch, weil der Move schon unterirdisch war und nur die Kirsche obendrauf darstellt. Hab natürlich in der letzten realen Arbeitswoche die entsprechenden Teamleiter deutlich heftiger verbal abgeklatscht als nötig, aber mir waren die Konsequenzen auch einfach völlig egal. Kann man ja mal vor versammelter Mannschaft einen Einlauf wegen Inkompetenz geben.

    Theoretisch hätte ich wenig Probleme mit verbrannter Erde, aber doch mehr Zögern als noch vor paar Jahren.

    Zur Kollegin: Ich weiß es einfach nicht, denke falsche Loyalität den Kollegen gegenüber?

    Danke schonmal für die Antworten.

  6. #6
    Community-Forum Benutzerbild von Benrath
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    ka was man mit verbrannter Erde erreichen will. Ein Anruf bei deinem Ex-Chef und durch die Blume wird klar, dass du ein "Problemfaktor" bist.

    Du hättest schon seit November über einen anderen Job nachdenken sollen.
    "Wenn ihr nicht wisst wovon ihr redet, sprecht von einem System."


    "Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht !"

    "wollen wollen ist die höchste Form der Unterdrückung"

  7. #7
    Benutzerbild von Schl3mIL
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    Zitat Zitat von Benrath Beitrag anzeigen
    ka was man mit verbrannter Erde erreichen will. Ein Anruf bei deinem Ex-Chef und durch die Blume wird klar, dass du ein "Problemfaktor" bist.

    Du hättest schon seit November über einen anderen Job nachdenken sollen.
    leider absolute Raute (und auch an Bingos ersten Post), vor allem an diese Passage: "Letzten Endes bist du ersetzbar und den höheren Etagen ist scheißegal, wie das Betriebsklima ist, solange die Zahlen stimmen und keine Klagen im Wochentakt eintrudeln."

    Verbrannte Erde ist immer scheiße, denn solange du nicht schwarz auf weiß dickste Verfehlungen auf dem Papier nachweisen kannst, die dafür sorgen dass das Management mit Handschellen aus dem Laden geführt wird, ist dies immer am längeren Hebel, Stichwort "Problemfaktor".

    Herzlich willkommen zurück Gecko

    #broodwarischerfrühling - Danke Bingo, danke Zsasor

    Zitat Zitat von Kuma Beitrag anzeigen
    Schlemil sollte hier Admin sein.
    Zitat Zitat von Zsasor Beitrag anzeigen
    ich liebe schlemil.
    hier habt ihr es offiziell.
    Zitat Zitat von Moranthir Beitrag anzeigen
    Jeder verzicht auf hirntraumata ist ein beweis für die verweichlichung unserer generation.

  8. #8
    Benutzerbild von Bootdiskette
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    Hello Gecko. Ich hab kein Twitter, lass den Igel in Ruhe

    Sehe das ähnlich wie Benrath. Mit verbrannter Erde gewinnt man nichts, mE nicht einmal ein besseres Gewissen.

    Ich würde an Deiner Stelle:
    • Arbeitszeugnis fordern, ggf. vorformulieren und darauf achten, dass kein Backstabbing drin steht. (Vollständlige Liste der Aufgaben usw.)
    • Freundlich und professionell sein
    • Mich von geschätzten Kollegen verabschieden und eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen, ggf. anbieten bei arbeitsrechtlichen Dingen auch auszusagen (wenn Du das möchtest).
    • Keine Fehler machen die mich angreifbar machen.
    • Arbeitszeit und -aufgaben peinlichst genau protokollieren, möglichst auch im Nachhinein. Alle Tätigkeiten, Probleme und Konflikte protokollieren und sei es nur für Dich persönlich als Dokumentation.
    • Falls es noch einen letzten Tag gibt, akzeptablen Ausstand machen. Je nach gängigen Gepflogenheiten zumindest freundlich bei allen verabschieden.
    • Raus aus der Tür. "lol ich bin weg ihr Wichser!" denken. Over.
    • Zünd den Laden an
      Natürlich nicht, Du bist ja nicht dum.
      Vorstellen kannst Du es Dir natürlich in beliebigem Detailgrad.


