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Thema: Now Reading

  1. #2656
    GröBaZ Benutzerbild von Moranthir
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    Zitat Zitat von Fexx Beitrag anzeigen
    Sehr spannend! Ich wollte diese beiden Bücher auch noch lesen, hatte jedoch Autor und Titel vergessen
    Wie lesbar sind diese Bücher denn? Ich bin durch Mary Beards - SPQR nun sehr verwöhnt, was leicht lesbare Geschichtswissenschaften betrifft.
    Charles Mann kam über seine Tätigkeit als Journalist zu diesen Büchern, was sich in seinem angenehmen Stil niederschlägt. Total angenehm zu lesen.

    Michael Lüders - Armageddon im Orient: Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt (2018)
    Wieder einmal ein Buch von Michael Lüders über die brenzligen Situation im Nahen Osten, diesmal mit Fokus auf dem Saudi-Iran(-Israel) Machtkampf. Ziemlich interessant für jeden, der sich für die Thematik interessiert.

    Noam Chomsky - On Anarchism (2005 erschienen)
    Nachdem ich mich mit dem spanischen Bürgerkrieg beschäftigte, wollte ich einmal mehr über Anarchismus aus deren Blickwinkel erfahren. Das Buch besteht aus verschiedenen Essays und Interviews, die aus mehreren Jahrzehnten stammen. Dementsprechend ist es auch eher ein (interessanter) Flickenteppich, als ein wohlstrukturiertes Werk über Anarchismus. Kann man sich mal geben.

    William von Hippel - The Social Leap: The New Evolutionary Science of Who We Are, Where We Come from, and What Makes Us Happy (2018)
    Sozial/Evolutionspsychologe beschreibt, wie Veränderungen der sozialen Interaktion es unseren entfernten Vorfahren ermöglichten, in der Savanne und später in allen möglichen Bereichen zu gedeihen und welche Auswirkungen diese noch auf unser heutiges Leben haben. Leseempfehlung!

    Michael Lüders - Im Herzen Arabiens (2004)
    Lüders versucht dem Leser die Geisteshaltung und Gefühle der arabischen Welt näherzubringen. Stark von Anekdoten durchetzt erinnert das Buch im Guten wie im Schlechten stark an Peter Scholl-Latour, wenn auch moderner und weniger arrogant. Manchmal ein bisschen zu apologetisch für meinen Geschmack vermittelt er aber gut, wie beschissen die politische, ökonomische und soziale Situation für den Großteil der Menschen in der arabischen Welt ist. Gibt es bei Spotify und ist recht kurz.

    Renate Bergmann - Fritz Bauer: Sein Leben, sein Denken, sein Wirken (2018)
    Vom Fritz Bauer Institut herausgegebene (kurze) Biographie, die nicht nur die Auschwitzprozessen, sondern auch mit seine Blick auf das überaltete Strafrecht und auf seinen Blick auf Nazi- und Nachkriegsdeutschland darstellt. Im Hörbuch sind oftmals seine Originaltöne zu hören. Er hat auch einen geilen schwäbisch angehauchten Idiolekt, dem ich lange zuhören könnte. Beeindruckender Mensch. Ich habe keine Ahnung, wie er es schaffte, in der Nachkriegszeit nicht zu verbittern. Ich habe mich viel zu spät mit ihm und den Auschwitzprozessen auseinandergesetzt.
    Zitat Zitat von havii
    Du Wurst lebst nur weil es einen Staatsvertrag gibt. Ich lebe weil ich stark bin.
    Irgendwann ist das alles hier auch wieder vorbei und dann kannst Du dir deinen Selbstbetrug in den Arsch stecken.
    #bärenhöhle


  2. #2657
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    Von Gerd Kommer Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs und meine Finanzbildung in Schwung zu bringen. Liest sich gut, auch für Laien geeignet. Es wird viel erklärt, auch Grundlagen. Allerdings mag ich seinen teilweise reißerischen Stil nicht besonders. Seine wertenden Kommentare finde ich auch fehl am Platz.
    Zitat Zitat von Problemsabel Beitrag anzeigen
    abgelehnt. nimm mir bitte nicht das saufen. was soll ich anderes anfangen.
    #bärenhöhle

