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  1. #1
    Benutzerbild von haschischtasche
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    Wehr/Zivildienst Comeback?

    AKK schlägt vor, die Wehr-/Dienstpflicht "wieder einzuführen".

    https://www.deutschlandfunk.de/bunde...icle_id=424674
    .
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    primum nihil nocere
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  2. #2
    Benutzerbild von HeatoR
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    Abgesehen davon, dass sie nie abgeschafft, sondern nur vorübergehend ausgesetzt war, finde ich das eine sehr gute Sache. Muss ja kein Dienst beim Bund sein, aber dass die ganzen Gören mal ein Jahr echte Welt schnuppern und ein bisschen Altenpflege oder so machen, bevor sie ihren 2 Jahres Bachelor anfangen, wäre keine schlechte Idee. Wüsste nicht, was dagegen spricht, solange es alle Geschlechter verbindlich betrifft. Work&Travel ist aus Umweltgründen eh nicht mehr, kein Mensch muss nach Australien

  3. #3
    Benutzerbild von Misfit
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    ausnahmsweise mal raute an heator
    zivildienst ist ne gute sache, gerade in dem alter.
    Zitat Zitat von MegaVolt Beitrag anzeigen
    Gemeint war das offensichtlich als Antwort auf Misfit, der von angeblichem "nüchtern und sachlich posten" geschrieben hat, dies aber hier im Forum ganz und gar nicht tut.

  4. #4
    Benutzerbild von tic0r
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    Sehe das grundsätzlich auch so. Das einzige Problem: Zivis wurden zu damaligen Zeiten fröhlich genutzt, um ordentliche Vollzeitstellen in der Alten-, Kranken- und Behindertenpflege zu streichen und kostengünstige Alternativen zu haben. Es muss irgendwo gesetzlich verankert werden, dass das nicht erlaubt ist. Allen Beteiligten, den Dienstleistenden, den Angestellten als auch den Patienten ist nicht zuzumuten, dass die Zivis 1:1 die Arbeiten einer ausgebildeten Pflegekraft übernehmen.

  5. #5
    Benutzerbild von Gustavo
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    Unökonomischer Blödsinn. Die Leute sollen weiterhin ceteris paribus ein Jahr früher auf den Arbeitsmarkt und der Staat nimmt das Steuergeld in die Hand, um davon Profis zu bezahlen. Dass Wehrdienst im Jahr 2019 des Herrn eine völlig alberne Angelegenheit geworden ist, sollte mittlerweile jedem klar geworden sein.

  6. #6
    Benutzerbild von HeatoR
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    Es geht nicht immer nur um Ökonomie, sondern auch um ein bisschen menschliche Bildung und Hilfe zur Menschwerdung. Der Arbeitsmarkt braucht die im Übrigen mitnichten früher. Den meisten Betrieben, mit denen ich gesprochen habe, sind die Kids schlicht zu jung, wenn sie durchziehen. Wir raten Bewerbern auch im Zweifel dann doch noch ne Promotion oder nen LL.M. oder irgendwas anderes zu machen, aber niemand will nen 24 Jährigen Anwalt.

  7. #7
    Benutzerbild von Gustavo
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    Zitat Zitat von HeatoR Beitrag anzeigen
    Es geht nicht immer nur um Ökonomie, sondern auch um ein bisschen menschliche Bildung und Hilfe zur Menschwerdung.

    Ich erinnere mich dunkel, darüber mal mit syzygy diskutiert zu haben. Wenn mir jemand belegen könnte, dass das wirklich langfristig einen nachhaltigen Unterschied macht, wäre ich der Geschichte gegenüber aufgeschlossen. Wir haben ja quasi das perfekte Datenmaterial für einen Vergleich: T2 vs. T3 Gemusterte. Würde allerdings eine Menge Geld darauf wetten, dass es nicht mal mittelfristig einen Unterschied macht; schon gar nicht einen, der es rechtfertigen würde, ein Jahr Arbeitskraft zu vergemeinschaften.