    Du hast durch eine Konfrontation leider nur selbst etwas zu verlieren. Schlemil trifft es mit seiner Skizze schon recht genau. Also scheiß gepflegt auf den Haufen und mach Dein Ding. Die Welt ist schlecht und Du kannst die meisten anderen Menschen nicht ändern. Steck Deine Energie in sinnvollere Dinge. Kopf hoch.
    Zitat Zitat von Photon Beitrag anzeigen
    ,kgjkea5ulöp8öswsw4

  9. #9
    Benutzerbild von GeckoVOD
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    Zitat Zitat von Benrath Beitrag anzeigen
    ka was man mit verbrannter Erde erreichen will. Ein Anruf bei deinem Ex-Chef und durch die Blume wird klar, dass du ein "Problemfaktor" bist.

    Du hättest schon seit November über einen anderen Job nachdenken sollen.
    Ich hab den Post schon bewusst kurz gehalten, tatsächlich hab ich über einen 'neuen' Job schon im Juli letzten Jahres nachgedacht. Damals hab ich testweise in einem anderen Bereich des Konzerns gearbeitet und festgestellt, dass es nichts für mich ist, da die Aufgaben zwar deutlich besser bezahlt, gleichzeitig aber unfassbar langweilig waren. Noch dazu hätte ich 10km mehr fahren müssen, was nicht viel klingen mag, aber halt total behindert verkehrstechnisch angebunden ist (fränkische Schweiz, juhu).

    Nach den Verhandlungen Ende November war mir eigentlich klar, dass ich maximale Befristung annehme, mich aber parallel bewerben würde, einfach um Sicherheit zu erhalten. Von daher ist das "sollte" etwas übereilt. Ich hab den Vertrag jetzt dennoch auslaufen lassen, weil ich nicht mehr dahin gehen will, aus diversen Gründen: Ich stünde quasi am Scheideweg offiziell den Überwachungsgeschichten durch Gang zum Betriebsrat und HR des Mutterkonzerns zu gehen, oder munter unsere "Leiter" aktiv zu unterstützen. Real hat sich nichts gebessert, es wird nur heimlicher gemacht. Was mich zu dem hier bringt:

    Zitat Zitat von Bootdiskette Beitrag anzeigen
    Hello Gecko. Ich hab kein Twitter, lass den Igel in Ruhe

    Sehe das ähnlich wie Benrath. Mit verbrannter Erde gewinnt man nichts, mE nicht einmal ein besseres Gewissen.

    Ich würde an Deiner Stelle:
    • Arbeitszeugnis fordern, ggf. vorformulieren und darauf achten, dass kein Backstabbing drin steht. (Vollständlige Liste der Aufgaben usw.)
    • Freundlich und professionell sein
    • Mich von geschätzten Kollegen verabschieden und eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen, ggf. anbieten bei arbeitsrechtlichen Dingen auch auszusagen (wenn Du das möchtest).
    • Keine Fehler machen die mich angreifbar machen.
    • Arbeitszeit und -aufgaben peinlichst genau protokollieren, möglichst auch im Nachhinein. Alle Tätigkeiten, Probleme und Konflikte protokollieren und sei es nur für Dich persönlich als Dokumentation.
    • Falls es noch einen letzten Tag gibt, akzeptablen Ausstand machen. Je nach gängigen Gepflogenheiten zumindest freundlich bei allen verabschieden.
    • Raus aus der Tür. "lol ich bin weg ihr Wichser!" denken. Over.