  3. #2658
    Benutzerbild von rahji
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    Robert Kiyosaki - Rich Dad, Poor Dad
    Ich habe schon so viel über dieses Buch gehört, dass ich mir gedacht habe, dass ich es auch mal lesen muss. Jetzt nach dem Lesen kann ich sagen, dass es zum Teil ganz gut ist und vor allem die hintere Hälfte ziemlicher Mist ist. Ich hätte mal lieber vorher ein bisschen über den Typen recherchieren sollen. Teilweise sind es halt wirklich Allerweltratschläge wie "Überwinde deine Angst" und dafür habe ich das Buch nicht gekauft.
    Zitat Zitat von Problemsabel Beitrag anzeigen
    abgelehnt. nimm mir bitte nicht das saufen. was soll ich anderes anfangen.
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  4. #2659
    Benutzerbild von rahji
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    Gestern von Alex Beer - Der Dunkle Bote fertig gelesen. Sie macht das Wien der Nachkriegszeit lebendig mit ihren interessanten Figuren, der passend eingeflochtenen Zeitgeschichte und der insgesamt spannenden Krimi-Geschichte. Es ist so gut, dass ich es innerhalb weniger Tage komplett durchgelesen habe. Ich freue mich schon auf das nächste Buch, welches in Nürnberg spielen soll.
    Zitat Zitat von Problemsabel Beitrag anzeigen
    abgelehnt. nimm mir bitte nicht das saufen. was soll ich anderes anfangen.
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  5. #2660
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    Richard Dawkins - God Delusion

  6. #2661
    Edward Snowden - Permanent Record
    1984 - 2020

    Ist einer Welt Besitz für dich zerronnen,
    Sei nicht in Leid darüber, es ist nichts;
    Und hast du einer Welt Besitz gewonnen,
    Sei nicht erfreut darüber, es ist nichts.
    Vorüber gehn die Schmerzen und die Wonnen,
    Geh an der Welt vorüber, es ist nichts.

  7. #2662
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    Dieses Wochenende von Charlotte Link die Entscheidung fertig gelesen. Es gab schon mal bessere Bücher von ihr. Sie hat es immer noch drauf, menschliche und plastische Figuren in ihren Romanen zu bauen, aber die Geschichte war diesmal etwas an den Haaren herbeigezogen und oft unglaubwürdig. Als Nächstes stehen die ersten beiden Witcher Bücher auf dem Plan, um pünktlich zur ersten season wieder up to date zu sein.
    Zitat Zitat von Problemsabel Beitrag anzeigen
    abgelehnt. nimm mir bitte nicht das saufen. was soll ich anderes anfangen.
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  8. #2663
    Benutzerbild von Ph!L
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    Hab zum dritten mal Justine - oder vom Missgeschick der Tugend von Marquis de Sade .. "weiter" gelesen und kapitulier jetzt wieder nach ~150 Seiten.

    Das Buch macht mich einfach fertig.. Und irgendwann wirds immer wieder zu monoton ô_Ô

  9. #2664
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    Edward Snowden - Permanent record

    Gestern Abend gelesen, hat sich gelohnt. Ich wusste schon von den meisten Enthüllungen, aber in der Summe einfach trotzdem immer noch unfassbar. Man darf natürlich nicht vergessen, dass auch ein Snowden Informationen sehr selektiv nennt und letzten Endes mit dem Buch auch Geld verdienen will, aber darum geht es im Kern nicht. Ändern an der Lage kann man natürlich wenig, mit ein wenig mehr Bewusstsein das Internet nutzen aber schon.
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  10. #2665
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    Max Gladstone - Empress of forever

    wilder ritt in guardian of the galaxy manier. zusammengewürfelter haufen von verschiedenen spezies müssen die welt retten. space operea mit fuß auf dem gaspedal.
    Oft bin ich auch die erste und letzte Person mit der Sie sprechen oder der Sie begegenen!

  11. #2666
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    jo neues Jahr, neues Buch:

    Andreas Gruber - Todesfrist
    Ursprünglich habe ich als doppeltes Weihnachtsgeschenk in der Familie vererbt bekommen, aber es handelt sich um ein ganz spannendes Buch. Ein Mörder, der nach Struwwelpeter-Manier seine Opfer umbringt. Bin noch nicht recht weit, aber bisher taugt schon.
    Zitat Zitat von Problemsabel Beitrag anzeigen
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  12. #2667
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    Bill Simmons - The book of Basketball
    750-Seiten-Werk eines fanatischen Basketballfans. Stilistisch typisch amerikanisch, sehr abwechslungsreich und kurzweilig geschrieben. Allerdings kein Buch für Leute, die detailreiche Hintergrundgeschichten wollen, sondern eher für Fans. Simmons hat zu allem eine Meinung und hält auch nicht hinterm Berg. Bisweilen übertreibt er es ein bisschen, bereue aber keinen Cent. Vor allem das abschließende Ranking der besten 96 Spieler aller Zeiten macht Laune zu lesen. Und das Kapitel, in dem er ausführlich begründet, warum Russell > Chamberlain gilt.
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  13. #2668
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    Daniel Kahnemann - Schnelles Denken, langsames Denken
    Faszinierendes Buch über kognitive Verzerrungen. Empfehlenswert!
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  14. #2669
    Benutzerbild von SFJunky
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    Frank Bösch: Die Adenauer-CDU - Gründung, Aufstieg und Krise einer Erfolgspartei 1945 - 1969