    Nebenbei: Sehr liberal erscheint mir das nicht.


    Zitat Zitat von HeatoR Beitrag anzeigen
    Der Arbeitsmarkt braucht die im Übrigen mitnichten früher. Den meisten Betrieben, mit denen ich gesprochen habe, sind die Kids schlicht zu jung, wenn sie durchziehen. Wir raten Bewerbern auch im Zweifel dann doch noch ne Promotion oder nen LL.M. oder irgendwas anderes zu machen, aber niemand will nen 24 Jährigen Anwalt.

    Wir brauchen generell nicht wirklich mehr Anwälte. Du klaust damit aber auch Leuten ein Jahr Arbeitszeit, die später etwas gesellschaftlich Nützliches als Beruf machen.
    Geändert von Gustavo (18. Juli 2019 um 11:58 Uhr)

  8. #8
    Benutzerbild von HeatoR
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    Ich erinnere mich dunkel, darüber mal mit syzygy diskutiert zu haben. Wenn mir jemand belegen könnte, dass das wirklich langfristig einen nachhaltigen Unterschied macht, wäre ich der Geschichte gegenüber aufgeschlossen. Wir haben ja quasi das perfekte Datenmaterial für einen Vergleich: T2 vs. T3 Gemusterte. Würde allerdings eine Menge Geld darauf wetten, dass es nicht mal mittelfristig einen Unterschied macht; schon gar nicht einen, der es rechtfertigen würde, ein Jahr Arbeitskraft zu vergemeinschaften.

    Nebenbei: Sehr liberal erscheint mir das nicht.
    Wie willst du das denn bitte untersuchen? Ist das eigentlich belastend, wenn man den Drang hat alle Aspekte der Wirklichkeit irgendwie vermessbar zu machen? Ich stelle mir das anstregend vor. PS: Ordoliberal ist auch liberal

    Wir brauchen generell nicht wirklich mehr Anwälte.
    Das sieht der Arbeitsmarkt anders

  9. #9
    Benutzerbild von saistaed
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    Heator lässt zwar keine Gelegenheit aus, die Freiheit von Unternehmen gegen Verbraucherschutz und Marktregulierung zu verteidigen, aber ein Jahr Zwangsarbeit für alle ist okay, weil Charakterbildung und so.

    Geändert von saistaed (18. Juli 2019 um 12:25 Uhr)

  10. #10
    Benutzerbild von Gustavo
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    Zitat Zitat von HeatoR Beitrag anzeigen
    Wie willst du das denn bitte untersuchen? Ist das eigentlich belastend, wenn man den Drang hat alle Aspekte der Wirklichkeit irgendwie vermessbar zu machen? Ich stelle mir das anstregend vor. PS: Ordoliberal ist auch liberal

    Du definierst was für dich "menschliche Bildung" und "Hilfe zur Menschwerdung" ausmacht und dann schaust du, ob man zwischen Leuten mit/ohne Zivi einen statistisch signifikanten Unterschied in den Zahlen sieht, wenn man sie danach fragt. Wenn man keinen sieht wäre das ein starker Hinweis darauf, dass es ihn nicht gibt und dass ihr euch das konfabuliert. Wir reden hier von einem durchaus triftigen Eingriff in die Autonomie von jungen Menschen*, den sollte man schon besser begründen als "ich könnte mir vorstellen, dass es für (extrem vage definiertes public good einfügen) hilfreich ist". Syzygy glaubte seinerzeit afair, dass es Empathie schaffen würde, die kann man bspw. extrem einfach messen.

    PS: Man muss auch den Ordoliberalismus schon sehr verrenken, um so zu tun, als würde er sowas wie Zivildienst aufgrund von "menschlicher Bildung" befürworten.