    Du hast durch eine Konfrontation leider nur selbst etwas zu verlieren. Schlemil trifft es mit seiner Skizze schon recht genau. Also scheiß gepflegt auf den Haufen und mach Dein Ding. Die Welt ist schlecht und Du kannst die meisten anderen Menschen nicht ändern. Steck Deine Energie in sinnvollere Dinge. Kopf hoch.
    (Erstmal Danke für die Worte, ernsthaft)

    Genau die Punkte der Liste sind so schon abgelaufen. Ich habe jetzt zwar noch Resturlaub, aber ich werde die Firma faktisch nicht mehr betreten. Ich hab mich so freundlich und professionell wie möglich gegeben, allerdings mit Drohungen, als ich sie wirklich nötig fand:

    Da ich den Shit verwaltet habe, habe ich eine lückenlose Dokumentation meiner Überstunden mit Zweck und belegt durch Mails der Abteilungsleitung, des Vorstands und der "Teamleiter" (die formal keine Weisungsbefugnis haben, real aber schon), dass das nicht unnötig sondern "angewiesen" wurde. Ich konnte daher halt gut zeigen, dass ich keine Chance hatte Überstunden abzubauen und durch eine sehr vage Formulierung des Arbeitsvertrags immer auf Weisungen reagieren musste. Ergo habe ich immer gedroht, wenn mein Chef mich noch irgendwie nötigen wollte, mir die Überstunden auszuzahlen, statt abzufeiern, oder mit Shit wie "du kannst ja jeweils nur 2 Stunden am Tag kommen": Er kann es gerne probieren, aber er hat nix davon. Ich hätte kein Problem das an einer neutralen Stelle (aka Arbeitsgericht) zu klären, entsprechende Rechtsschutz wäre auch da. Hat gezogen, wurde auch nicht weiter vom Chef verfolgt, da der (aus guten Gründen) Schiss vor solchen Eskalationen hat. Weil er nachgegeben hat, war ich auch noch brav eine Woche auf der Arbeit und hab mein Zeug mehr als ordentlich übergeben, allerdings hab ich peinlich genau darauf geachtet, keinerlei Überstunden mehr zu produzieren; effektiv "schenkte" ich der Firma noch 20 Überstunden, die ich nicht abbaute. Die Übergabe war hochgradig zwecklos, weil keine Sau in der Abteilung tatsächlich mit Datenbanken umgehen kann, aber das ist ja nicht mein Bier: die technische Doku ist da, wenn keiner VBA und Access kapiert, kann ich nichts für.

    Die zweite "Drohung" war eher subtil: Er wollte an meinem letzten Tag, dass ich den Teamleitern Vollzugriff auf die individuellen Produktivzeiten der Kollegen gebe. Ich hab dann eine lange Liste aufgezählt, warum ich das nicht tun werde: Erstens wäre es technisch schwierig (direkte Lüge), zweitens wüsste ich nicht für welchen Zweck, drittens ist faktisch keine Zeit für solche Stunts, fünftens müssten die Leute dann auch Ahnung von den Daten haben und irgendwie kompetent sein, und das sind nunmal die Teamleiter überhaupt nicht (natürlich diplomatisch ausgedrückt, Subtext war dennoch deutlich). Dann meinte ich noch, dass ich sowieso in der Richtung gar nichts unternehme, wenn ich nicht die schriftliche Zustimmung von HR + BR habe, weil ich die rechtlichen Implikationen überhaupt nicht abschätzen könnte: Er müsste mir erstmal zeigen, dass ein wichtiger betrieblicher Grund für solche Blanko-Anfragen existiert (und die wirds einfach nicht geben). Als Analogie sagte ich, dass er mir wohl kaum sein Scheckbuch mit Unterschriften gibt, ohne zu wissen, was ich kaufen werde. Auch das hat gezogen, wobei er auch irgendwie keine Wahl hatte. Wenn ich nicht will, will ich halt nicht.


    Generell hab ich es schon vorher so gehalten: Ich krieg eine Anfrage von einem "Teamleiter" über die "Produktivitätszeiten von X" (wie lange braucht der? mit dem subtext: warum braucht der so lange? Geb mir Daten und ich reiß dem den Arsch auf!), ich antworte: "Kann ich nicht aus technischen und rechtlichen Gründen. Wenn es Diskrepanzen, wie fehlerhafte Buchungen durch Tippfehler gibt, dann ist es effektiver, das unter vier Augen oder intern in deinem Team mit den Kollegen zu besprechen. Die Tippfehler kann der Bearbeiter selbst beheben, dafür muss niemand Daten auswerten" - CC war der Chef, sein Stellvertreter, die betroffene Person, sowie jeder, der am gleichen Prozess mitarbeitet, damit auch jeder mitkriegt, was da hinterm Rücken gefragt wird und warum (solche Anfragen gehen halt einfach gar nicht). Bevor ich mit dem Kack anfing, hab ich das natürlich den Fragestellern 10-20 mal unter vier Augend das selbige gesagt, weil ich keine Revolte wollte und noch dachte, evtl. sind sie einfach so dumm und sehen es dann ein. Als es nichts fruchtete, kam dann halt diese CC-Mails.