    Vor ca. zwei Wochen beendet. Dieser Schinken ist die Dissertationsschrift des Autors, erschienen 2001. Würde einige wohl abschrecken sowas privat zu lesen, aber für mich war es eines der interessantesten Bücher, die ich je gelesen habe. Kann ich nur jedem politsch und/oder geschichtlich interessiertem Menschen empfehlen.

    In der Rückschau wirkt es ja so als sei der kometenhafte Erfolg der CDU in den 50er-Jahren quasi vorprogrammiert, aber das Buch zeigt eindrücklich, dass man hier nicht vom Ende her denken darf. Die Startphase der CDU war extrem holprig. Das fängt schon damit an, dass damals konfessionelle Gegensätze noch extrem tief und politisch bedeutsam waren. Das war mir bislang noch gar nicht bewusst. Verkürzt gesagt standen die Katholiken bei den Protestanten im Verruf, romhörig zu sein und damit die rechte patriotische Gesinnung zu missen. Zudem war der Katholik natürlich auch immer Kommunist und Bolschewist. Umgekehrt stand der Protestant für das gottlose Preußen und hatte sich bereitwillig mit den Nazis eingelassen. Suffice to say, dass sich hier - abgesehen vom letzten Punkt - politische Weltbilder aus dem Kaiserreich und der Weimarer Zeit erhalten hatten. In diesem Zusammenhang muss auch einmal darauf hingewiesen werden, dass die CDU - anders als an manch linkem Stammtisch gerne dargestellt - kein Exklusivsammelbecken für Altnazis war. Gerade der katholische Teil der CDU war Altnazis gegenüber ablehnend eingestellt und hier gab es auf kommunaler Ebene oft Satzungsklauseln, die Ex-Pgs den Zugang zu Vorstandsposten verwehrt haben. Tatsächlich sind viele namhafte Vorbelastete eher später durch Parteiübertritte zur CDU gelangt. Tatsächlich klangen diese konfessionellen Gegensätze erst im Laufe der 60er-Jahre ab, als eine jüngere Generation von CDU-Politikern (u.a. ein gewisser Helmut Kohl) in den Vorstand aufrückte, die nicht mehr während der Weimarer Zeit oder gar im Kaiserreich politisch sozialisiert worden waren.

    Insofern hatte die CDU große Mühe damit, bei protestantischen Wählerschichten zu landen, bei denen sie oft im Verruf stand, einfach nur das Zentrum in neuem Gewande zu sein. Tatsächlich war die CDU in katholisch geprägten Gegenden zunächst erfolgreicher und besser organisiert, da sie oft auf Strukturen des Zentrums zurückgreifen konnte. Auch das politische Vorfeld (katholische Kirche) spielte dabei eine wichtige Rolle. Zudem hatte die CDU im Spektrum rechts der SPD eine Reihe von starken Konkurrenzparteien, die ihr die protestantischen Wähler streitig machten: neben der FDP waren das die Deutsche Partei und, etwas später, der BHE. Und es war überhaupt nicht ausgemacht, dass es der Union gelingen würde, diese Parteien zu verdrängen, im Gegenteil sprach Anfang der 50er-Jahre sehr wenig dafür. Die CDU musste da bei etlichen Landtagswahlen heftige Niederlagen einstecken. In Hessen und Niedersachsen z.B. schienen zunächst FDP bzw. DP die dominierende Kraft rechts der SPD zu werden.

    Die Sammlung rechts der SPD ist Adenauer nicht zuletzt durch den Aufbau eines außerordentlich abenteuerlichen Finanzsystems gelungen. Hier wurden Fördergesellschaften gegründet, die die Aufgabe hatten, Wirtschaftsspenden einzusammeln und nach festgelegten Quoten an die Parteien zu verteilen. So hatten Wirtschaft - und CDU - auch einen Hebel um die anderen Parteien von der dummen Idee abzubringen, mit der SPD zu koalieren - was in den Ländern ja teilweise gemacht worden ist, bis es von Adenauer mehr oder weniger erfolgreich unterbunden wurde. Zudem gab die CDU ein eigenes Wirtschaftsmagazin heraus, das zu völlig überzeuerten Preisen an Unternehmen verkauft worden ist, die diese Ausgaben als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen konnten. Die bürgerlichen Partein hatten nämlich im Gegensatz zur SPD das Problem, dass ihre Mitglieder eine außerordentlich miese Zahlungsmoral hatten. Hätten die sich nur über Mitgliedsbeiträge finanziert, wäre die SPD finanziell hoffnungslos überlegen gewesen. Die Einführung der staatlichen Parteienfinanzierung wurde dementsprechend ebenfalls von der CDU initiiert.

