Zergrush in Versailles

Ein Tag wie jeder andere? Nein! Denn in der Nacht auf den 12.03.13 begann die globale Invasion der Zerg auf dem Planeten Erde oder besser gesagt: Es erschien das langersehnte StarCraft 2 Add-On Heart of the Swarm.

Viele bedauerten, dass es keine nationalen Releasepartys gab und noch viel mehr beschwerten sich darüber, dass es keine Mitternachtsverkäufe gab. Aber dennoch gab es die kontinentalen Launchpartys, womit jeder Kontinent auf seinen Genuss kommen sollte. Einige nahmen dafür auch die teilweise weite Anreise von ihrem Heimatort nach Paris auf sich. Wenn gleich die große Mehrheit der Anwesenden natürlich Franzosen waren, so waren hier und dort durchaus auch welche von anderer Nationalität. 900 Sitzplätze gab es im Saal des „Palais de Congres“. Da davon aber nur ca. 100 bis zum Zeitpunkt der Eröffnung noch nicht vergeben waren, kamen einige schon sehr früh. So stellten sich die ersten morgens um 6 Uhr in die Schlange, um Abends um 18 Uhr eingelassen zu werden. Blizzard war sich bewusst, dass der Ansturm relativ groß sein wird und die Sitzplätze wahrscheinlich nicht reichen würden. Da man aber ungern Leute wieder nach Hause schicken wollte, wurde noch ein zweiter kleinerer Saal angemietet. Dieser kam allerdings nicht zum Einsatz, da am Abend in Paris, in dem es fast die ganze Zeit regenete oder schneite, die Züge größtenteils ausgefallen waren und auch die Taxis im Stau standen. Somit kamen dann doch etwas weniger als eigentlich angenommen. Es reichte jedoch aus, um den eigentlichen Hauptsaal restlos zu füllen.

Mit dem europäischen WCS Sieger und Lokalmatador Stephano, Specialtactics Guru White-Ra, spanischen „Newcomer“ und zugleich einziger Terranerhoffnung im Turnier Lucifron, sowie alt eingesessenem Profi Grubby war ein spannendes Turnier vorprogrammiert. Durch Apollo als Gameexperte, Tasteless und Artosis als Kommentatoren für den englischen, sowie Pomf und Thud für den französischen Stream war vor Ort auch einiges geboten. Host des Events war kein geringerer als Redeye.
Der englische Mainstream wurde im Saal über Lautsprecher wiedergegeben. Wer jedoch den französischen Stream hören wollte, konnte einfach Kopfhörer aufsetzen, die bei jedem Sitz vorhanden waren.

In den Pausen, die sich zwischen den Games boten, gab es Interviews mit den anwesenden Developern: Chefballancedesigner David Kim, welcher ironischerweise mit eine Bronzeligashirt aufwarten konnte, Jason Huck, David Sum und Tony Hsu.
Wer lieber das Spiel in Händen halten wollte, konnte sich vor Ort neben T-Shirts und Büchern das Wichtigste kaufen: Heart of the Swarm als Collectorsedition oder als normale Version.
Aber nun zum Turnier:

Das erste Game des Turnieres, in dem Stephano und Grubby aufeinandertrafen, war im Vorfeld von der Community bestimmt worden. Laut den englischen Kommentatoren konnte Grubby Stephano bisher nur zwei Siege abringen, musste dafür aber auch 25 Niederlagen einstecken. Damit war jedem klar, dass es ein hartes Game der zwei Erzfeinde werden würde. Aber trotzdem konnte Grubby im ersten Game erstmal alle überraschen. Er konnte das Scouting von Stephano konsequent verhindern und eröffnete mit DTs, was Stephano eiskalt erwischte. Er konnte die DTs zwar gerade noch abwehren, verlor aber in einem kleinen folgenden Warp in dennoch seinen Lair und somit seine Möglichkeit weiter zu techen. Diesen Vorteil nutze Grubby um eine Armee aufzubauen und schließlich zu gewinnen.

Im zweiten Game konnte Stephano die andauernden Angriffe von Grubby immer wieder abwehren oder es gelang ihm eine verlorene Hatch gegen einen niedergerissenen Nexus einzutauschen. Den Kollossustech von Grubby konterte er mit der Viper aus, worauf Grubby wiederum keine richtige Antwort gefunden hatte. Er probierte es mit HTs und Storms, letztlich musste er sich aber geschlagen geben.

Im dritten Game ging es nun aufs Ganze für beide, es stand 1-1 und es war ein Best of three, somit würde das nächste Game entscheiden, wer weiterkommt und wer sich schon aus dem Turnier verabschieden darf. Grubby konnte die Muten und Schänder von Stephano abwehren und selbst alles auf Lufteinheiten setzten. Das heißt es kämpften nun Voidrays mit Tempests gegen Ultralisken und allem möglichem anderen. Letztlich gewann überraschend Grubby das Bo3 und war somit eine Runde weiter und musste gegen den Gewinner von White-Ra gegen Lucifron ran.

Anschließend musste der Spanier und die einzige Terranerhoffnung Lucifron im Turnier gegen den durch viele Betaspiele bereits erfahrenen Protossspieler White-Ra ran. Er versuchte mithilfe der in Heart of the Swarm neuen Speedmedivacs, Widowmines und zahlreichen Drops Druck zu machen, unterlag White-Ra letztlich aber mit 2:1.

Im dritten und zugleich letzten Bo3 des Tages ging es für White-Ra und Grubby um den Sieg des Launchturniers in EU. Wer zuerst dachte Protoss gegen Protoss wäre mal wieder ein langweiliges Mirrormatch, das er von Wings of Liberty bereits zur genüge kennt und das auch noch als Finale während der Global Invasion, der wurde überrascht. Es waren drei hart umkämpfte Spiele mit allem was dazugehört: Neuen Units aus HotS, spannende Armytrades, neue Strategien und Spiele auf des Messersschneide. Letztendlich konnte Gruby den Sieg des Turnieres nach Hause fahren und White-Ra musste sich 2-1 geschlagen geben.

Am Ende des Events gab es noch ein Highlight, denn es war nicht nur eine Launchparty, nein es war auch eine Geburtstagsfeier! Stephano der lokale Liebling, welcher hier leider als Erstes aus dem Turnier geflogen ist, hat am 12.03. Geburtstag, also genau dann, wann sein Schwarm die Erde angreift. Er wurde 20 Jahre alt! Und somit konnte es sich Blizzard nicht nehmen lassen ihm einen Heart of the Swarm Global Invasion Geburtstagskuchen zu schenken.

Im Anschluss an das Event konnte sich noch jeder Besucher seine Collectors Edition oder etwas Anderes von den anwesenden Profispielern, Castern, sowie auch Developern signieren lassen und somit eine Erinnerung vom Event, die man auch in Händen halten kann, für die Ewigkeit bekommen.

Das europäische Launchevent hat übrigens auch einen neuen Rekord aufgestellt was die Zuschauerzahlen angeht. Mit zeitweise fast 130.000 Zuschauern auf allen offiziellen Streams gleichzeitig, hatte es mehr Zuschauer als alle anderen Launchpartys und stellt auch jedes bisher dagewesene StarCraft Event in den Schatten. Das beweist einmal mehr, dass StarCraft durchaus massentauglich ist und noch genug Leute anzieht und fesselt.

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