    Was Arbeitszeugnis und co angeht: Das hab ich, das hab ich auch schon ändern lassen und bin damit auch zufrieden. Wurde auch von paar guten Freunden mit HR-Background gegengelesen und es gibt echt nichts zu beanstanden.


    Was mich so wurmt ist, dass ich mich wirklich gut mit den Leuten exklusive der Leitung verstand. Ich hab wahnsinnig viele Geschenke bekommen, obwohl das nicht Usus ist. Ernsthaft, das war ein Gesamtwert von ca. 100€ oder so was, üblich sind eher so Karten und ein Fresskorb. Parallel dazu lief das Gespräch Chef vs. Teamleitung ab. Das hat einen unfassbar ekligen Geschmack hinterlassen, da wir das mit dem "Zugang zu Arbeitszeiten"-Gespräch keine 10 Minuten ablief, bevor er anfing die Frau so zu diskreditieren.

    Ich bot ihr und paar betroffenen Kollegen gerne an bei möglichen Eskalationsgesprächen anwesend zu sein und zu unterstützen. Trotzdem brennt es nach wie vor in den Fingern, mal ein paar Schüsse abzusetzen, insbesondere da ich indirekt immer noch mitkriege, dass es jeden Tag dümmere Aussagen, Konfrontationen und v.a. Unterstellungen gib.

    Inwiefern ich das in zukünftigen Vorstellungsgesprächen sage, weiß ich nicht. Denke ich werde einfach "wirtschaftliche Probleme" und "fehlende Perspektiven innerhalb des Konzerns" anführen. Liest sich halt scheiße, dass ich jetzt 1,75 und 1,5 Jahre arbeitete, aber so what. Fände es wichtiger ohne etwas Wut aufzustehen und nicht direkt das Gesicht von Leuten Montags früh zu fressen, weil mir klar ist, wie sehr sie dir ins Gesicht lügen.

  10. #10
    Benutzerbild von Metroid
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    Die MS Kollegin hätte never ever in dieses Nidermachgespräch gehen dürfen one einen BR Mitglied oder zumindest einem Zeugen, das Gespräch war defintiv dazu bestimmt Sie rauszuekeln oder sowas wie verplappern zu bewirken und dadurch ne Kündigung zu erzwingen.
    Den Chef darfste nicht auf den Tron sitzend alleine ansehen, der gibt sich dir ggüber vielleicht als Moralischer Held (die 08/15 Seminarfortbildung ((kostet ja nix)) aber sobald er was zum Feuern hat und du sicher nix von mitkriegst schickt er Boss seine babos los (er selber will ja gut da stehen). Es geht ums Geschäft, ums Geld, geht nur wenn wenn alle Dumm bleiben und nicht viel verlangen aber dennoch über der geforderten Leistung drüber steht, sonst verdient man ja einfach nix.
    Ein anderes Problem könnte auch sein (wo der Chef es dann extrem schwer hat was zu machen) wenn sich Interne Machtkampfpositionen ausgefochten werden von denen du selber aber eben keinerlei Einblick hast und sich deswegen es sich nicht lohnt da Brennerde zu machen.
    Führt jetzt wohl zu dem Punkt das du ebend demnächst wohl teurer wirst und/oder wohl möglich ein kandidat einer dieser besagten Machtpositionen zu erreichen bist und die anderen das Vorrausahnen und deswegen versuchen da einen Riegel/Strickleine einzubauen. Du und die MS kranke verursacht in Zukunft höhere Kosten (wodurch andren halt weniger bleibt da der Chef ebend auch nurn begrentzes Budget hat für Prämien) und dadurch andere Leute weniger vom Kuchen kriegen. Die kranke hat halt MS (und wenn ich mich nicht täusche) in Zukunft noch mehr ausfallen würde was natürlich schlecht ist, da die Vorgesetzten solche Dinge kennen und wissen was sich das sich da anbahnt. Du selber kannst jetzt aber denk ich nicht viel mehr machen vllt. nochmal mitm Chef reden und Standpunkte klar machen weil gibt ja nix mehr zu verlieren eigentlich aber ebend auf jeden Fall schon mal die zeit investieren mit weiter umschauen statt da Energie in Brennerde reinzusetzten.
    If it comes to Violence, was it Hatred?