    Adenauer hat auch nicht davor zurück geschreckt, den rechten Konkurrenzparteien führende Mitglieder schlichtweg abzukaufen. Ich will mal erleben wie es ein zeitgenössischer Bundeskanzler (oder Ministerpräsident) schafft, mal eben fünf Minister ohne Geschäftsbereich zu ernennen, nur um hier die politische Konkurrenz mit bezahlten Posten versorgen und so neutralisieren zu können.
    Geld verteilte Adenauer auch an die Wähler relativ schamlos. Im Vorfeld der Bundestagswahl 1953 wurden im Monatsrythmus Steuersenkungen und Sozialleistungen verteilt. Kombiniert mit einem technisch überlegenen Wahlkampf und etwas Schützenhilfe von den Alliierten - u.a. empfing Eisenhower Adenauer kurz vor der Wahl im Weißen Haus - konnte die CDU dann auch einen Sieg einfahren, von dem sie selbst überrascht war. Noch im März 1953 war sie in Umfragen mit 33% sogar drei Punkte hinter der SPD gelegen.

    Die parteiinterne Konsolidierung gelang der CDU nicht zuletzt dadurch, dass man das vom Grundgesetz geforderte Parteiengesetz mal eben fast 20 Jahre verschleppt hat. So war man nämlich nicht in der Verlegenheit, irgendwelche festen, am Ende gar demokratisch zu besetzenden, Parteistrukturen zu schaffen und Adenauer konnte hier in informellen Zirkeln die Fäden in der Hand halten und nach Gutsherrenart Posten verteilen. Das war wichtig um vor allem die Proportionalität zwischen den Konfessionen zu wahren. Da es deutlich mehr Katholiken als Protestanten bei den Mitgliedern gab, war es diesbezüglich sicherlich von Vorteil, dass der Vorstand nicht von einem Parteitag gewählt wurde. Auch andere Interessengruppen konnten so natürlich leichter eingebunden werden, z.B. die Frauenunion. So hatte die CDU bis Ende der 60er-Jahre überhaupt keine festen Parteistrukturen. Sie wurde aus dem Kanzleramt geführt, Hans Globke war als Kanzleramtschef unter Adenauer ein faktischer CDU-Generalsekretär (ein Posten, den es freilich noch längst nicht gab). Aus heutiger Sicht vollkommen haarsträubend: Der CDU-Vorstand traf sich zu Adenauers Zeiten im Kanzleramt!

    Nachtrag: In diesem Zusammenhang ist auch noch sehr interessant zu erwähnen, dass die CDU lange Zeit weniger eine föderalistische als vielmehr regionalistische Partei war. die Landesverbände der CDU spiegelten oftmals gar nicht die Bundesländer wieder. In NRW beispielsweise gab es bis 1985 den LV Rheinland und den LV Westfalen. In Niedersachsen existieren die drei LV Oldenburg, Braunschweig und Hannover bis heute weiter. Bis heute gibt es dort nur einen Dachverband, die CDU in Niedersachsen.

    Trotz der Detailtiefe fand ich das Buch sehr flüssig zu lesen und fühlte mich an keiner Stelle mit der Informationsflut überfordert - was man ja durchaus befürchten könnte, bei so einem doch recht speziellen Thema. Nebenbei räumt das Buch auch - ohne es zu beabsichtigen oder gar auszusprechen - mit dem Unsinn auf, früher sei doch alles besser gewesen und Politiker noch ehrlicher usw. Im Gegenteil: Vieles, was Adenauer und die CDU sich damals herausgenommen haben, würde sich heute politisch gar nicht mehr durchsetzen lassen, manches die Staatsanwaltschaft auf den Plan rufen.
    Geändert von SFJunky (29. März 2020 um 18:18 Uhr)
    "We don't know what causes recessions. Now, I'm not a macro-economist, and I don't feel badly about that." - Eugene Fama

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    Danke für diese schöne Kritik, das Buch landet auf der "Muss ich in diesem Leben noch lesen"-Liste.
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