    *btw: Wenn es Wehrpflicht/Zivildienst nie gegeben hätte, würden die Leute (und ich vermute du genauso) Sturm gegen sie laufen, wenn man sie heute neu einfürhte



    Zitat Zitat von HeatoR Beitrag anzeigen
    Das sieht der Arbeitsmarkt anders

    Partikulargruppen mit starker politischer Repräsentation sind eben nicht so blöd, sich selbst tatsächlich den Marktkräften auszusetzen.

  11. #11
    Benutzerbild von waah11
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    Jetzt stell dir mal vor, da würden zwei Leute streiten und kein dritter würde dran verdienen, wo kämen wir denn da hin! .


    Btw: Pro Zwangsjahr soferns sinnvoll umgesetzt werden kann und nicht einfach "echte" Jobs ersetzt werden.
    Stop Rape, Say yes.

  12. #12
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    Wie waren denn die Verteilungen Wehr/Zivildienst vor der Pausierung?
    Meine persönlichen Erfahrung nach lief das nämlich so, dass ein Großteil es geschafft hat sich ausmustern zu lassen (je sportlicher desto größer war die Wahrscheinlichkeit, da die meist schon mal irgendeine Verletzung hatten).
    Bei dem Rest war es so, dass ohnehin sozial eingestellte Menschen Zivi gemacht haben, empathielosere sind zum Bund. Charakterentwicklung war da eher gering ausgeprägt.

  13. #13
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    Zitat Zitat von waah11 Beitrag anzeigen
    Jetzt stell dir mal vor, da würden zwei Leute streiten und kein dritter würde dran verdienen, wo kämen wir denn da hin! .


    Btw: Pro Zwangsjahr soferns sinnvoll umgesetzt werden kann und nicht einfach "echte" Jobs ersetzt werden.
    Ajo, aber: Wie will man verhindern, dass nicht "echte" Jobs ersetzt werden?
    Die typischen Branchen für derlei Projekte sind notorisch unterbesetzt, weil unterbezahlt und überdurchschnittlich anstrengend.
    Bei den meisten Zivis war es doch auch nur Zeit absitzen und warten, dass es aufhört. Wertvolle Erfahrungen kann man aber sicher sammeln.

    edith: # an Stirling.
    beer gives power
    #bärenhöhle

    ballern

  14. #14
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    Das liegt ja daran, dass der Zivildienst nur eine Ausnahme vom Wehrdienst war und man unlogischerweise auch keinen Zivildienst machen musste, wenn man für den Wehrdienst ausgemustert wurde. Wenn es sich um ein Verpflichtendes Sozialjahr handeln würde, müsste niemand dafür gemustert werden - man müsste schon berufsunfähig sein. Das Problem kriegt man also in den Griff.

  15. #15
    Benutzerbild von tic0r
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    Zitat Zitat von HeatoR Beitrag anzeigen
    Wie willst du das denn bitte untersuchen? Ist das eigentlich belastend, wenn man den Drang hat alle Aspekte der Wirklichkeit irgendwie vermessbar zu machen? Ich stelle mir das anstregend vor. PS: Ordoliberal ist auch liberal
    Du scheinst einfach den Unterschied zwischen persönlicher Meinung und Handlungsanweisung für Polices nicht zu verstehen.

    Persönliche Werturteile werden von dir zugunsten juristischer Abwägungen komplett abgelehnt, mit der Begründung, dass das eigene Gefühl ja schwerlich ausreichend sein kann. Aber wenn über Policies geredet wird, die, und da hat Gustavo doch vollkommen Recht, massivst in die Autonomie eines Bürgers eingreifen, ist es albern eine stabile Datengrundlage zu verlangen? Du darfst ja gern deine Meinung haben, aber Gustavo ist doch hier vollkommen im Recht, dass solche Gesetze gut begründet gehören. Und wenn man das nicht gut begründen kann, dann gehört es auch nicht fucking umgesetzt. Auch nicht, wenn sich das für dich aber nett anfühlt. Hier sowas zu verlangen und gleichzeitig Impfpflicht und ausbleibende finanzielle Unterstützung von Homöopathie zu feiern ist doch irgendwie absurd.

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