  11. #11
    Benutzerbild von Bootdiskette
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    Gecko, lass stecken. Zurückfeuern bringt nix. Bedank Dich gegebenenfalls noch bei den netten Kollegen und lad sie auf eine Leberkässemmel ein.
    In Vorstellungsgesprächen solltest Du auf Nachfrage wie folgt erzählen:
    Du hast dort gerne gearbeitet, weil Du Dich mit deinen Kollegen auf der gleichen Hierarchieebene sehr gut verstanden hast. Auf dieser Hierarchieebene waren Kollegialität und Arbeitsverteilung sowie das gegenseitig füreinander Einstehen und die vorausschauende Planung ausgesprochen gut. Dein Vertrag war leider nur befristetet und wolltest Dich weiterentwickeln. Die in Aussicht gestellten Bedingungen für eine Verlängerung des Vertrags haben die gewünschten Weiterentwicklungsmöglichkeiten nicht deutlich genug sichtbar gemacht. Die Folge war Dein Entschluss Dich zu verändern und den Vertrag nicht zu verlängern. Ende der Story.

    Ein auch nur halbwegs guter Personaler der sein Geld wert ist liest da raus:
    • Kollegen gut, Chefs nicht
    • Chefs haben gegen Untergebene gearbeitet
    • Chefs hatten die Arbeitsverteilung und Übersicht nicht im Griff
    • Bedingungen für Verlängerung waren unzumutbar
    • Du hattest auf den Scheiß keine Lust und pendelst lieber weiter


    Bei Rückfragen zur Leistung der Führungskräfte sagst Du nichts Schlechtes über selbige! Stattdessen: "Um das Einzuschätzen fehlen mir Vergleichswerte und Erfahrung, deswegen kann ich dazu nichts sagen."
    Auch das wird ein guter Personaler verstehen und keine weiteren Rückfragen stellen. Ggf kannst Du auch noch darüber reden "wie schwierig es ist agil im Prozesskontext zu sein, weil das ja ein Werkzeug aus dem Projektkontext ist." Da hast Du ggf. eine Steilvorlage, um zu zeigen, dass Du agile/scrum verstanden hast und kannst gleichzeitig elegant das Thema von "die andere Firma" hin zu "meine Skills" wechseln.

    Allerdings werden sich Personaler meiner Erfahrung nach ohnehin nur kurz danach erkundigen warum Du wechselst. Wenn man da eine kurze und plausible Erklärung hat, dann interessiert das keine Sau mehr als eine Minute. Die wollen wissen ob Du zu ihnen passt und ob Du geile Skills hast.

    Deswegen zuletzt nochmal: Tief durchatmen. Mit dem Auslaufen des Vertrags endet Deine Verbindung zu denen. Die allermeisten siehst Du nie wieder. Vergiss sie und konzentrier Dich auf die Zukunft.
    Geändert von Bootdiskette (21. März 2019 um 20:07 Uhr)
    Zitat Zitat von Photon Beitrag anzeigen
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  12. #12
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    Jo, was Booty sagt. Verbrannte Erde gibt natürlich kurzzeitig Befriedigung, aber es gibt genug Möglichkeiten, dir diskret Steine hinterherzuschmeißen.
    Maximal kannste noch dem größten Huso der Firma ironisch was zum Abschied reindrücken, ansonsten einfach abhaken und weitermachen.
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